Anwohner gegen Beratungsstelle von „Bethel im Norden“ im Wohngebiet

„Arche“ nicht zulässig: Widerspruch angekündigt

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Die Dr.-Wilhelm-Kinghorst-Straße in der Diepholzer Innenstadt aus der Luft gesehen. In der Bildmitte die ehemalige Arztpraxis, in der jetzt die Wohnungslosen-Beratungsstelle „Arche“ ist. Eine solche soziale Einrichtung ist in dem Wohngebiet nicht zulässig. ·

Diepholz - Von Eberhard JansenEine soziale Einrichtung wie die „Arche“ – eine Einrichtung von „Bethel im Norden“ für Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen – ist in einem Wohngebiet nicht zulässig. Nach Beschwerden von Anwohnern hat die Stadt Diep holz dem Träger der Einrichtung an der Dr.-Wilhelm-Kinghorst-Straße jetzt einen entsprechenden Bescheid geschickt. Gegen diesen will „Bethel im Norden“ (Freistatt) Widerspruch einlegen.

Die „Arche“ war im Frühjahr vergangenen Jahres von der Lüderstraße, wo das bisherige Gebäude abgerissen wurde, zur Dr.-Wilhelm-Kinghorst-Straße umgezogen. Dort hatte „Bethel im Norden“ Räume einer ehemaligen Arztpraxis von dem privaten Eigentümer angemietet. Weder der Einrichtungsträger noch der Vermieter waren sich offenbar darüber klar, dass der Standort baurechtlich problematisch ist.

Anwohner, die in den täglich etwa 30 Besuchern der Wohnungslosen-Einrichtung Probleme sahen, wandten sich mit einer Beschwerde an die Stadt Diep holz, sammelten Unterschriften, schalteten einen Anwalt ein. Daraufhin nahm die Stadt Diepholz sich der Sache an.

„Bethel im Norden“ stellte offiziell einen Bauantrag und einen Antrag auf Nutzungsänderung. Diesen lehnten der zuständige Fachausschuss und der Verwaltungsausschuss der Stadt mit der Begründung der Unzulässigkeit in einem reinen Wohngebiet ab. Jetzt erging der entsprechende Bescheid an den Träger.

„Bethel im Norden“ will jedoch mit ihrer „Arche“ an dem Ort bleiben und den ihr zustehenden Rechtsweg beschreiten: „Wir werden Widerspruch gegen den Bescheid einlegen. Er bezieht sich auf eine Bauordnung aus dem Jahr 1962. Seitdem hat sich viel geändert“, sagte Rainer Splinter von der Wohnungslosenhilfe bei „Bethel im Norden“ gestern auf Anfrage unserer Zeitung.

Man überlege auch, gegebenenfalls gegen den Bescheid zu klagen.

Die Suche nach anderen Räumen für die „Arche“ in Diepholz war offenbar bislang nicht von Erfolg gekrönt: „Wir haben keine Alternative“, sagte Splinter.

Eine Erweiterung der Wohnungslosenhilfe-Einrichtung auf andere soziale Bereiche an dieser Stelle habe man nicht geplant.

Es gibt laut Splinter einen langfristigen Mietvertrag mit dem privaten Investor, der die ehemalige Arztpraxis gekauft hatte.

Die „Bethel“-Beratungsstelle „Arche“ und die ambulante Wohnungslosenhilfe des Caritasverbandes für die Landkreise Diepholz und Nienburg arbeiten an der Dr.-Wilhelm-Kinghorst-Straße weiterhin zusammen – wie seit mittlerweile 18 Jahren. Der Caritasverband betreut unter dem Dach der „Arche“ schwerpunktmäßig Durchreisende.

Die Beratungsstelle ist ein Anlaufpunkt für Menschen, die Hilfe suchen, wenn sie die Wohnung verloren haben, wenn sie eine Wohnung suchen, weil sie obdachlos sind, die ohne Arbeit sind, Schulden haben oder einen Treffpunkt suchen, um sich austauschen zu können.

Eine andere soziale Einrichtung (geplant als „Haus der Familie“, jetzt „Wendepunkt“) wenige Häuser weiter an der Dr.-Wilhelm-Kinghorst-Straße sei laut Stadt übrigens nicht von der Wohngebiets-Regelung betroffen: Dieses Gebäude liege außerhalb des Bebauungsplan-Bereiches.

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