Neujahrskonzert ausverkauft

„Female Affairs“: A-cappella-Vorträge mit Parodie, Witz und Charme

+
Die A-cappella-Gruppe „Female Affairs“ gastierte zum dritten Mal in Barnstorf. Die fünf Damen sangen sich in die Herzen der Zuschauer. Dabei wurden sie von Peter Wehrmann, dem Weltrekordhalter im Dauerbeatboxen, unterstützt.

Barnstorf - Von Simone Brauns-Bömermann. Mit der Verpflichtung von „Female Affairs“ hatte der „Treffpunkt Kultur“ erneut ins Schwarze getroffen. Bereits zum dritten Mal gastierte die sechsköpfige A-cappella-Gruppe in Barnstorf. Das Neujahrskonzert war bereits im Vorfeld ausverkauft. Knapp 120 Besucher strömten in den großen Saal des Rathauses, um die Sänger mit ihrem neuen Programm „Mixtape 2.0“ zu erleben.

„Mixtapes gibt es ja eigentlich gar nicht mehr, weil es keine Kassettenrecorder mehr gibt“, erklärte Bandgründerin Ute Winkelmann zu Beginn des Konzertes. Im physischen Sinn hatte sie durchaus Recht, denn die Zeiten, als Radiohörer noch punktgenau die Aufnahmetaste drückten, sind vorbei. Doch in digitaler Form gibt es Mixtapes als Sammlung der aller größten Lieblingshits durchaus noch. So hat der Musik-Streaming-Dienst Spotify vor zwei Jahren sein Angebot durch ein neues Feature erweitert. Es heißt „Dein Mixtape“ und wird in Fachkreisen als ernst zu nehmende Konkurrenz fürs Radio diskutiert.

Nicht nur die Techniken haben sich verändert, auch die A-cappella-Gruppe hat sich neuformiert. Hatte „Female Affairs“ in der Anfangszeit eine rein weibliche Besetzung, kam vor zwei Jahren „Pete the Beat“ alias Peter Wehrmann aus Hannover hinzu. Ein weiteres neues Gesicht ist Britta Dinkelbach, die schon in Schulzeiten zwischen Klassik und Punkrock pendelte und sich auch in die Jazz-Szene hineinwagte.

Der „Treffpunkt Kultur“ hielt in der Konzertpause kleine Erfrischungen für die mehr als 100 Besucher bereit.

Was alle sechs Mitglieder der Gruppe kennzeichnet, ist die große Leidenschaft zur Musik und ihrem Publikum. Ihr herzerfrischendes Programm haben sie ganz demokratisch zusammengestellt. Wünsche jedes Einzelnen seien berücksichtigt worden, wie Peter Wehrmann beim Auftritt in Barnstorf berichtete: „Ich bin zwar die Beatbox, aber meinen Lieblingssong möchte ich gerne selbst singen“, sagte der Weltrekordhalter im Dauerbeatboxen. Sein Favorit: „One Day We´re Gonna Get So High” von der Lighthouse Family.

Das Spektrum reichte von Folk und Pop über Soul und Jazz bis hin zur Klassik. Dass die Sängerinnen gerne den Spiegel vorhalten, machte bereits der erste Song von Michael Jackson deutlich. Nicht nur bei dessen Hit „Man In The Mirror“, auch bei anderen Liedern wechselten sich die Künstler immer wieder ab. Mal formierten sie sich zu ihrer festen Besetzung im Vokalorchester, dann traten wieder die Solostimmen hervor. Die Sounds waren durchaus bekannt, aber die Inhalte neu getextet.

Der funkige Song „Streetlife“ von Randy Crawford inspirierte die Gruppe zu einer Umdichtung. Dabei sang Jördies Treude über die leidige „Nieszeit“ und erbat ein Papiertaschentuch aus der ersten Reihe. „Hätten Sie es gern zurück?“, lautete die Frage nach dem Schnäuzen. Auch an anderen Stelle strotzten die Texte voller Kompositionsfreude. Das reichte bis zur Idee, das störende Grünzeug für Allergiker einfach weg zu sprengen.

Auch David Bowie interpretiert

Was auf dem besagten Mixtape nicht fehlen durfte, war ein Beitrag des legendären David Bowie. Sein Song „Life On Mars“ musste einfach in den Rucksack voller Musikwünsche, unterstrich Ute Winkelmann. Ihr Kollegin Almut Treude offenbarte eine Vorliebe für Bodypercussion, Stomp, Jethro Tull und U2. Sie charakterisiert sich gerne als Antreiber der Truppe, frei nach dem Motto: „Nicht erstarren“.

Im Laufe des fast zweistündigen Konzertes kamen viele berühmte und schwer zu interpretierende Songs zu Gehör. Es waren die großen Lieblingslieder zum Träumen. Darunter einige Balladen, die nie am Ende abgewürgt werden dürfen, aber auch heitere Stücke wie „Time Warp“ aus der „Rocky Horror Picture Show“. Mit seinen Songs zappte sich das Ensemble durch die Welt der Serien- und Filmmusiken.

Das Prädikat „Art of Mouth“ hatten sich die fünf Damen und ihr Mann mehr als verdient. Sie zelebrierten A-cappella in Perfektion mit Parodie, Witz und Charme. Dabei suchten sie auch immer wieder den Kontakt zum heimischen Publikum und untermauerten damit eine weitere Stärke. Bestimmt waren sie nicht das letzte Mal in Barnstorf.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Genua nimmt Abschied von den Opfern des Brückeneinsturzes

Genua nimmt Abschied von den Opfern des Brückeneinsturzes

La Strada in Rotenburg - der Eröffnungsabend 

La Strada in Rotenburg - der Eröffnungsabend 

Griechenland sagt Deutschland Rücknahme von Flüchtlingen zu

Griechenland sagt Deutschland Rücknahme von Flüchtlingen zu

Fernbus kippt um - 22 Verletzte bei Unfall nahe Rostock

Fernbus kippt um - 22 Verletzte bei Unfall nahe Rostock

Meistgelesene Artikel

Brand an der B6: Zahlreiche Autofahrer benachrichtigen Einsatzkräfte

Brand an der B6: Zahlreiche Autofahrer benachrichtigen Einsatzkräfte

30 Jahre nach Geiseldrama: Gedenkfeier für Silke Bischoff in Heiligenrode

30 Jahre nach Geiseldrama: Gedenkfeier für Silke Bischoff in Heiligenrode

Erstmals Kinderanimation zum Start des Brokser Markts

Erstmals Kinderanimation zum Start des Brokser Markts

AMC feiert Sonntag 60-jähriges Bestehen

AMC feiert Sonntag 60-jähriges Bestehen

Kommentare