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Alles ist im Fluss: Ausstellung in Künstlerstätte

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Von: Andreas Hapke

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Ihre erste gemeinsame Ausstellung haben Elke Verbnik (l.) und Petra Erhard in Heiligenrode.
Ihre erste gemeinsame Ausstellung haben Elke Verbnik (l.) und Petra Erhard in Heiligenrode. © Jantje Ehlers

Elke Verbnik und Petra Erhard stellen in der Künstlerstätte Heiligenrode zum Thema „Natur, fließend. Nature flowing“ aus

Heiligenrode – Alles ist in Bewegung, alles ist ständig im Fluss. Wer sich das anhand von Kunstwerken vor Augen führen möchte, hat jetzt in der Künstlerstätte Heiligenrode Gelegenheit dazu. Dort stellen die Berlinerin Elke Verbnik und Petra Erhard aus Stuhr noch bis zum 3. April ihre Arbeiten unter dem Motto „Natur, fließend. Nature flowing“ aus. Es ist die erste gemeinsame Präsentation der beiden Frauen, die sich vor acht Jahren bei einer Feier von gemeinsamen Freunden in Bremen kennengelernt hatten. Ursprünglich war die Ausstellung für Herbst 2020 geplant.

Wer die lichtdurchfluteten Räume der Künstlerstätte betritt, der sieht große und kleine Werke, die im Wechsel aufgehängt sind. Die bemalten Stoffbahnen stammen von Elke Verbnik, die Leinwände und gerahmten Bilder von Petra Erhard. Die beiden hätten nach eigener Auskunft noch viel mehr platzieren können, haben sich aber bewusst eingeschränkt. „Weniger ist in diesem Fall mehr“, sagt Petra Erhard. Die Entscheidung sei erst beim Hängen der Bilder entstanden. Gegenseitig hatten sie ihre Arbeiten bis dato nur von Fotos gekannt.

„Gib dem Ozean die Kugelfische zurück“

Fließende Natur heißt für die Stuhrerin auch: „Alles hängt zusammen. Was über Wasser ist, was unter Wasser ist.“ Thematisch beschäftige sie sich gerade mit der Bedeutung, die Wasser in jeglicher Hinsicht für die Menschen, die Tier- und die Pflanzenwelt hat, „auch mit seinen unterschiedlichen Aggregatzuständen, den Fließrichtungen, den Untiefen und dem Verschmutzungsgrad“. Die Arbeiten heißen „Gib dem Ozean die Kugelfische zurück“ oder „Corals I und II“, wobei das für sie kaum eine Rolle spielt. „Ich muss die Bilder ja unterscheiden können.“

Petra Erhard arbeitet nach eigener Auskunft seit Jahren experimentell. Der Zufall spiele bei der Entstehung ihrer Werke eine große Rolle. „Die neuen Malmittel in der Acryl- und Aquarellmalerei machen es mir möglich, dass das Fließen und Zusammenfließen der Farben augenscheinlich dem Zufall überlassen wird“, erklärt die Stuhrerin.

Ein Eingreifen der Künstlerin in den Gestaltungsprozess sei jederzeit möglich. „Wenn das Bild trocken ist, ist der Zufall vorbei.“ Als „,Lass es fließen’“ bis zu dem Zustand, der dem Bild seine Ausdruckskraft verleiht“, beschreibt Erhard dieses Vorgehen. Manchmal ist ihre Arbeit dermaßen im Fluss, dass sie ihr Atelier unter Wasser setzt.

Arbeiten sind ausschließlich für die Heiligenroder Schau entstanden

Die Arbeiten Erhards sind ausschließlich für die Heiligenroder Schau entstanden, während Elke Verbnik Ergebnisse aus den vergangenen 15 Jahren zeigt. Ihr Faible für Stoffbahnen ist eigentlich pragmatischen Ursprungs: Sie habe früher auch mit Acryl auf Leinwand gearbeitet, doch irgendwann gerahmte Werke weggelassen, weil sie schwer zu transportieren und zu lagern seien. Stoffbahnen hingegen ließen sich leicht bewegen – und auch hängen. Das passiert mittels einer dünnen Kupferstange, die durch einen Stofftunnel geschoben wird.

In Heiligenrode zeigt Elke Verbnik überwiegend schmale, lange Formate. „Assoziativ einer fließenden Bahn.“ Die Motive sind der Natur entnommen und reichen von Pflanzen, Früchten und Schoten über Kapseln, Federn und Steine bis hin zu Zweigen, Muscheln und Wassertiere. „Was vom Format her passt“, sagt Verbnik.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 3. April, zu sehen. Geöffnet ist die Künstlerstätte samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Bis auf Weiteres gilt die 3G-Regel, eine FFP2-Maske ist obligatorisch. Ein Schnelltest vor Ort reicht nicht aus. 35 Personen können sich gleichzeitig in der Künstlerstätte aufhalten.

Vorrangig arbeitet sie mit Stoffmalfarben, nutzt aber teilweise auch Acryl. Zum Zufall hat sie eine andere Einstellung als Petra Erhard: „Wenn der Klecks auf dem Stoff ist, dann ist er drauf.“ Auch da, wo er nicht hingehört.

Sie habe nicht nur Naturthemen, sondern auch an Darstellungsformen gearbeitet, die linear und flächig seien. Ihre Motive kämen aus ihr heraus.

Bei Erhard scheint Erfahrung eine Rolle zu spielen: „Im Zweifel ist es das lange Leben, das wir haben.“

Kontakt: Die Werke der beiden Künstlerinnen sind auf Anfrage käuflich zu erwerben. Die E-Mail-Adressen lauten: e.verbnik@hotmail.de und petra.erhard@t-online.de

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