Hospizdienst muss Arbeitsschutz dokumentieren

Das gilt auch für kleine Arbeitgeber

Arbeitssicherheit muss auch bei kleinen Firmen mit nur einem Mitarbeiter dokumentiert werden – so auch beim Ambulanten Hospizdienst Dasein Barnstorf-Diepholz. Kai-Uwe Giese von der Firma agtal überreichte der Hospizvereins-Vorsitzenden Ines Heidemann einen Arbeitsschutz-Ordner „Sicherheit, Gesundheit, Umweltschutz“.
+
Arbeitssicherheit muss auch bei kleinen Firmen mit nur einem Mitarbeiter dokumentiert werden – so auch beim Ambulanten Hospizdienst Dasein Barnstorf-Diepholz. Kai-Uwe Giese von der Firma agtal überreichte der Hospizvereins-Vorsitzenden Ines Heidemann einen Arbeitsschutz-Ordner „Sicherheit, Gesundheit, Umweltschutz“.

Diepholz – Der Brief verwunderte Ines Heidemann. Absender war die zuständige Berufsgenossenschaft. Die Vorsitzende des Hospizvereins Dasein Barnstorf-Diepholz erfuhr in dem Schreiben: Auch ein so kleiner Arbeitgeber wie der Ambulante Hospizdienst des Vereins mit nur einer Mitarbeiterin muss die Arbeitssicherheit dokumentieren und eine Sicherheitsfachkraft haben.

Berufsgenossenschaften sind Träger der gesetzlichen Unfallversicherung. Ihre Aufgabe ist es laut eigener Definition „Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten sowie arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren mit allen geeigneten Mittel zu verhüten oder zu entschädigen“.

Nun ist gehört die Arbeit der Koordinatorin und Palliativfachkraft des Ambulanten Hospizdienstes, Christine Müller-Großpietsch, auf den ersten Blick nicht zu sehr unfallgefährdeten Tätigkeiten, da sich ein großer Teil im Büro an der Langen Straße 38 in Diepholz abspielt. Aber dennoch ist auch hier vieles zu beachten – von der richtigen Einstellung des Stuhls am Schreibtisch bis zum Verhalten bei Dienstfahrten.

SGU-Ordner mit 20 Punkten überreicht

Kai-Uwe Giese fasste alles nach fachgerechter Inspektion und Aufarbeitung in einem Arbeitssicherheits-Ordner zusammen, der auch Grundlage für eine Überprüfung des Arbeitsplatzes durch die Berufsgenossenschaft ist. Giese hat sich mit seiner Firma agtal Arbeitsschutz in Diepholz auf Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz spezialisiert.

Den umfangreichen Ordner hat er für den gemeinnützigen Hospizverein Dasein Barnstorf-Diepholz kostenlos als Spende erstellt und überreichte ihn jetzt an die Vorsitzende Ines Heidemann. Auch der von der Berufsgenossenschaft geforderte Arbeitsmediziner Dr. Siewe aus Lohne möchte laut Ines Heidemann in diesem Fall kein Honorar.

Ambulanter Hospizdienst Barnstorf-Diepholz

Der Hospizverein Dasein Barnstorf/Diepholz ist eine Gruppe von ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen. Er bietet seine Dienste unentgeltlich an und unterliegt bei den angebotenen Dienstleistungen der Schweigepflicht. Der Verein bereitet seine Helferinnen und Helfer durch geeignete Aus- und Fortbildung auf die Begleitung Schwerkranker und Sterbender und deren Angehörige vor. Sein Ziel ist mitzuhelfen, dass viele Menschen bis zuletzt zu Hause leben und dort sterben können. Alten- und Krankenpflege gehört nicht zum Angebot des Ambulanten Hospizdienstes. Der Dienst hat 29 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, von denen 25 die Hospizbegleiter-Ausbildung absolviert haben. Unter Einhaltung von Hygienevorschriften wird der Dienst auch während der Corona-Pandemie angeboten. Kontakt: Tel. 0179/4062020. Internet: www.hospizverein-diepholz.de

Kai-Uwe Giese erstellte für den offiziellen Ordner eine SGU-Dokumentation, die 20 Punkte umfasst. Dazu gehören unter anderem Unternehmensdaten, die Organisation des Arbeitsschutzes, Inspektionsberichte, Betriebsanweisungen, Gefährdungsbeurteilungen, Unterweisungen, Brandschutz, Umweltschutz und Erste Hilfe. Die Abkürzung SGU steht für (Arbeits-)Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz.

In der Dokumentation heißt es beispielsweise: „Das Büro weist eine ausreichende Grundfläche und Höhe (damit einen ausreichenden Luftraum) auf.“ und „Jeder Arbeits- und Aufenthaltsraum verfügt über einen zweiten Rettungsweg, der gegebenenfalls auch durch ein Fenster führen darf.“ Im Bereich Umweltschutz geht es im Büro unter anderem um die Benutzung des Druckers.

Arbeitsschutz werde von manchen, insbesondere kleinen Firmen nicht immer ausreichend bedacht, ist die Erfahrung von Kai-Uwe Giese: „Verstöße können zu Bußgeldern von mehreren tausend Euro führen.“ Bei einem Arbeitsunfall könne es bei Missachtung der Vorschriften zu sehr großen Problemen für den Verantwortlichen kommen. Wenn es der Verlauf der Corona-Pandemie wieder zulässt, will Giese noch alle 29 ehrenamtlichen Mitarbeiter des Ambulanten Hospizdienstes in Sachen Arbeitssicherheit schulen.

„Stuhlkompetenztraining“ im Büro

Ein wichtiger Punkt bei Büroarbeitsplätzen – wie der der Hospizdienst-Koordinatorin in Diepholz – ist die ergonomische Gestaltung zur Vermeidung von Rückenproblemen und anderen gesundheitlichen Folgen. Im Ordner für den Hospizdienst Dasein Barnstorf-Diepholz gibt es daher auch ein Blatt mit Hinweisen für Abstände und Einstellungen an einem PC-Arbeitsplatz. Wer als Arbeitnehmer einen neuen Bürostuhl bekommt, müsse auf die Einstellmöglichkeiten und mögliche Fehleinstellung hingewiesen werden. „Stuhlkompetenztraining“ nennt Kai-Uwe Giese das lächelnd.

Ist Deutschland mit all diesen Arbeitsschutz-Vorschriften ganz vorne?. „Nein“, sagt der Diepholzer Arbeitsschutz-Experte: „Skandinavische Länder und die Niederlande sind noch strenger.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Die beliebtesten Kuchenklassiker und Tortenträume

Bill und Melinda Gates lassen sich scheiden

Bill und Melinda Gates lassen sich scheiden

Vettel ohne Chance bei nächstem Hamilton-Sieg

Vettel ohne Chance bei nächstem Hamilton-Sieg

Linke Demos zum 1. Mai - Krawalle in mehreren Städten

Linke Demos zum 1. Mai - Krawalle in mehreren Städten

Meistgelesene Artikel

Investor des Seeblick-Areals in Lembruch plant mehr Außengastronomie ‒ Rat muss entscheiden

Investor des Seeblick-Areals in Lembruch plant mehr Außengastronomie ‒ Rat muss entscheiden

Investor des Seeblick-Areals in Lembruch plant mehr Außengastronomie ‒ Rat muss entscheiden
Ärger über Testpflicht: Tierpark Ströhen steuert mit Testzentrum gegen

Ärger über Testpflicht: Tierpark Ströhen steuert mit Testzentrum gegen

Ärger über Testpflicht: Tierpark Ströhen steuert mit Testzentrum gegen
Nach Corona-Ausbruch auf Spargelhof bei Diepholz: Neun weitere Infektionen bestätigt

Nach Corona-Ausbruch auf Spargelhof bei Diepholz: Neun weitere Infektionen bestätigt

Nach Corona-Ausbruch auf Spargelhof bei Diepholz: Neun weitere Infektionen bestätigt

Kommentare