SCHÖMA in Diepholz heute Weltmarktführer bei der Herstellung von Tunnellokomotiven

Auf allen Kontinenten vertreten

Eine Tunnellokomotive „vor Ort“ bei der Arbeit.

Diepholz - (up) · „Am Anfang stand die Produktion von Mühlenmaschinen und Traktoren. Heute produziert die SCHÖMA (Schöttlersche Maschinenfabrik) hauptsächlich Tunnellokomotiven, die für den Bau von U-Bahnen, Verkehrstunneln oder Versorgungstunneln eingesetzt werden“, erzählt Christoph Schöttler, Geschäftsführer der SCHÖMA, Weltmarktführer bei der Herstellung von Tunnellokomotiven.

Die SCHÖMA mit Sitz an der Hindenburgstraße zählt zu den Diepholzer Traditionsunternehmen. Seit 1930 baut sie getreu ihrer Firmenphilosophie „Weltweit - zuverlässig - maßgeschneidert“ Lokomotiven für Transport- und Instandhaltungsaufgaben. Die bislang in Diepholz gebauten 6 500 Loks sind auf allen fünf Kontinenten zu Hause, in Asien und Afrika ebenso wie auf den nordfriesischen Inseln.

Die Zahl der Mitarbeiter ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen – von etwa 100 vor 15 Jahren bis auf jetzt 140. Außerdem werden 14 junge Menschen hier zurzeit ausgebildet, darunter auch ganz neu zwei Mechatroniker. Insgesamt hängen aber etwa 250 Arbeitnehmer direkt oder indirekt von der SCHÖMA ab. In den vergangenen Jahren sind vor allem der Vertrieb und „After Sales“, also die Kundenbetreuung, ausgebaut worden. Gerade die Betreuung nach dem Verkauf halten sowohl Christoph Schöttler als auch Carsten Brendler (Qualitätsmanagement und Einkauf) für besonders wichtig. So sind neun Monteure, absolute Experten für alle Probleme, die bei Loks auftauchen könnten, in aller Welt im Einsatz. „Aber selbstverständlich sind wir bestrebt, Fehler von vornherein zu vermeiden, denn unser Name steht seit Jahrzehnten für beste Qualität und zudem schlagen sich Fehler ja auch auf unserer Kostenseite nieder, die es zu vermeiden gilt“, betont der Firmenchef.

Diese gute Qualität sei, wie Schöttler einräumt, für den Kunden das Beste, was ihm passieren kann, für die SCHÖMA, die als einzige Fabrik in Deutschland und als eine von lediglich fünf weltweit solche Loks produziert, eigentlich von Nach teil, „denn sie halten einfach zu lange und dadurch entsteht auf dem Markt ein Überangebot. Ähnlich verhält es sich mit den zwischen 25 und 700 Kilowatt starken Dieselmotoren, die im Schnitt 15 000 Stunden arbeiten.“

Neben dem Neubau von Loks hat sich die SCHÖMA seit Anfang der 90-er Jahre darauf spezialisiert, gebrauchte Loks wieder aufzubereiten, was jetzt ein wichtiges zweites Standbein darstellt.

Zurzeit arbeiten die SCHÖMA-Mitarbeiter an zwei 72-Tonnen-Loks die als Wartungsloks für die U-Bahn in Kairo entstehen und bauen insgesamt neun 25-Tonnen-Loks für Abu Dhabi, von denen sechs bereits ausgeliefert sind. Sie dienen dazu, einen Abwasserkanal zu bauen, den das Land schlicht und einfach vergessen hatte, bei der Stadtplanung mit zu berücksichtigen.

Die größten Stückzahlen an Loks baut und verkauft das Diepholzer Unternehmen aber nach wie vor für den Bau von Tunnels. So waren 120 SCHÖMA-Loks beim Bau des Eurotunnels ebenso im Einsatz wie zuletzt 117 Stück beim Bau des Gotthard-Tunnels.

„Tunnels werden immer gebaut“, zeigt sich Christoph Schöttler zuversichtlich, „und damit werden auch immer Tunnelloks für den Arbeitseinsatz gebraucht, und davon wollen wir einen Teil der Aufträge abbekommen. Geht ein Auftrag dafür bei uns ein, ziehen wir Pläne quasi aus der Schublade und ändern sie nur noch auf die speziellen Gegebenheiten um. Da spielt dann die jahrzentelange Erfahrung für uns.“ Weitere Vorteile seien die schlanken Strukturen und die hohe Flexibilität eines Familienunternehmens.

Carsten Brendler weist gleich auf Pläne des Diepholzer Unternehmens hin, die Produktpalette um Elektroloks zu erweitern. „Da könnte auch für uns die Zukunft liegen.“ Er verschweigt aber auch nicht, dass wegen des bisherigen kontinuierlichen Wachsens beinahe mitten in der Stadt eine weitere Ausdehnung nicht mehr in Frage kommen werde. Lediglich durch eine Umstellung der Arbeitsprozesse könnte die Produktivität noch gesteigert werden.

Eine Fluktuation bei den Beschäftigten stellt Schöttler kaum fest. „Hier sieht du das ganze Werk entstehen, und hinterher sagen alle, die daran mitgearbeitet haben, das ist unsere Lok!“

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