Für den Erhalt der Artenvielfalt

Analyse der Walsener Teiche in Barnstorf gibt Aufschluss über Biodiversität und Maßnahmen

Nach einleitenden Worten von Heino Märtens (Vorsitzender FV Barnstorf; Bildmitte) trugen Thomas Klefoth (links) und Matthias Emmrich die Ergebnisse der Analyse an den Walsener Teichen vor.
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Nach einleitenden Worten von Heino Märtens (Vorsitzender FV Barnstorf; Bildmitte) trugen Thomas Klefoth (links) und Matthias Emmrich die Ergebnisse der Analyse an den Walsener Teichen vor.

Barnstorf – Die Artenvielfalt in den Walsener Teichen in Barnstorf ist im bundesweiten Vergleich sehr gut. Doch es bedarf Maßnahmen, um die Biodiversität langfristig zu halten oder weiter voranzutreiben. Das sind die Erkenntnisse zur Umwelt und dem Fischbestand in den Walsener Teichen, die im Rahmen des Projektes „Baggersee“ erzielt und jetzt vorgestellt wurden.

Die Forschung, an der sich der Fischereiverein Barnstorf seit 2016 beteiligt, umfasst vier Gewässeruntersuchungen: Eine Tiefenkartierung ergab, dass die Walsener Teiche eine maximale Tiefe von 1,2 Metern aufweisen. Im Schnitt ist der rund 2,59 Hektar große Teich rund einen halben Meter tief.

Mit Hilfe von Elektrofischerei in Ufernähe und dem Einsatz von Kiemennetzen mit unterschiedlicher Maschenausprägung untersuchten die Forscher den Fischbestand in dem Barnstorfer Teich.

Zwölf verschiedene Fischarten beheimatet

Das Ergebnis: In den Walsener Teichen befindet sich ein für das Gewässer typischer Fischbestand. Mit insgesamt zwölf verschiedenen Arten fällt dieser aber relativ hoch aus.

Forscher und Fischereiexperten untersuchten die Länge der gefangenen Exemplare. Dabei kam heraus, dass es neben einem großen Aufkommen an Kleinfischen, und einigen ausgewachsenen Tieren, nur wenige mittelgroße Fische in den Walsener Teichen gibt. Grund dafür könnten Fressfeinde wie der Kormoran sein.

17 interessierte Barnstorfer nahmen an der Vortragsveranstaltung zum Projekt „Baggersee“ im Meyer-Kösterhaus teil.

Dass das Gewässer von einer großen Strukturarmut geprägt ist, ergab die Erfassung der Uferstruktur. Pflanzen fehlen sowohl im als auch auf dem Wasser. Der Boden der Walsener Teiche ist überwiegend sandig oder schlammig. Lokal fanden die Forscher Totholz, das in den Teich ragt und Fischen Schutz bieten kann.

Was sowohl gut für den Bestand der Fische, aber auch schädlich für das Gewässer sein kann, ist der erhöhte Nährstoffgehalt.

Empfehlung der Gewässerexperten

Die Empfehlung der Gewässerexperten lautet: Die Ansiedlung von Wasserpflanzen sollte angestrebt werden. Flachwasserzonen oder der Eintrag von Totholz könnten weitere Vorteile für die Walsener Teiche erzielen. Dies hätte zudem positive Einflüsse auf den Nährstoffgehalt des Wassers und würde auch den Fischen zu Gute kommen.

„Die Ergebnisse der Studie spiegeln unsere Erfahrungen aus den Hegefischen wieder. Sie zeigen uns auch, dass regelmäßige Besatzmaßnahmen in den Walsener Teichen zum Erhalt der Artenvielfalt nötig sind“, sagte Heino Märtens, Vorsitzender des Barnstorfer Fischereivereins.

Diskussion nachVortrag

Bei der Diskussion, die dem Vortrag von Matthias Emmrich (Anglerverband Niedersachsen) und Thomas Klefoth (Hochschule Bremen) im Meyer-Kösterhaus folgte, beteiligten sich einige Anwesende: „Der erste Schritt sollte darin liegen, den Hege-Einsatz des Fischereivereins und seiner Mitglieder für das Gewässer zu würdigen und aus der Bevölkerung Anerkennung und Unterstützung zu signalisieren“, so Elke Oelmann, Bürgermeisterin des Fleckens Barnstorf.

Auf die große Zahl an Graugänsen, die an den Walsener Teichen leben, machte Helmut Klug aufmerksam: „Die vielen Tiere bringen zusätzliche Nährstoffeinträge in das Gewässer, was die Situation nicht besser macht.“

Stillgewässer bereitet Sorgen

Märtens äußerte sich besorgt, dass das Stillgewässer in einigen Jahren „umkippen“ und es damit keine Überlebens-Chance mehr für die darin lebenden Fische geben könnte.

Dem könnte durch eine Ausschlammung entgegengewirkt werden.

Mit einem Bagger wolle der Verein, mit Unterstützung der Gemeinde, nährstoffreichen Schlamm aus einem Zwischenteil der Teiche entnehmen. Im selben Zuge könnte die dort ansässige Holzbrücke ausgebessert werden.

Die Experten schlugen weiterhin vor, Großmuscheln zur Klärung des Wassers im Barnstorfer Gewässer anzusiedeln.

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