Heimatverein Aschen eröffnete gestern die Museums-Saison 2010 / Lob für ehrenamtliche Arbeit

Alte Seilerei und andere Schätze

Demonstrierten gestern die Funktionstüchtigkeit der Seilerei: Johannes Schlinkert und Margret Kemper, die die Gerätschaften gestiftet hatte. Fotos (3): Speckmann

Aschen - (sp) · Erfolgreicher Auftakt ins Jubiläumsjahr: Der Heimatverein Aschen eröffnete gestern Nachmittag die Museums-Saison 2010 und freute sich gleich über viele Besucher, die gewiss nicht nur wegen des frischen Butterkuchens gekommen waren. Sie konnten gleich mehrere neue Errungenschaften bewundern, die der heimatkundlichen Einrichtung künftig zu noch mehr Glanz verhelfen.

Nach arbeitsreichen Monaten bemühte Vorsitzender Werner Schneider noch einmal den Akku-Schrauber, um der fertig gestellten Remise das Aushängeschild zu verleihen. 25 mal fünf Meter misst das neue Gebäude, das von den engagierten Mitgliedern unter der Leitung von Zimmermeister Willi Hardel fast ausschließlich in Eigenleistung erstellt worden ist und jetzt Schutz für die alten Ackerwagen bietet.

Eine kräftige Finanzspritze hatte es vom Landschaftsverband Weser-Hunte gegeben, der schon mehrfach die Arbeit des Vereins gefördert hat und gestern in Person von Rainer Ehlers zur Einweihung gratulierte: „Eine Einrichtung wie diese, fördern wir gerne“, unterstrich der Geschäftsführer. Er hob die ehrenamtliche Arbeit hervor, die in der funktionierenden Gemeinschaft geleistet werde. Im Heimatmuseum Aschen werde die dörfliche Kultur aufgearbeitet und der Nachwelt präsentiert. So könnten junge Menschen erkennen, wie sich die Geschichte in den letzten 100 Jahren entwickelt habe.

„Das ist unglaublich, was für Arbeit hier geleistet wird“, zollte Bürgermeister Hans-Werner Schwarz den Gastgebern ein großes Lob. Die Mitglieder hätten sich bei der Saisonvorbereitung viel Mühe gegeben und die Ausstellungsstücke picobello aufgearbeitet. Die Besucher könnten an diesem Ort die Geschichte wahrnehmen und auch spüren.

Spür- und greifbar war gestern auch ein altes Handwerk, das in der neuen Remise präsentiert wurde. In einem abgetrennten Raum hat der Heimatverein eine Seilerei untergebracht. Die Gerätschaften stammen aus dem Familienbetrieb Kemper, der bis vor zehn Jahren noch dieses Handwerk in Diepholz ausgeübt hatte. Margret Kemper wohnte der Einweihung gerne bei und packte bei der Herstellung eines kurzen Seiles prompt mit an. Dass der Antrieb wie am Schnürchen funktionierte, war Johannes Schlinkert zu verdanken. Der gelernte Seiler aus Twistringen hatte sich bei der Instandsetzung der Geräte in den Dienst des Vereins gestellt.

Die Remise war gestern aber nicht die einzige Anlaufstelle, die das Interesse der Besucher weckte. Neue Schätze gab es auch in den übrigen Gebäuden zu bewundern. Dank der Sachspende von Wilfried Schröder aus Rehden konnte der Heimatverein eine neue Druckerei präsentieren. „Diese alte Bleisatz-Technik werden wir künftig bei unseren Aktionstagen im Betrieb vorführen“, kündigte Werner Schneider an.

Erfreut zeigte sich der Vorsitzende auch über die Spende der Volksbank, die vor zweieinhalb Jahren zwar ihre Filiale in Aschen geschlossen hat, nun aber zumindest mit einem alt bekannten Mobilar zurückkehrte. Der gute alte Tresen mit Geldausgabe und Tresor wurde zur Feier des Tages gleich für ein paar Minuten geöffnet. Und hinterm Schalter stand ein ebenfalls bekanntes Gesicht: Bankangestellte Angelika Wahlers, die 14 Jahre in der Geschäftsstelle tätig war und nun in Diepholz arbeitet.

Nicht zuletzt durch die Erweiterung der sanitären Anlagen ist der Heimatverein für die neue Saison bestens gerüstet. Höhepunkt dürfte das historisches Fest zum 50-jährigen Bestehen am 7. und 8. August sein. Darüber hinaus gibt es verschiedene Aktionstage und auf Wunsch Sonderöffnungen für Schulklassen und andere Besuchergruppen.

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