Das Dorfmuseum Ridderade feiert zehnjähriges Bestehen / Ortsgeschichte zum Anfassen

Altes Handwerk erleben

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Der Strohhäcksler funktioniert einwandfrei. Günter Helms pflegt die alten Maschinen im Dorfmuseum. ·

Bassum - RIDDERADE · Das Dorfmuseum Ridderade startet am Sonntag, 6. Mai, in die Sommersaison und feiert sein zehnjähriges Bestehen. Günter Helms, Gründer und Betreiber des Museums, hat dazu ein buntes Programm zusammengestellt. Ab 12 Uhr können Besucher auf Helms Hof, Ridderade 1, altes Handwerk erleben und ungezählte Exponate bewundern.

Im ehemaligen Schweinestall und der Scheune stehen zum Beispiel ein alter Strohhäcksler oder ein hölzerner Webstuhl aber auch kleine Geräte wie Kaffee- oder Schrotmühlen. Fast alle Geräte funktionieren noch und werden am Sonntag in Betrieb genommen.

Die Besucher können zusehen, wenn Seile gedreht, Fäden gesponnen, Besen gebunden, Tücher gewebt, Stühle geflochten und gepolstert werden. Auch ein Schmied und ein Imker wollen sich auf dem Hof des Dorfmuseums Ridderade präsentieren. Musik macht ein Akkordeonspieler. Es gibt Kuchen, Kaffee, Steaks und Bier.

Das Dorfmuseum Ridderade bietet seinen Besuchern alles andere als ein klassisches museales Erlebnis. Es ist „eine Sammlung von vielen, vielen Kleinigkeiten – teilweise mehr als 100 Jahre alt“, sagt Günter Helms. Er untertreibt.

In einer Vitrine sind Werkzeuge aus der Steinzeit, Urnenreste aus Hügelgräbern und einige Tonscherben zu sehen, die ein Archäologe auf etwa 200 vor Christus datiert hat. Helms hat die Stücke beim Spargelstechen auf dem Feld gefunden.

Alles andere hat er – grob nach Themen geordnet – in Regale gestellt, an die Wand gehängt oder einfach an den nächstbesten freien Platz gestellt. So steht unweit der Zeugnisse der frühen Menschheitsgeschichte „Vaters Rasiertopf“. An der Wand gegenüber hängt eine Kopie der ersten urkundlichen Erwähnung der Ortschaft Ridderade aus dem Jahr 1310.

„Ich bin kein Wissenschaftler, ich bin Hobbyist“, sagt Helms. Er kennt jedes seiner Exponate. Im hinteren Bereich seiner Ausstellung steht eine große, metallbeschlagene Kiste: eine Hochzeitstruhe aus dem frühen 18. Jahrhundert. Links unter dem Deckel sind Spuren eines Fachs zu erkennen, die sogenannte „hohe Kante“. „In die Truhe füllten die Eltern der Braut die Aussteuer. Besonders wertvolle Gegenstände verstauten sie auf der hohen Kante“, weiß Günter Harms. Ein Sprichwort erinnert bis heute daran.

Interessant sind Landkarten der Gemarkung Ridderade, an denen die Verteilung der Grundstücke abzulesen ist, und wie sich die Besitzverhältnisse in den Jahrhunderten entwickelt haben. Daneben hängen zahllose Fotos mit Alltagsszenen aus Ridderade. · guf

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