Abgeordneter Hocker berichtet

„Reißleine trotz roten Teppichs“ bei Jamaica in Berlin

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Bundestagsabgeordneter Dr. Gero Hocker (stehend) referierte bei der Nikolausfeier der Liberalen in Barnstorf.

Barnstorf - „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende!“ So kommentierte der Bundestagsabgeordnete Dr. Gero Hocker (FDP) den Abbruch der Sondierungsgespräche mit CDU, CSU und Grünen durch Parteichef Christian Lindner in Berlin. Bei der Nikolausfeier des FDP-Ortsverbandes Samtgemeinde Barnstorf im Café „Alter Speicher“ in Barnstorf berichtete der Parlamentarier aus Achim über die gescheiterten Gespräche auf Bundesebene.

Hocker stellte sich hinter die Verhandlungspartner seiner Partei, wie aus einer Pressemitteilung des Ortsverbands hervorgeht. Seiner Meinung hätten die Beteiligten in Berlin fünf Wochen nur kleinteilig verhandelt, sich wechselseitig Wahlprogramme vorgetragen, und nicht geklärt: Wo will man hin? Hier habe aus seiner Sicht die Bundeskanzlerin ganz klar versäumt, Sinn und Richtung für eine Jamaika-Koalition zu geben.

Insgesamt 237 Punkte seien am Abend des 19. November ungeklärt gewesen. Dabei seien die bedeutenden Punkte der Liberalen von der Union und den Grünen in keiner Weise berücksichtigt worden. „Und trotz ausgerollten roten Teppichs zur Vizekanzlerschaft und zum Finanzministerium hat die FDP die Reißleine gezogen und Rückgrat gezeigt“, erklärte Hocker weiter.

„Hier vor Ort war und ist diese Entscheidung nicht unumstritten“, gab Ortsverbandsvorsitzender Reinhard Börger die Stimmung an der Basis wieder. Viele Bürger würden sich fragen: „Denken die Parteien zu sehr an die eigenen Interessen, als an das große Ganze? Fehlt allgemein die Bereitschaft zum Kompromiss, dem Lebenselixier der Demokratie?“

„Gründe müssen noch deutlicher kommuniziert werden“

„Die Gründe für den Abbruch müssen noch deutlicher kommuniziert und öffentlich gemacht werden“, meinte das Barnstorfer FDP-Urgestein Wilfried Buschmann. Er sei froh über den eingeschlagenen Weg seiner Partei. Sie sollte sich nicht bangemachen lassen. Zustimmendes Nicken bei Parteifreund und Landtagsvizepräsident a.D. Hans-Werner Schwarz: „Ganz viele Menschen haben großes Verständnis, das unsere Partei Haltung bewahrt und Berechenbarkeit gezeigt hat. Elf Neueintritte im Kreisverband seit dem 19. November können unser Selbstbewusstsein nur stärken.“

Die Vertreter des Ortsverbands dankten Hocker für seinen Bericht aus der Bundeshauptstadt. „Dieser Ausflug vom Leben im Barnstorfer Ortsverband in die große Berliner Politik hat bei uns zu weiterem Verständnis der FDP-Spitze beigetragen“, erklärte Pressesprecherin Jasmin Mc Laughlin. Gelegenheit zum lockeren Austausch gab es noch bei einem Flammkuchen-Essen.

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