Avacon expandiert: Strom-Autobahnen von der Nordsee bis nach Südhessen/Energiewende längst vollzogen

Grünes Netz zieht weite Kreise

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Von der Nordseeküste bis nach Südhessen alles in grüner Avacon-Hand: Kommunalreferent Hermann Karnebogen (links) und Christian Leiding, Betriebsleiter für Verteilernetze in Syke, zeigen auf der Karte, wie groß das Unternehmen ist.

Syke - Von Anke Seidel. Genau 23 Tage ist sie heute alt, die neue Avacon AG. Das Energieversorgungs-Unternehmen mit Zentrale in Helmstedt und wichtiger Niederlassung in Syke hat sich vom Stromvertrieb getrennt – und voll auf den Netzbetrieb konzentriert. Um 10800 Kilometer Strom-Autobahnen und 300 Mitarbeiter ist die Avacon gewachsen, seit sie den „Teilbetrieb Mitte der EON-Netz GmbH“ übernommen hat.

„Das Avacon-Netz wird größer und immer grüner“, betonten gestern Kommunalreferent Hermann Karnebogen, Netz-Betriebsleiter Christian Leiding und Pressesprecherin Kirsten Fricke beim Ortstermin in Syke – und belegten mit Zahlen, warum die Energiewende bei der Avacon, vor allem im Landkreis Diepholz, längst vollzogen ist: „Im Avacon-Netzgebiet beträgt der Grünstrom-Anteil bereits rund 90 Prozent. Damit wird dort schon heute das Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2050 eine 80-prozentige Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen zu erreichen, übertroffen.“ Noch besser schneidet der Standort Syke ab, zu dem die Städte Bassum, Twistringen, Syke und Sulingen, die Samtgemeinden Harpstedt, Thedinghausen, Schwaförden, Siedenburg und Kirchdorf sowie die Gemeinden Stuhr, Weyhe und Ströhen gehören: Dort fließt bereits deutlich mehr „grüner“ Strom ins Netz, als überhaupt verbraucht wird: sage und schreibe 146,5 Prozent. „Der Landkreis Diepholz ist Stromexporteur“, so Hermann Karnebogen. 5618 Anlagen – davon allein 5167 Photovoltaik – produzieren im Geschäftsbereich Syke „grünen“ Strom. Die höchste Leistung haben dabei die Windkraftanlagen, weil sie 291152500 von insgesamt 1118248235 Kilowattstunden liefern.

Insgesamt, so hieß es gestern während der Pressekonferenz, betrage die Einspeiseleistung Erneuerbarrer Energien aus rund 38000 Anlagen ins Avacon-Netz etwa 8500 Megawatt: „Eine Leistung vergleichbar mit der von etwa zehn konventionellen Großkraftwerken.“ Für die Avacon eine Herausforderung, weil sie die Netze – einst nur „Einbahnstraßen“ für die Stromlieferung an den Verbraucher – heute passgenau auf die Aufnahme von „grünem“ Strom ausbauen muss. Das kostet Millionen: Rund zehn Millionen Euro investiere die Avacon Syke in diesem Jahr in Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen sowie in neue Projekte, hieß es. „Die Stromspeicherung ist die größte Herausforderung, vor der wir stehen“, so Hermann Karnebogen mit Blick auf „Tankstellen“ für Elektro-Autos, die es in Stuhr und Bruchhausen-Vilsen bereits gibt.

Übrigens: Allein im Netzbereich Syke betreibt die Avacon ein Mittelspannungsnetz von rund 2000 Kilometern Länge – nur zehn Prozent davon sind noch Freileitungen. Rund 60 Mitarbeiter sorgen am Standort Syke, teilweise rund um die Uhr, für eine reibungslose Energieversorgung in der Region.

Mit der neuen Struktur habe sich auch der kommunale Anteil am Netzgeschäft erhöht, hieß es gestern. 37 Prozent der Avacon-Anteile sind demnach in kommunaler Hand. „Einer der größten Aktionäre ist der Landkreis Diepholz“, so Karnebogen. Der Kreis bekommt jährlich eine Dividende in Höhe von rund drei Millionen Euro – das bleibt auch nach der Umstrukturierung des Unternehmens so.

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