Ferienkinder zeigen Kunststücke in der Manege

Applaus für fleißige Artisten

Letzte Anweisungen vor dem Auftritt: Zirkusdirektorin Sophia-Marie Bömer und ihre Assistentin Nina Roeß mit den Mädchen und Jungen des Zirkus-Workshops, der im Rahmen der Ferienbetreuung des Lokalen Bündnisses für Familie angeboten wurde. - Fotos: Scheland

Barnstorf - Von Gerhard Scheland. Zirkusdirektorin Sophia-Marie Bömer, ihre Assistentin Nina Roeß und 20 Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren haben abseits der Showbühne einen engen Kreis gebildet. Vor ihrem großen Auftritt nehmen die Workshop-Leiterinnen den Mädchen und Jungen ihr aufkommendes Lampenfieber und gehen noch einmal alle Programmpunkte durch. Zeitgleich füllen sich im Einmastzelt die Zuschauerreihen.

„Hereinspaziert, hereinspaziert“, begrüßt die Zirkusdirektorin die kleinen und großen Besucher, darunter mehr als 20 Flüchtlingskinder des im Welthaus laufenden Sprachkamps, eine Reihe „kleiner Strolche“ aus der nahe gelegenen Kindertagesstätte sowie weitere Mädchen und Jungen aus Barnstorf und Umgebung. Für die Workshop-Kinder ist die Zirkusvorstellung abschließender Höhepunkt einer abwechslungsreichen Woche. Für jedermann öffentlich deswegen, weil sie ein Angebot der derzeit laufenden Ferienbetreuung des Lokalen Bündnisses für Familie ist.

Kinder mit Popcorn-Tüten strömen in den Zirkus Barbarella. Der Mitmach-Zirkus hat sein Zelt auf dem Gemeindeplatz im Blickfeld des Barnstorfer Bahnhofs unweit des Welthauses aufgebaut. Knapp zwei Wochen vorher schon. Auch mehrere Eltern zählen zum Publikum. Die kleinen Teilnehmer am Zirkus-Workshop wollen zeigen, was sie in der Woche zuvor bei den täglichen Proben gelernt haben, die Besucher freuen sich auf eine gut halbstündige Zirkusvorstellung.

„Alle Kinder haben fleißig geübt“

„Ich wünsche euch einen wunderschönen guten Mittag“, heißt die Direktorin das Publikum herzlich unter dem Dach des Zirkus Barbarella willkommen. „Alle Kinder haben fleißig geübt“, teilt sie mit. Und auch, dass mehrere Mädchen und Jungen zum ersten Mal dabei sind. „Das jetzt folgende Programm funktioniert nur mit einem tollen Publikum“, fordert Bömer zu lautem Beifall auf. Und der Applaus kommt – nach jeder Darbietung und zum Schluss sowieso.

Los geht es mit Balanceakten auf dem Drahtseil, bevor Jongleure mit kreisenden Tellern, bunten Tüchern und Pois versuchen, die Schwerkraft auszutricksen. Wiederum andere Kinder zeigen dynamische akrobatische Bodenübungen und Balancedarbietungen auf einem dicken Ball. „Es ist einfach toll, wenn etwas so Schönes in einer Woche entsteht“, lobt die Zirkusdirektorin ihre kleinen Artisten und kündigt als abschließenden Programmhöhepunkt eine menschliche Pyramide an. Mit stehenden Ovationen bedanken sich die Besucher bei den Kindern, die Erwachsenen sind beim Griff ins Portemonnaie großzügig, alle sind zufrieden.

Bömer verfügt über professionelle Clown- und Zirkusausbildung

Die gebürtige Barnstorferin Sophia-Marie Bömer ist im und mit dem 1990 gegründeten Kinder- und Jugendzirkus Barbarella aufgewachsen. Schon als junges Mädchen hat sie bei den wechselnden Programmen aktiv mitgemacht: Jonglagen, Runden mit dem Einrad und Seiltanz waren damals ihre bevorzugten Darbietungen. Das Zirkusleben ließ die heute 29-Jährige auch später nicht los. Anfang des neuen Jahrtausends absolvierte sie an der Berufsfachschule in Mainz drei Jahre lang eine professionelle Clown- und Zirkusausbildung. Seitdem gestaltet sie Kindergeburtstage, ist bei Kulturfestivals dabei oder bietet Zirkus-Workshops an – wie jetzt in Barnstorf.

Balanceakt auf einem Ball: Sophia-Marie Bömer gibt den jungen Artisten Hilfestellung.

An den diesjährigen wird sich die 29-Jährige sicher noch lange erinnern. „Wegen der anhaltend widrigen Witterung hatten sich auf unserem neuen Zeltplatz so viel Niederschläge gesammelt, dass der gesamte Zeltboden vor gut einer Woche total unter Wasser stand“, berichtet die Zirkusdirektorin am Rande des Workshop-Abschlusses. „Mit maschineller Unterstützung haben wir den Platz abgepumpt und das Zelt wieder trockengelegt“, ergänzt sie. Wegen der negativen Vorkommnisse würde sich Bömer freuen, „wenn unser Zelt im nächsten Jahr wieder im vorderen Bereich des Geländes in der Nähe der Bäume stehen könnte.“

Die 29-Jährige blickt aber nicht nur mit Gram zurück, sondern viel lieber hoffnungsvoll nach vorn: Am 6. August ist der Zirkus mit einem ganz neuen Programm beim „Huntezauber“ in Barnstorf dabei. Jugendliche sind dann auf Stelzen unterwegs und zeigen eine brandheiße Feuershow. Und am 24. September trägt eine Artistengruppe des Zirkus Barbarella zum Gelingen der „Burgmannentage“ in Vechta bei, kündigt Bömer an.

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