Auf Gut Adelhorn wartet ein abwechslungsreiches Programm am 7. Juni

Vielfalt der Landwirtschaft

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Das Gut Adelhorn in Drentwede besteht seit 750 Jahren. Dieses Jubiläum wird am Sonntag, 7. Juni, groß gefeiert.

Drentwede - Von Thomas Speckmann. Es vergeht kaum eine Stunde, in der das Telefon nicht klingelt. Auch wenn das Programm steht, sind noch unendlich viele kleine Details zu klären. Da kann die Bügelwäsche schon mal liegen bleiben oder das Essen etwas später auf den Tisch kommen. Angesichts der aufwändigen Vorbereitungen machen Jens und Nicole Schwichtenberg noch einen recht entspannten Eindruck. Sie sind guter Dinge und freuen sich auf das näher rückende Großereignis. Am Sonntag, 7. Juni, wird das 750-jährige Bestehen ihres Gutes Adelhorn im Rahmen eines „Tages des offenen Hofes“ gefeiert.

Noch herrscht idyllische Ruhe auf dem großzügigen Anwesen in der Gemeinde Drentwede. Doch das wird sich spätestens in einer Woche schlagartig ändern. Die Gastgeber rechnen am Veranstaltungstag von 11 bis 18 Uhr mit mehreren tausend Besuchern. Das Publikum wird sich bei freiem Eintritt rund um das Thema Landwirtschaft informieren können. Dafür spricht ein Angebot, das seinesgleichen sucht.

„Unser Ziel ist es, Öffentlichkeitsarbeit für die Landwirtschaft zu machen“, erklärt Jens Schwichtenberg. Er weiß nur zu gut, dass das Image seiner Branche nicht das beste ist, immer wieder neue Meldungen durch die Medien gehen, in denen Kritik an Massentierhaltung, Gentechnik oder Überdüngung geübt wird. Für den Hofbesitzer geht es darum, den Menschen Informationen aus erster Hand zu liefern. Ob sich mit dem Aktionstag viel bewegen lasse, wisse er nicht. Aber ein Versuch sei es wert. „Wichtig ist, dass man den Dialog sucht“, unterstreicht der Landwirt.

Der Familie Schwichtenberg ist es gelungen, mehr als 60 Partner für den informativen und zugleich unterhaltsamen Tag zu gewinnen. Ob Unternehmens- und Landberatungen, Landwirtschaftskammer und Landvolk, Genossenschaften, Lohnunternehmer oder Tiermediziner: Sie alle ziehen bei der Ausstellung an einem Strang. Das Spektrum reicht von Schweinehaltung und Ackerbau über Forstwirtschaft und Jagd bis hin zu Biogas.

Einen Blick in seine Schweineställe kann der Hofbesitzer, der aktuell über 750 Mastplätze verfügt, aus hygienischen Gründen verständlicherweise nicht gewähren. Als Ersatz wird ein so genanntes Schweine-Mobil aufgefahren. Darauf tummeln sich mehrere echte Tiere, umgeben von einer komfortablen Lüftungs-, Tränke- und Futtertechnik. „Wie im echten Stall“, sagt Schwichtenberg. Rund herum stünden Viehvermarkter, Spediteure und Mediziner für Fragen zur Verfügung.

Das Thema Ackerbau wird den Besuchern auf einem angrenzenden Feld näher gebracht. Dort hat der Landwirt bereits vor einigen Monaten ein Spritzfenster angelegt. Es macht deutlich, wie sich Pflanzenschutz auf Getreide auswirkt. Eine große Rolle spielt zudem der Kartoffelanbau. Zur Veranschaulichung werden Maschinen und Geräte präsentiert. Am Rad der Zeit drehen die Oldtimerfreunde Ellinghausen. Sie stellen alte Traktoren aus.

In einem Wald unweit der Hofstelle kommt der forstwirtschaftliche Aspekt zum Tragen. Zu Demonstrationszwecken werden Bäume mit einem Holzvollernter gefällt. „Die meisten Leute sehen solche Maschinen nie im Einsatz“, weiß Schwichtenberg. Er freut sich zudem, dass mehrere Betriebe die Verwendung von Holz, beispielsweise für die Heizung, aufzeigen. In Gesprächen mit einem Förster soll die Nachhaltigkeit der Forstwirschaft aufgezeigt werden. Unterdessen informiert die Jägerschaft über die Hege und Pflege in den Wäldern.

Um das Thema Biogas zu beleuchten, wird ein Pendelverkehr zur eineinhalb Kilometer entfernten Anlage angeboten. Diese betreibt Schwichtenberg mit drei weiteren Gesellschaftern aus der Region. Neben der Technik werden Maisanbau und -ernte sowie die Ausbringung des Substrates thematisiert. Also die komplette Kette dieser regenerativen Energieerzeugung.

Wer bei diesem Mammut-Programm selbst einen Energieschub benötigt, wird an den Imbiss- und Getränkeständen fündig. Besonders begehrt bei den kleinen Besuchern dürften die zahlreichen Spieleangebote sein. Hier können die Veranstalter ebenfalls auf die Mithilfe mehrerer Organisationen bauen. Die Familie Schwichtenberg freut sich über die Unterstützung aus der Dorfgemeinschaft. Etwa 200 Helfer wollen zum Gelingen dieses besonderes Tages beitragen.

www.gut-adelhorn.de

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