„Vorsicht“ der Arbeitgeber lassen Arbeitslosenzahlen die 3 000er „Schallmauer“ durchbrechen

Ausbildung abgeschlossen – aber keine Übernahmechance

Syke - SYKE (mwa) „Es ist alles genauso gekommen, wie wir erwartet haben“, sagt Alena Preuß beim Blick auf die aktuelle Arbeitslosenstatistik. Die Zahlen für den zu Ende gehenden Juli fasst die Leiterin der Syker Arbeitsagentur unter dem Begriff „Sommerpause“ zusammen.

Genau 3 022 Personen waren im Juli als arbeitslos gemeldet. 134 mehr als im Juni und 117 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg damit von 4,7 auf 4,9 Prozent und bewegt sich damit in etwa auf Vorjahresniveau: Im Juli 2008 lag sie bei 4,8 Prozent.

„Viele haben ihre Ausbildung beendet, sind aber nicht übernommen worden“, beschreibt Alena Preuß. Das spiegele die „Vorsicht der Arbeitgeber“ angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung wider.

Nach wie vor weise der  Arbeitsmarkt jedoch eine  beachtlich hohe Dynamik auf: Zugänge und Abgänge aus dem Bestand der  Arbeitslosen seien fast identisch mit dem Vorjahresmonat“, so Preuß weiter.

Leichte Sorgen macht ihr nur eines: Der Bestand an offenen Stellen ist gegenüber dem Vorjahr um ein Viertel  zurückgegangen. Und Bernd Jobs, der sich beim Arbeitsmarktservice des Landkreises (ARGE) um die Langzeitarbeitslosen und Hartz IV-Empfänger kümmert, ergänzt: „Bei der ARGE stellen wir auch fest, dass wir im Moment ein Viertel weniger Personen in den Arbeitsmarkt integrieren als vor einem Jahr.“ Dennoch sei aber eine ungebrochene Nachfrage nach Arbeitskräften vorhanden, betonen beide. Insbesondere im Baubereich sei sie derzeit auffallend hoch.

Das Verhältnis von Langzeit- zu „Kurzzeit“-Arbeitslosen weitet sich derweil immer mehr zu Gunsten der ARGE aus. „Seit drei Monaten vermitteln wir mehr Menschen in Arbeit als die Agentur“, sagt Jobs. „Das ist ein Phänomen, das es meines Wissens nach nirgendwo anders gibt.“

Die große Frage lautet indes: Wie viele werden demnächst länger als ein Jahr arbeitslos sein und rücken damit von der Agentur für Arbeit in die Klientel der ARGE nach? „Der entscheidende Monat wird dafür der September sein“, glaubt Bernd Jobs. „Dann ist der Beginn der  ‚Krise‘ ein Jahr her.“

Die Zahl der Hartz-IV Bedarfsgemeinschaften steigt übrigens langsam: „Von Monat zu Monat in Zehnerschritten“, sagt Jobs. „Das ist nicht viel und hat auch kaum etwas mit Arbeitslosigkeit zu tun, sondern weitaus öfter mit Trennungs geschichten und familiär schwierigen Situationen.“

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