Appell an alle Altersgruppen 

19-Jährige will Klimaschutz-Bewegung in Barnstorf gründen

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Macht sich für die Bewegung „Extinction Rebellion“ stark: Lilian Vorbrüggen (19).

Barnstorf - Von Edgar Haab. „Aufstand oder Aussterben“ – So lautete der Titel des Vortrages, den der Bremer Klima- und Umweltbewegungsvertreter Henning von Freeden jetzt im Barnstorfer Umwelt-Erlebnis-Zentrum (BUEZ) hielt. Zu der Veranstaltung eingeladen hatte die junge Klima-Aktivistin Lilian Vorbrüggen – mit dem Ziel, Mitglieder für die Barnstorfer Ortsgruppe „Extinction Rebellion“ zu gewinnen. Das offizielle Gründungstreffen ist für den 9. November vorgesehen.

Die 19-jährige Göttingerin absolviert zurzeit ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) in der Umweltbildungseinrichtung am Bremer Dreh. Angefangen hat für sie der Kampf für den Umweltschutz vor rund einem Jahr, als sie laut eigenen Angaben vor einer entscheidenden Frage stand: „Starte ich mit meiner beruflichen Karriere, oder tue ich etwas, worauf ich richtig Lust habe?“ Die Antwort fand die junge Frau im Einsatz für den Klima- und Naturschutz.

Die Anfänge ihres Engagements waren in der Bewegung „Fridays For Future“ in Göttingen. Allerdings stellte sich für die Aktivistin schnell heraus, dass sich diese von der 16-jährigen Schwedin Greta Thunberg ins Leben gerufene Gruppierung auf die jungen Bevölkerungsschichten konzentriert und die Erwachsenen nur wenig miteinbezieht. Außerdem sei die Tragweite der Aktionen geringer als bei „Extinction Rebellion“.

Somit kam Vorbrüggen zur Bewegung „Extinction Rebellion“, die vor rund einem Jahr gegründet wurde und sich mit zivilem Ungehorsam für den Umweltschutz einsetzt. Wie dieser Protest in der Praxis aussieht, hat sich vor wenigen Tagen in mehreren Metropolen auf der ganzen Welt gezeigt. In Berlin zogen hunderte Aktivisten durch die Stadt, legten den Verkehr lahm, versperrten Straßen und Brücken und bildeten Sitzblockaden vor dem Umweltministerium.

Besonders wichtig ist Vorbrüggen, dass „Extinction Rebellion“ sich an alle Altersgruppen richte und pluralistisch seine Grundwerte vertrete. „Das bedeutet so viel wie, dass jeder willkommen ist und es auch unterschiedliche Strömungen innerhalb der Bewegung gibt“, erklärt die 19-jährige Wahl-Barnstorferin. Sie will nun einen Beitrag dazu leisten, dass diese Bewegung auch in der Samtgemeinde Barnstorf Fuß fasst.

Mit einer Ortsgruppe will Vorbrüggen das Bewusstsein für den Umweltschutz stärken, denn nach ihrer Auffassung gibt es in diesem Bereich noch viel Unverständnis und Unwissen in der Bevölkerung. Sie will auf dem Land eine Anlaufstelle schaffen, damit sich die Bürger über den Umweltschutz informieren können. Auch in kleinen Orten liege ein Potenzial, dass Menschen politisch aktiv würden und sich mit der „nahenden Katastrophe“ beschäftigten.

Neben ihrer aktuellen Tätigkeit in der heimischen Umweltbildungseinrichtung will die FÖJlerin auch in ihrem Privatleben mit gutem Beispiel vorangehen und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Sie verzichte so gut es geht auf Reisen mit dem Flugzeug und habe ihre Ernährung umgestellt. „Durch eine regionale Ernährung kann jeder etwas für den Umweltschutz tun“, meint die 19-jährige. Ihre Motivation hänge auch mit der Vorstellung zusammen, später einmal Kinder zu haben und ihnen eine lebenswerte Zukunft bereiten zu wollen.

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