Institut befragt Bürger

Barnstorfer Wahllokal für Berichterstattung der ARD ausgewählt

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Im Mehrgenerationenhaus war das Forschungsinstitut „Infratest dimap“ im Auftrag der ARD aktiv. Peter Friedrich Leue vom Hofe sammelte Daten für die Prognosen.

Barnstorf - Zahlreiche Barnstorfer trugen dazu bei, dass die Bundesbürger gestern Abend schon ziemlich früh wussten, wie die Bundestagswahl 2017 ausging. Das Mehrgenerationenhaus an der Dr.-Rudolf-Dunger-Straße war eines von insgesamt 624 Wahllokalen im Bundesgebiet, das vom Forschungsinstitut „Infratest dimap“ für die Berichterstattung der ARD ausgewählt wurde.

Peter Friedrich Leue vom Hofe hatte sich schon am frühen Morgen mit einem kleinen Stand im Eingangsbereich der Einrichtung postiert, um die Bürger zur Teilnahme an der repräsentativen Wählerbefragung zu motivieren. Er bat die Besucher nach der Abgabe der echten Stimmzettel darum, noch einmal ihr Kreuz bei den jeweiligen Parteien und Direktkandidaten zu machen. „Alles freiwillig und anonym. Es wird kein Name angegeben“, versicherte der Freiberufler aus Diepholz.

Jeder sechste Teilnehmer bekam neben dem Stimmzettel einen kurzen Fragebogen zu seiner Wahlentscheidung an die Hand. Hier wurden unter anderem Altersgruppe und Geschlecht, Schulabschluss und Beruf sowie politische Orientierung abgeklopft. Wann haben Sie ihre Wahlentscheidung zur Bundestagswahl getroffen? Was war für die Wahl Ihrer Partei am Wichtigsten? Welche Partei haben Sie bei der letzten Bundestagswahl im September 2013 gewählt? Aus den Antworten ließen sich Erkenntnisse zum Wahlverhalten der Bürger, beispielsweise zu den Wechselwählern, gewinnen, berichtete Leue vom Hofe.

Freude über Bereitschaft der jungen Leute

Er gab die Daten im Laufe des Tages an die Zentrale des auf politische Meinungs- und Wahlforschung spezialisierten Umfrageinstituts weiter. Die siebte und letzte Übermittlung war für 17.10 Uhr angesetzt, also knapp eine Stunde bevor die ersten Prognosen, Hochrechnungen und Analysen im Ersten präsentiert wurden. „Die Prognose ist heute schon fast so genau, wie das amtliche Wahlergebnis“, sagte der Mitarbeiter.

Wie viele Bürger aus dem Barnstorfer Wahlbezirk sich an der Umfrage beteiligten, gab der Mitarbeiter aus Datenschutzgründen nicht bekannt. Manche lehnten das Angebot dankend ab, andere wiederum nahmen sich gerne eine Minute Zeit, um die Aktion zu unterstützen. Eine von ihnen war Mandy Rexforth, die erstmals an der Bundestagswahl teilnehmen durfte und von diesem Recht auch ganz bewusst Gebrauch machte: „Ich finde es wichtig, gerade als junger Mensch die Politik mitzubestimmen“, erklärte die 18-jährige Barnstorferin.

Hauptgrund für Wechsel war Barrierefreiheit

Der Wahlvorstand im Mehrgenerationenhaus freute sich über die Bereitschaft der jungen Leute und zeigte sich mit der Wahlbeteiligung recht zufrieden. Sie stieg in der Samtgemeinde Barnstorf von 70,1 auf 37,4 Prozent. Manche Wähler hatten allerdings nicht die Benachrichtigung für die Bundestagswahl dabei, sondern die vor wenigen Tagen verschickte Karte für die Landtagswahl. Die Verwaltung hatte den Titel zwar noch farblich markiert, aber das blieb offenbar teilweise unbemerkt.

Außerdem folgten einige Bürger aus dem Wahlbezirk 1 der Macht der Gewohnheit. Sie steuerten zunächst das Gasthaus „Schröders“ an, das über viele Jahre als Wahllokal gedient hatte und nun durch die Einrichtung an der Dr.-Rudolf-Dunger-Straße abgelöst wurde. Hauptgrund für den Wechsel war die bessere Barrierefreiheit. „Das hat sich schon bewährt“, stellte Wahlvorstandsmitglied Anne Bergmann gestern fest. Es seien viele ältere Menschen mit Rollstuhl oder Rollator gekommen, die in der näheren Umgebung wohnen würden. Auch aus Wählerkreisen gab es positive Rückmeldungen: „Das ist günstiger bei euch“, lobte eine Seniorin mit Gehhilfe. 

sp

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