Für Eigenständigkeit und Ortsumgehung

Alexander Grimm beantwortet Fragen der Redaktion

Alexander Grimm ist einer der drei Kandidaten für das Amt des Barnstorfer Samtgemeindebürgermeisters und stellt sich den Fragen der Redaktion.
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Alexander Grimm ist einer der drei Kandidaten für das Amt des Barnstorfer Samtgemeindebürgermeisters und stellt sich den Fragen der Redaktion.

Barnstorf – Drei Kandidaten stehen bei der Kommunalwahl am 12. September auf dem Stimmzettel zur Wahl für das Amt des Barnstorfer Samtgemeindebürgermeisters. In Form eines Interviews beantworten alle drei Anwärter die selben Fragen, die die Redaktion ihnen gestellt hat. Als zweites gibt SPD-Mann Alexander Grimm seine Antworten.

Was gefällt Ihnen in der Samtgemeinde Barnstorf besonders gut, und was ist nicht so attraktiv?

Jede Mitgliedsgemeinde hat ihre Besonderheiten, die es zu bewahren und zu fördern gilt. Die ausgeprägte Vereinslandschaft und die unterschiedlichen sozialen Institutionen innerhalb der Samtgemeinde sind ein Aushängeschild, eine Visitenkarte unserer Gemeinschaft. Zudem, das dürften die letzten 18 Monate gezeigt haben, verfügt die Samtgemeinde über einen hohen Zusammenhalt innerhalb der Bevölkerung. Das Engagement der vielen ehrenamtlichen Helfer ist dabei eine tragende Säule. Ausbaufähig ist sicherlich das Freizeitangebot für Jung und Alt, das Angebot an Gewerbeflächen für Kleinunternehmer und die Ganztagsbetreuung.

Sehen Sie die Notwendigkeit einer Barnstorfer Umgehungsstraße?

Die Notwendigkeit einer Ortsumgehung ist unbestritten. Zum einen schafft sie eine deutliche Entlastung innerhalb des Flecken Barnstorf, zum anderen hat sie nach meiner Auffassung erhebliches Potenzial zur weiteren gewerblichen Entwicklung für Eydelstedt, Barnstorf und die Samtgemeinde. Das bedeutet, dass zum Beispiel bislang noch innerorts angesiedelte und insbesondere neue Unternehmen an den Verlauf der neuen Trasse gelegt werden können. Beim Verlauf der Trasse muss darauf geachtet werden, dass Beeinträchtigungen für Mensch und Natur so gering wie möglich gehalten werden. Ich werde die Verantwortlichen im Land und beim Bund davon überzeugen, dass die Ortsumgehung für alle von großem Nutzen und für die zukünftige Entwicklung der Samtgemeinde sehr wichtig ist.

Was ist Ihr Vorschlag zur Lösung des Problems der Abwasserbeseitigung in Barnstorf ?

Die Kläranlage der Samtgemeinde muss technisch und umwelttechnisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Das Kanalnetz ist eines der größten in der Region und verursacht dementsprechend hohe Kosten. Leider sind Investitionen in der Vergangenheit nicht so getätigt worden, wie sie notwendig gewesen wären. Da die Beziehungen zwischen umwelttechnischen, vergaberechtlichen und abrechnungstechnischen Belangen äußerst komplex sind, würde ich die Übertragung des Betriebes der Kläranlage an einen regional erfahrenen Verband unterstützen, dabei aber eine Mitsprache der Samtgemeinde bei der Gestaltung der Abwassergebühren sicherstellen. Die endgültige Entscheidung trifft der Rat.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Diepholz: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Welchen Stellenwert hat für Sie das Thema Klimaschutz in Barnstorf?

Selbstverständlich ist es auch eine Verpflichtung der Samtgemeinde Barnstorf, hier einen Beitrag nach unseren Möglichkeiten zu leisten. Dass die Samtgemeinde zukünftig über immense finanzielle Fördermöglichkeiten aus eigener Kraft verfügen wird, ist ein Irrglaube. Wir können jedoch in kleinen Bereichen punktuell durch Beratung und Mithilfe bei privat geplanten Vorhaben unterstützen, wenn die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen passen. Gleiches gilt für die seit 2011 durch Bürgerinnen und Bürger gegründete Genossenschaft Öko Energie Huntetal. Diese betreibt unter anderem die Solardächer auf der Vereinssporthalle und der Christian-Hülsmeyer-Schule Barnstorf. Ein Solarkataster wäre dabei hilfreich. Die Reduzierung des CO2-Austoßes öffentlicher Gebäude und Akquise von entsprechenden Förderungen stehen dabei natürlich auf meiner Agenda.

Wie sehen Sie die Zukunft des ÖPNV in Barnstorf beziehungsweise der Bahnverbindung der Samtgemeinde?

Eine Arbeitsgruppe aller Fraktionen des Samtgemeinderates hat bereits eine Verbesserung der Verbindung in den späten Abendstunden erarbeitet. Die Linie 125 ab Twistringen soll an den Wochenenden eine späte Rückkehr aus Bremen ermöglichen. Möglicherweise wird dieses Angebot durch den Bund gefördert. Die Schaffung von Verbindungen innerhalb der Samtgemeinde halte ich für erstrebenswert. Ältere und jüngere Einwohnerinnen und Einwohner hätten die Möglichkeit, kleinere Einkäufe zu erledigen oder Freunde zu besuchen. Allerdings ist dies ohne erhebliche Förderungen durch das Land oder den Bund nicht finanzierbar. Die Entwicklung eines Konzepts ist jedoch notwendig, um bei einer entsprechenden Förderung schnell reagieren zu können. Als Berufspendler kenne ich den Wert eines guten ÖPNVs.

Was wollen Sie in der Samtgemeinde Barnstorf auf keinen Fall?

Ich habe mich gegen die Bildung einer Einheitsgemeinde ausgesprochen, da für mich die Vorteile einer Samtgemeinde überwiegen. Die Mitgliedsgemeinden können so in ihrer Zuständigkeit eigene Entscheidungen treffen. Zudem ist mit mir eine Überschuldung der Haushalte und eine daraus resultierende Erhöhung der Abgaben nicht zu machen. Daher bin ich auch vorsichtig bei Versprechungen, da wir nur das ausgeben können, was uns auch tatsächlich zur Verfügung steht. Ausnahmen würde ich nur befürworten, wenn dies für die Zukunft zwingend notwendig wäre. Windkraftanlagen werden weiterhin ein Thema in der Samtgemeinde sein. Hier müssen alle Beteiligten an einen Tisch. Es gilt zu vermeiden, dass Anlagen überall in die Höhe wachsen und Anwohner stören, gleichzeitig dürfen wir aber die Ressource Wind in Barnstorf nicht ungenutzt lassen.

Im Live-Ticker zur Kommunalwahl in Niedersachsen berichtet kreiszeitung.de am Sonntag, 12. September 2021, über die aktuellen Entwicklungen, die Ergebnisse, die gewählten Bürgermeister und Landräte.

Alexander Grimm

Alexander Grimm ist 48 Jahre alt, verheiratet, hat einen Sohn und stammt aus Barnstorf. Er ist Diplom-Verwaltungswirt und seit 29 Jahren bei der Freien Hansestadt Bremen beschäftigt. Grimm gehört der Barnstorfer SPD-Fraktion an und besetzt seit 2011 einen Sitz im Barnstorfer Samtgemeinderat.

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