Angebote zur Berufsorientierung helfen Schülern und auch Betrieben

Wegweiser in Arbeitswelt

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Blick in die Praxis: Bei einem Besuch der Maschinenfabrik Lubing konnten sich die Schüler über Produktionsabläufe informieren.

Barnstorf - Von Thomas Speckmann. In der Christian-Hülsmeyer-Schule in Barnstorf haben zahlreiche Neunt- und Zehntklässler zum Endspurt angesetzt. Der Abschluss naht. Doch wie geht es danach weiter? Besuch einer weiterführenden Schule oder vielleicht gleich eine Ausbildung? Einen hilfreichen Wegweiser in die Arbeitswelt bietet die Schule mit ihrer Berufsorientierung. Kern dieser Maßnahme ist Zusammenarbeit mit Unternehmen. Die Kooperationspartner aus der freien Wirtschaft informieren die Schüler über verschiedene Ausbildungsberufe, geben Einblicke in den Arbeitsalltag und stehen für persönliche Fragen zur Verfügung.

„Wir wollen die Schüler mit Hilfe der Betriebe dazu bringen, dass sie gezielt nach Ausbildungsberufen suchen“, sagt Birgit Luersen. Als Fachleiterin für den Bereich Arbeit/Wirtschaft kümmert sie sich um die Berufsorientierung, organisiert Termine mit Betrieben und steht Schülern mit Rat zur Seite. Unterstützung leistet Sozialpädagogin Carola Dahm, die seit Anfang dieses Jahres an der Schule beschäftigt ist.

Die Berufsorientierung stellt eine Ergänzung zu Praktika und Berufsmesse dar. Durch frühzeitige Informationen aus der Praxis sollten die Schüler besser und vor allem auch schneller ihren Weg finden können, erläutert Luersen. Aber auch die Unternehmen würden von der Kooperation profitieren. In Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels hätten sie die Chance, geeigneten Nachwuchs aus der Region zu gewinnen und aufzubauen.

Mit den in Barnstorf ansässigen Unternehmen Wintershall, Lubing und LR Facility Services sowie dem Ausbildungsverbund der Berufskraftfahrer im Landkreis Diepholz hat die Schule aktuell vier feste Kooperationspartner an der Hand, die sich für Informationsveranstaltungen zur Verfügung stellen. Ein weiterer Kontakt wurde jetzt zum Automobilhersteller Mercedes Benz geknüpft. Das Werk Bremen entsandte kürzlich drei Lehrlinge, die über Ausbildungsberufe, Bewerbungsverfahren und sonstige Anforderungen berichteten.

Im Gespräch mit den Haupt- und Realschülern berichtete Azubi Jan, dass er bei Mercedes eingestellt worden sei, obwohl er kein hervorragendes Zeugnis hatte. Im Rahmen der Bewerberwoche „Let´s Benz“ habe er durch sein Auftreten und seine Ehrlichkeit auf sich aufmerksam gemacht. „Es ist wichtig, wer du bist“, ermunterte der angehende Kraftfahrzeugmechatroniker die Haupt- und Realschüler. Seine Mitstreiter Ariana und Dario steuerten weitere Informationen über die Vorteile ihrer Ausbildung bei.

Für die Vertreter der Wintershall war der jüngste Besuch in der Christian-Hülsmeyer-Schule hingegen schon ein Stück Routine. Abteilungsleiter Peter Wellner stellte das Tätigkeitsfeld des in Barnstorf ansässigen Erdöl- und Erdgasproduzenten vor und hob den großen Bedarf an Fachkräften hervor. In der anschließenden fachpraktischen Unterrichtsstunde konnte jeder Schüler die Anforderungen zweier im voraus gewählter Ausbildungsprofile erleben. Die Präsentation sollte die Schüler motivieren, ein Praktikum oder eine Ausbildung in diesen Bereichen anzustreben.

Einen direkten Einblick in die Praxis erhielten 26 Schüler des neunten Jahrgangs an anderer Stelle. Sie besuchten die Maschinenfabrik Lubing und stießen dort gleich auf ehemalige Schüler der Christian-Hülsmeyer-Schule, die heute eine Ausbildung in dem Betrieb absolvieren. Bei einem Rundgang erhielten die jungen Besucher nicht nur einen Einblick in Versand, Lager- und Fertigungshallen. Ihnen wurden auch die einzelnen Produktionsabläufe genau erläutert.

Ein voller Erfolg sei auch die Aktion mit den Berufskraftfahrern gewesen, berichtete Luersen. Dafür hatten sich 24 Schüler auf den Weg zur Firma Rubetrans in Steinfeld gemacht. An sechs Stationen gab es Informationen, die über die Ausbildung zum Kraftfahrer weit hinaus gingen. Das Spektrum reichte vom Büromanagement bis zur Logistikdienstleistung. Nach Angaben der Fachleiterin war die Resonanz sehr positiv – sowohl von Schüler- als auch Betriebsseite.

Mit dem Verlauf der jüngsten Informationsreihe ist Luersen sehr zufrieden. Ihr Ziel ist es, die Berufsorientierung für die Neunt- und Zehntklässler – die Hauptschüler werden bereits ab der achten Klasse eingebunden – fortzusetzen und nach Möglichkeit weiter auszubauen. Aus der Schülerschaft sei unlängst der Wunsch gekommen, auch soziale Berufe wie zum Beispiel Pflege in das Programm einzubeziehen. Hier wolle sich die Schule nun um eine geeignete Partnerschaft bemühen.

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