„Lieferfähigkeit erhöht sich ganz enorm“

Apotheker konzentriert Geschäfte auf Haus an der Friedrich-Plate-Straße

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Die Alte Apotheke an der Friedrich-Plate-Straße bleibt.

Barnstorf - Von Gerhard Scheland. Die Geschichte der Apotheken im Flecken Barnstorf wird noch einmal umgeschrieben: Nachdem die Sonnen-Apotheke an der Bahnhofstraße ihre Türen bereits vor Jahren geschlossen hat, werden die beiden verbleibenden Apotheken jetzt zusammen gelegt. Der Betrieb in der Hunte-Apotheke an der Langen Straße wird eingestellt, das Geschäft konzentriert sich ab kommenden Montag auf die Alte Apotheke an der Friedrich-Plate-Straße.

In der Neustrukturierung sieht Michael Uhlhorn, der die beiden Häuser vor gut sieben Jahren übernommen hat und zwei weitere Apotheken in Twistringen und Visbek betreibt, überwiegend Vorteile für die Kundschaft. „Durch die Zusammenlegung der beiden bisher separaten Warenlager erhöht sich unsere Lieferfähigkeit künftig ganz enorm“, stellt der Apotheker als wesentliche Verbesserung heraus. In Zukunft könne das Team 90 Prozent der gewünschten Arzneimittel sofort zur Verfügung stellen, fügt der Apotheker hinzu und weist gleichzeitig auf wesentlich verlängerte Öffnungszeiten in der Woche hin. Von montags bis freitags, jeweils von 8 bis 19 Uhr, stehe sein Fachteam durchgängig für die Wünsche der Kunden zur Verfügung.

Der Zusammenlegung der beiden Apotheken sei ein längerer Abwägungsprozess vorausgegangen. „Die qualifizierten Barnstorfer Kolleginnen haben es in der Vergangenheit zwar immer geschafft, die Präsenzpflicht zu erfüllen, oftmals aber nur mit Mehrstunden“, blickt der Apotheker auf den Geschäftsbetrieb der vergangenen Jahre zurück. „Ein wichtiges Ziel der Maßnahme ist, meinen Mitarbeiterinnen den Rücken zu stärken und sie durch die Zusammenlegung gleichzeitig zu entlasten.“

Die Hunte-Apotheke an der Langen Straße wird geschlossen.

Vor dem Hintergrund der geforderten Präsenz von ausreichend Fachpersonal habe er zwar wiederholt versucht, zur Unterstützung der Barnstorfer Teams zusätzliche Apotheker einzustellen, „doch das hat nicht so richtig geklappt, weil es sehr schwer geworden ist, Akademiker aufs platte Land zu holen“, berichtet der 52-jährige Twistringer.

Als weiteren Grund für die Zusammenlegung nennt der Apotheker ein aktuelles Urteil des Europäischen Gerichtshofes, wonach ausländischen Versandhändlern seit Herbst vergangenen Jahres erlaubt sei, Patienten bei der Zuzahlung für Rezepte Boni zu gewähren. „Weil das deutschen Internethändlern und den Apotheken vor Ort weiterhin untersagt ist, sehe ich in dem Urteilsspruch einen klaren Wettbewerbsnachteil“, kritisiert Uhlhorn.

Positives für seinen nationalen Berufsstand sieht er allerdings auch: „Örtlichen Apotheken wird durch das Urteil bescheinigt, dass sie in puncto Beratung viel besser sind als ausländische Online-Anbieter. Das Plus kommt in vollem Umfang unseren Kunden zugute, während die Boni der ausländischen Versandhändler vermutlich bei den Krankenkassen versickern werden.“ Jedenfalls habe der Urteilsspruch aus Brüssel den Anstoß gegeben, die mögliche Zusammenlegung in Barnstorf jetzt in die Tat umzusetzen. „Mit dem Ziel, aus der Not eine Tugend zu machen, die Kräfte beider Fachteams zu bündeln und alle sich dadurch ergebenden Vorteile an die Kunden weiterzugeben“, so Uhlhorn.

Für die insgesamt 14 Mitarbeiterinnen, darunter pharmazeutisch-technische Assistentinnen, pharmazeutisch-kaufmännische Assistentinnen sowie Apothekerinnen in Voll- und Teilzeit, ergäben sich keine Nachteile. „Beide Fachteams werden weiterbeschäftigt, in Barnstorf künftig unter einem Dach und drei Mitarbeiterinnen in der Mühlen-Apotheke in Twistringen.“ Auch in der Filialleitung werde sich nichts ändern. Heike Brauneck bleibe in der Alten Apotheke, Iris Reb komme aus der Hunte-Apotheke dazu. Die Geschäftsräume an der Langen Straße sollen für Verwaltungsarbeiten weitergenutzt werden.

Trotz der bevorstehenden Veränderungen ist sich Uhlhorn sicher, dass Mitarbeiterinnen und Patienten für die Maßnahme Verständnis zeigen und das Geschäft stabil bleibt. Das Ritual früherer Jahre, als Mitarbeiter in schöner Regelmäßigkeit zwischen beiden Apotheken pendelten und sich auf halben Wege an der Langen Straße zur Übergabe von Arzneien trafen, wenn sie in der einen oder anderen Filiale vorübergehend nicht vorrätig waren, gehören damit nun der Vergangenheit an.

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