25 Personen erhalten erste Dosis

Dezentrales Impfen in Barnstorf gestartet: Terminvergabe bewährt sich

Impfwillige warten beim dezentralen Impfen im ehemaligen Wintershall-Verwaltungsgebäude auf ihre Impfung.
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Alle 200 Impfdosen verimpft: Durch die Terminvergabe bilden sich nur kleine Schlangen im Verwaltungsgebäude, aber nicht davor.

Alle 200 Impfdosen hat das mobile Team des DRK beim dezentralen Impfen in Barnstorf verabreicht. Darunter waren 25 Erstimpfungen.

Barnstorf – Die gute Nachricht zuerst: Von den 200 vorhandenen Impfdosen hat das mobile Impfteam des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Barnstorf alle an den Mann – oder die Frau – bringen können. Die noch bessere Nachricht danach: 25 Personen holten sich beim Start des dezentralen Impfens im ehemaligen Verwaltungsgebäude von der Wintershall Dea in Barnstorf ihre Erstimpfung ab.

Samtgemeindebürgermeister Alexander Grimm machte sich vor Ort ein Bild. Besonders die Tatsache, dass sich Menschen, die noch nicht geimpft waren, dazu durchgerungen hatten, das nachzuholen, freute ihn: „Das ist eine tolle Nachricht.“ Sabine Brandt, Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Barnstorf, war begeistert davon, dass es nach wie vor neue Impfwillige gibt. „Ich finde es richtig gut“, sagte sie. Was sie auch richtig gut findet, ist, dass die Verwaltung der Samtgemeinde Termine für das dezentrale Impfen vergibt.

Dr. Thomas Wichmann aus Weyhe verabreicht in Barnstorf eine Impfdosis.

„Der Ablauf ist perfekt vorbereitet“, sagt sie. Der Standort sei ebenso optimal und niemand müsse lange vor der Tür des Verwaltungsgebäudes warten. Die Erfahrungen der Impfkampagne des Sommers seien da sehr hilfreich gewesen. „Wir vergeben Termine, damit die Leute hier nicht stundenlang vor der Tür warten müssen“, sagte Detlef Moss, Fachbereichsleiter Innere Dienste. „Das wollen wir nicht.“ Denn gerade ältere Menschen, die diese Aktion besonders betrifft, seien nicht mehr immer in der Lage, lange zu stehen. „Und dann auch noch jetzt, wenn es kälter wird.“

Seit Montag können Impfwillige sich für ihre Booster oder Erst- beziehungsweise Zweitimpfung telefonisch im Rathaus anmelden. 150 Personen hatten das laut Moss für den ersten Tag getan. „Für die kurze Zeit ist das eine sehr gute Zahl“, meinte er. „Wir haben aber auch schon viele Anmeldungen für die Termine bis zum 7. Januar.“ Spätere Termine seien aber noch nicht freigegeben, erklärte der Fachbereichsleiter.

Demnächst soll es auch die Möglichkeit geben, sich online auf der Homepage der Samtgemeinde anzumelden. Denn die Erfassung der Anmeldungen mit dem Hörer am Ohr koste die Verwaltung im Moment viel Zeit. Moss: „Ich habe selbst Telefondienst gemacht. Eine Anmeldung dauert ziemlich genau drei Minuten.“ Hochgerechnet auf die 150 Anmeldungen des ersten Tages sind das allein 7,5 Stunden.

Wenn man ein optimales System hat, dann sollte man das auch nutzen. Wir müssen das dezentrale Impfen so lange aufrecht erhalten, solange es Impfwillige gibt.

Alexander Grimm

Alexander Grimm ist sich sicher, dass die hohe Nachfrage in Barnstorf nicht von ungefähr kommt: „Vor Ort ist die Hemmschwelle niedriger.“ Ein großes zentrales Impfzentrum würde wohl nicht die selbe Resonanz erfahren. Grimm verwies auf die gute Zusammenarbeit zwischen Wintershall, DRK, Samtgemeinde und Landkreis. „Wenn man ein optimales System hat, dann sollte man das auch nutzen.“ Sein Appell: „Wir müssen das dezentrale Impfen so lange aufrecht erhalten, solange es Impfwillige gibt.“

Sabine Brandt, die neben ihrer Tätigkeit beim DRK auch Betriebsratsvorsitzende der Wintershall Dea ist, sieht das ähnlich. Sie meinte: „Darüber sollte man sich Gedanken machen.“ Gerade den Rückbau der mobilen Impfstationen – aber auch der Impfzentren nach dem Sommer – sieht sie kritisch: „Wir haben alles zurückgebaut und mussten jetzt alles wieder aufbauen.“ Das habe eine Menge Zeit gekostet und sei vermeidbar gewesen.

Das Team

Beteiligt an der ersten dezentralen Impfaktion in Barnstorf waren insgesamt 13 Personen. Der DRK-Ortsverein Barnstorf stellte fünf Mitarbeiter und der Landkreis Diepholz acht. Die Aufgaben des Ortsvereins waren insbesondere die Organisation im Vorfeld der Aktion und währenddessen die Eingangskontrolle, sagte Sabine Brandt. „Wir haben Fieber gemessen und haben vor Ort geschaut, dass alles reibungslos läuft.“ Das Team vom Landkreis kümmerte sich um die Datenerfassung und das Verabreichen der Impfdosen. „Es gab zwei Räume für ein ärztliches Vorgespräch und zwei Impfkabinen“, so Brandt.

Bei 150 Anmeldungen und 200 vorhandenen Dosen bleiben aber doch noch 50 übrig. Wer hat diese verabreicht bekommen? „Die gingen an Menschen, die spontan hergekommen sind, und vor der Tür standen“, sagte Brandt. Moss ergänzte: „Das Ziel ist, die 200 Dosen, die wir haben, auch zu verimpfen.“ Denn jede einzelne Impfung helfe, der Corona-Pandemie entgegenzutreten.

Das bedeute jedoch nicht, dass die Termine hinfällig werden, denn angemeldete Personen hätten immer Vorrang. „Wenn alle 200 Termine vergeben sind, dann gibt es keine Impfung für Menschen ohne Anmeldung“, erklärte Brandt.

Moss kündigte an, dass die Samtgemeinde transparent mit der Zahl der Anmeldungen umgehen und jeweils vor dem dezentralen Impfterminen mitteilen werde, ob und wie viele freie Plätze es noch gibt. Damit Kurzentschlossene nicht ohne Impfung wieder nach Hause müssen.

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