Acht Jugendliche der Barrier Kirchengemeinde unterwegs / Unterricht wie früher / Ganz andere Umgangsformen

Angehende Konfirmanden auf Zeitreise

Die Konfirmanden mit dem Laienschauspieler Paul-Heinz Schmidt.

Syke - BARRIEN (neu) · Auf eine Zeitreise haben sich jetzt Konfirmanden der Barrier Kirchengemeinde begeben. Statt des normalen Unterrichts marschierten sie vom Hof Meyer in Osterholz den sechs Kilometer langen Osterholzer Kirchweg bis nach Barrien – wie die Konfirmanden um 1950. Und sie wurden auch wie früher  unterrichtet.

Diakon Bernd Breckner ist dafür bekannt, nicht auf Frontalunterricht zu setzen. Eine solche Zeitreise war allerdings auch für die acht Barrier Konfirmanden neu, die sich am vergangenen Sonnabend auf den Weg machten. Die sechs Kilometer mussten die Jugendlichen früher zweimal die Woche auf sich nehmen, um konfirmiert zu werden. Hin und zurück, auch sonntags zum Gottesdienst – bei Wind und Wetter, bei Eis und Schnee.

„Die Orientierung fängt schon beim Laufen an. Wenn ich auf dem Kirchweg unterwegs bin, wird klar: Ich bewege mich auf die Gemeinschaft der Barrier Christen zu“, erklärt Diakon Breckner. Groß sei die Erleichterung gewesen, als auf Höhe des Barrier Friedhofes der Kirchturm zu sehen war.

Am Alten Pfarrhaus empfing am Sonnabend Pfarrfrau Gerda Schmidt die Gruppe und sagte, dass der Pastor schlecht geschlafen habe und deshalb wohl leicht reizbar wäre. Die Konfirmanden ahnten bereits, was auf sie zukommen  würde.

„Aufstehen!“ – „Guten Tag, Herr Pastor.“ – „Liedvers als Hausaufgabe!“ Schnell wurde klar, dass die Umgangsformen damals andere waren.

Die Gemeindemitglieder Paul-Heinz und Gerda Schmidt waren in die Rolle des Pastorenehepaars geschlüpft. Paul-Heinz Schmidt ließ dabei Erfahrungen aus seiner eigenen Konfirmandenzeit einfließen und zeigte auch anhand einer Zeitung vom 28. August 1950, was damals in Syke und weltweit Thema war. Außerdem besprach der Pastor mit den Jugendlichen den Psalm 23 und fragte den Liedvers ab. Dann schickte er die Konfirmanden nach Hause.

Wieder auf dem Hof von Dörthe und Heinrich Meyer gab es Kartoffelsalat mit Bockwurst. Mit dabei war der ehemalige Lehrer Heiner Büntemeyer, der aus seiner Konfirmationszeit berichtete. „Früher ging es nicht um Einsicht, sondern um Werte“, sagte er. „Uns wurde erzählt, wer nicht konfirmiert wird, bleibt Heide. Wir hatten Angst vor dem Pastor.“

Das sei heute anders. „Besonders Diakon Breckner geht da einen guten Weg. Nicht umsonst kommen die Jungen und Mädchen wieder und helfen ihm in der Jugendarbeit.“ Negativ aber sei, dass bei vielen die Konfirmation hauptsächlich wegen der vielen Geschenke angestrebt werde.

Auch die Ehepaare Meyer und Schmidt erzählten von früher. So hätten zum Beispiel die Männer links und die Frauen rechts in der Kirche sitzen müssen. Die Konfirmanden berichteten von ihren Erfahrungen heute. Viel gemein haben die Zeiten nicht. Die Zeitreise werden die Jugendlichen so schnell sicher nicht vergessen.

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