Andreas Krautwurst spezialisiert sich auf Reparaturservice für Vollautomaten

Kaffeeduft in der Werkstatt

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Radio- und Fernsehtechniker Andreas Krautwurst schmeckt das Kaffee-Geschäft. Er repariert Automaten und bietet auch einen Verleih für Unternehmen an.

Drebber - Von Thomas Speckmann. Das Geschäft mit Kaffee floriert: Gut 150 Liter im Jahr beträgt der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland. Doch die Zeiten, in denen heißes Wasser einfach durch Filtertüten lief, sind in vielen Haushalten längst vorbei. Immer mehr Menschen setzen bei der Kaffeezubereitung auf moderne Automaten. Ein Knopfdruck genügt, und schon steht das beliebte Heißgetränk zum Genuss bereit. Andreas Krautwurst aus Drebber hat diesen Trend erkannt. Er trinkt nicht nur privat gerne ein Tässchen, sondern hat sich auch beruflich aufs Kaffeekochen spezialisiert.

In der Werkstatt des Radio- und Fernsehtechnikers an der Hauptstraße sammeln sich die Kaffeeautomaten. Einige sind fabrikneu, die meisten reparaturbedürftig. Früher haben an dieser Stelle Fernsehgeräte gestanden, doch der Markt hat sich gewandelt. „Das Geschäft in diesem Bereich ist rückläufig, viel läuft über das Internet oder große Handelsketten“, sagt Krautwurst. Er hat auf die Entwicklung reagiert. Um Flachbildschirme, Hifi-Anlagen und Antennen kümmert er sich nur noch am Rande. Seine Nase wittert jetzt Kaffeeduft. Verkauf, Vermietung und Wartung von Neu- und Gebrauchtmaschinen: Das ist sein neues Standbein.

Die Idee zur Service-Werkstatt sei vor etwa drei Jahren entstanden, erinnert sich der 43-jährige Handwerksmeister aus Drebber. Damals habe er eine Mail von Detlef Vangerow, Gründer des Internetportals „MeinMacher“, bekommen. Die Anregung des berühmten Kollegen aus dem Schwabenland, der sich in Zeiten der Wegwerfgesellschaft für eine möglichst langlebige Nutzung von Haushaltsgeräten einsetzt und ein Netzwerk für Reparaturbetriebe gebildet hat, imponiert Krautwurst.

Radio- und Fernsehtechniker Andreas Krautwurst schmeckt das Kaffee-Geschäft. Er repariert Automaten und bietet auch einen Verleih für Unternehmen an.

„Der Öko-Gedanke wird von vielen Menschen vernachlässigt“, stellt der Drebberaner fest. Anstatt defekte Elektrogeräte instand setzen zu lassen, würden diese häufig weggeworfen und durch Neuware, die heute im Handel zu erschwinglichen Preisen erhältlich sei, ersetzt. „Das hat nichts mit Nachhaltigkeit zu tun“, meint Krautwurst. Er unterstützt die „Reparaturrevolution“ und handelt jetzt nach der Devise: „Weniger verkaufen, mehr reparieren“. Im Bereich der Kaffeevollautomaten sieht der Fachmann großes Potenzial. Da es bislang kaum Reparaturwerkstätten gebe, würden Verbraucher ihre defekten Geräte häufig einschicken, um sie vom Hersteller reparieren zu lassen. Das sei umständlich, koste Zeit und Geld. Krautwurst sucht daher die kurzen Wege. Drei Annahmestellen in Cloppenburg, Stuhr und Bremen hat er bereits eingerichtet, weitere sollen folgen in der Region. „Für Diepholz, Vechta, Sulingen und Umgebung bieten wir zusätzlich einen Hol- und Bringservice an“, erklärt er.

Die Reparatur- und Wartungsarbeiten erfolgen in der Fachwerkstatt in Drebber, wo der Betriebsinhaber mittlerweile drei Mitarbeiter beschäftigt. Was die Fachleute beim Öffnen der Geräte zuweilen zu sehen bekommen, verschlägt ihnen fast die Sprache. Aus Schimmel bestehende Innenleben sind keine Seltenheit. Nicht nur aus diesem Grund empfiehlt der Fachmann: „Regelmäßige Wartung ist sehr wichtig, bei häufiger Nutzung am besten einmal im Jahr.“

Aber Krautwurst haucht nicht nur Gebrauchtgeräten für den Privathaushalt ein zweites Leben ein, sondern kümmert sich auch um die weitaus größer dimensionierten Vending-Automaten und Wasserspender für Kantinen und Büros. Erst kürzlich hat er einen Vertrag für ein Dutzend Anlagen mit einem Unternehmen aus der Region geschlossen. Er vermietet die Geräte, kümmert sich um Anschluss und Wartung und sorgt auch für Nachschub an Kaffeebohnen. Ob Latte Macchiato, Cappuccino, Espresso oder Schokolade: Die Mitarbeiter haben die freie Wahl.

Doch Vorsicht bei der Kaffeesorte: „Je nach Automat kann Kaffee ganz anders schmecken“, hat Krautwurst festgestellt. Technik und Wasser hätten Einfluss auf den Geschmack. Sein Favorit etwa, eine Kreation aus der Murnauer Kaffeerösterei, käme nicht überall zur Entfaltung. Da müsse zuweilen bei der Auswahl experimentiert werden. An Alternativen mangelt es dabei nicht. Denn das Warenangebot hat sich genauso entwickelt wie die Technik. Schnell und praktisch!

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