Apotheker dürfen impfen

Alte Apotheke impft nicht: Leiterin Heike Brauneck erwartet Fokus auf Barnstorfer Hausärzte

Die Alte Apotheke in Barnstorf vergibt keine Termine für eine Corona-Impfung.
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Die Alte Apotheke in Barnstorf vergibt keine Termine für eine Corona-Impfung.

Die Alte Apotheke in Barnstorf bietet keine Impftermine gegen das Coronavirus an. Leiterin Heike Brauneck erklärt die Gründe und spricht sich für einen Fokus auf Hausärtze aus.

Barnstorf – Apotheker seien in der Regel keine Impf-Experten, erklärt Heike Brauneck, Filialleiterin der Alten Apotheke in Barnstorf aus erster Hand. Deswegen hofft die Apothekerin darauf, dass die Hausärzte im Ort bei der Versorgung mit Impfstoffen priorisiert werden. Ohnehin ist es für Apotheken noch gar nicht erlaubt, in Eigenregie Impfungen und Termine anzubieten.

Nur Apotheker mit Sonderschulung dürfen impfen

Nach derzeitigem Recht sei es nur Apothekerinnen und Apothekern mit einer Sonderschulung erlaubt, Corona-Impfungen zu verabreichen. Diese Schulung ist Teil eines Pilotprojektes (siehe Infobox). Die Alte Apotheke ist nicht Teil davon. Deswegen habe Brauneck genauso wie ihre Kollegen in Barnstorf keinerlei Erfahrung in Bezug auf aktives Impfen. „Ich würde es nur machen, wenn ein Arzt in der Nähe ist“, sagt sie, denn lebensbedrohliche allergische Reaktionen seien zwar enorm selten, aber nie ausgeschlossen. „Ich könnte nicht helfen, wenn das passiert. Da habe ich nicht die Ausbildung für“, erklärt Filialleiterin. Inwieweit Apothekerinnen und Apotheker mit entsprechender Zusatzausbildung in der Lage seien, bei Impfkomplikationen schützend und gegebenenfalls lebensrettend zu agieren, könne Brauneck nicht beurteilen: „Ich habe mich nicht intensiv mit der Sonderschulung auseinandergesetzt, weil das bei uns in der Apotheke kein Thema ist.“

Impf-Sonderschulung 

Apotheker dürfen derzeit nur Corona-Impfungen verabreichen, wenn sie zwei Bedinungen erfüllen: Sie müssen Mitarbeiter eines Impfzentrums oder als Teil eines mobilen Impfteams sein und sie müssen zusätzlich eine Sonderschulung für eine Grippeimpfung im Rahmen eines bundesweiten Modellversuchs in Kooperation mit der AOK erfolgreich abgeschlossen haben. Dieser Versuch erlaubt es teilnehmenden Apotheken seit September 2021 Grippeimpfungen in den eigenen Räumen anzubieten.

Darüber hinaus sieht sie zumindest für Barnstorf keine Notwendigkeit, Apotheker – also prinzipiell Fachfremde – in die Impfkampagne einzubeziehen. „Wir sollten diejenigen mit Impfstoff versorgen, die wollen und können“, sagt Brauneck und meint damit die Hausärzte in Barnstorf. In Gesprächen mit ihnen habe man ihr signalisiert, dass in den Praxen ausreichend Kapazitäten vorhanden seien. „Die Ärzte würden gerne mehr impfen, aber es fehlt ihnen der Impfstoff“, meint die Apothekerin. „Warum sollen wir dann was machen, wenn sie es schaffen können?“ Für Brauneck fühle es sich „nicht richtig“ an, sollten durch impfende Apotheken noch weniger Dosen bei den Ärzten ankommen.

Alte Apotheke Barnstorf: Kunden fragen nach Impfterminen

Die Apothekerin wundert sich über eine Sache: „Seit rund zwei Wochen versuchen manche Menschen, bei uns einen Impftermin zu bekommen“ – und das obwohl Apotheken in Deutschland (noch) gar keine selbstständigen Impfungen anbieten dürfen. Doch selbst wenn das in Zukunft erlaubt werden sollte, sieht die Filialleiterin die Alte Apotheke nicht in der Lage dazu: „Wir laufen personell sowieso schon nah am Limit. Impfen wäre momentan für uns nicht möglich, weil dann noch mehr Aufwand hinzukommen würde – Spritzen aufziehen, Gespräche führen.“

Heike Brauneck fasst zusammen: „In der Alten Apotheke bieten wir keine Impfungen gegen das Coronavirus an.“

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