Mitglieder des Blasorchesters Drebber dürfen in Gruppen wieder musizieren

„Anti-Corona-Probe“ in der Kirche

„Anti-Corona-Probe“ beim Blasorchester Drebber in der Marienkirche.  
Foto: Konkel
+
„Anti-Corona-Probe“ beim Blasorchester Drebber in der Marienkirche. Foto: Konkel

Barnstorf – „Bei mir war da die Luft raus, ich konnte mich gar nicht mehr aufraffen zu üben“, erzählt Brunhild Koop-Lampe, die im Blasorchester Drebber ein Altsaxophon spielt und spricht damit vielen ihrer Orchesterkollegen aus der Seele. „Uns fehlte einfach ein Ziel, auf das wir hinarbeiten können, und wenn es nur die nächste Probe und kein Konzert ist.“

Das hat nun ein Ende, auch wenn es mit vielen Auflagen verbunden ist.

Es kam zwar nicht ganz unerwartet, aber als am 17. März auf Anordnung der Landeskirche die Gruppenräume in den Gemeindehäusern von Jacobi- und Mariendrebber nicht mehr genutzt werden durften, war das für die Musiker und Musikerinnen des Blasorchesters Drebber, wie für viele andere Gruppen auch, sehr enttäuschend, wenn auch verständlich, zumal die Anordnung erst einmal bis Ende April galt.

„Da waren wir eigentlich noch ganz zuversichtlich und haben zuhause unser Übungsprogramm ziemlich diszipliniert geübt“, war aus den Reihen der Orchestermitglieder zu hören. Als dann allerdings am 14. Mai die Nachricht kam, dass es erst Anfang September wieder weitergehen sollte, war die Enttäuschung groß. Der Dirigent des ambitionierten Laienorchesters, Stephan Klöpzig, hat nach der Sichtung vieler Studien zu dem Thema Orchestermusik, und in Absprache mit Pastor Rainer Hoffmann die Probentätigkeit am vergangenen Donnerstag wieder aufgenommen.

„Das geht natürlich nur unter Einhaltung strikter Hygiene- und Abstandsregeln“, so Klöpzig am Rande der ersten „Anticoronaprobe“, wie er diese Proben jetzt mit einem Augenzwinkern nennt.

Aus diesem Grund wurde der Übungsraum in die Marienkirche verlegt, die aufgrund ihrer Größe und Belüftbarkeit alle Bedingungen für das Musizieren in der Gruppe zulässt. Und er bezieht sich dabei unter anderem auf eine Studie vom Freiburger Institut für Musikermedizin, dem Universitätsklinikum und der Hochschule für Musik in Freiburg.

Unter anderem wurden Messungen bei Bläser- und Bläserinnen der Bamberger Symphoniker vorgenommen und dabei festgestellt, dass bei ausreichender Belüftung und einem Abstand von zwei Metern kein Unterschied zu einer normalen Luftströmung messbar ist. Allerdings muss auch hier eine Obergrenze für Gruppen und eine zeitliche Begrenzung eingehalten werden.

„Das hat in diesem konkreten Fall zur Folge, dass wir nur noch in Kleingruppen zu maximal fünf Bläsern proben dürfen“, berichtet Klöpzig, „während die „Nichtbläser, also Schlagzeug, Gitarre und Kontrabass bei allen Gruppen dabei sein können“.

Die Organisation der Gruppen ging dank digitaler Medien, wie E-Mail und Whatsapp ganz unproblematisch über die Bühne. Auf seine erste Mail vom 3. Juni kam ein zügiger Rücklauf, so dass der Orchesterleiter für die erste Probe am 11. Juni innerhalb weniger Tage die Gruppen einteilen konnte.

„Wir proben jetzt pro Gruppe 30 Minuten, dabei ist genau zu erfassen, wer dann anwesend war. Die Instrumente dürfen nicht vor Ort ausgewischt werden, um eine Verunreinigung zu vermeiden und bei den Blechinstrumenten darf das Wasser nicht auf dem Boden abgelassen werden, sondern auf mitgebrachten Tüchern, die zuhause dann sofort in die Wäsche wandern“, erklärt Klöpzig weiter.

Soweit die Theorie: Schon bei der ersten Probe hat sich herausgestellt, dass der Zeitrahmen von 30 Minuten doch mehr als nur knapp bemessen ist.

„Kaum dass wir ,eingeblasen‘ sind, ist die Zeit auch schon rum“, war von der ersten Gruppe zu hören „und erschwerend kommt noch hinzu, dass in einigen Passagen des Musikstückes keine Melodie zu hören ist. Das ist sehr gewöhnungsbedürftig.“

Wie in so vielen Dingen ist auch hier Kreativität gefragt, und die Lösung ließ nicht lange auf sich warten. „Bei gutem Wetter werden wir die Proben nach draußen, in den Garten einer Orchesterkollegin verlegen, dann kann das gesamte Orchester proben. Die akustischen Bedingungen sind dann zwar eher schlecht, aber das kann man sicherlich in Kauf nehmen“, meint der Dirigent.

„Es ist zwar schade, dass wir in absehbarer Zeit nicht vor Publikum spielen können, aber jetzt können wir in Ruhe bis zu den Sommerferien ein neues Programm vorbereiten um nach den Ferien, am 3. Setpember, hoffentlich unter besseren Bedingungen intensiv die Proben wieder aufzunehmen. Dann sind auch Neuzugänge wieder willkommen.“

Eva-maria Konkel

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Wahlkrimi in Polen: Das Rennen zwischen Duda und Trzaskowski

Wahlkrimi in Polen: Das Rennen zwischen Duda und Trzaskowski

Totalschaden für Vettel und Ferrari bei 85. Hamilton-Sieg

Totalschaden für Vettel und Ferrari bei 85. Hamilton-Sieg

Das Motorrad fit für die Saison machen

Das Motorrad fit für die Saison machen

Diese Autos werden 2020 zu Oldtimern - Ist Ihres dabei?

Diese Autos werden 2020 zu Oldtimern - Ist Ihres dabei?

Meistgelesene Artikel

„Beamte“ auf vier Pfoten haben eine Nase für Drogen

„Beamte“ auf vier Pfoten haben eine Nase für Drogen

20 Pfeiler tragen Querung über den Kuhbach

20 Pfeiler tragen Querung über den Kuhbach

Bürger setzen Zeichen gegen Klimawandel

Bürger setzen Zeichen gegen Klimawandel

Land unter am Pappelweg

Land unter am Pappelweg

Kommentare