7267 Pflegebedürftige – Anteil der Betroffenen im Landkreis Diepholz aber noch unter dem Landesschnitt

Kein Leben ohne fremde Hilfe

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Fremde Hilfe ist lebenswichtig: 2102 Bürger des Landkreises Diepholz leben in einem Pflegeheim.

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Es ist ein Leben, das sich niemand wünscht – und doch müssen sich Menschen immer wieder mit diesem Schicksal abfinden: Plötzlich pflegebedürftig zu sein und damit abhängig von der Hilfe anderer: Das stellt das eigene Leben auf den Kopf – und oft auch das von Familienangehörigen. 3,5 Prozent aller Bürger des Landkreises Diepholz sind pflegebedürftig – Tendenz deutlich steigend, besagen aktuelle Zahlen des statistischen Landesamtes Niedersachsen.

Denn innerhalb von vier Jahren hat die Zahl der Betroffenen um 14 Prozent zugenommen, ist in der aktuellen Statistik nachzulesen (Vergleichszeitraum 2013/2009). Betroffen sind dieser Auswertung zufolge 7267 Männer und Frauen. Mehr als die Hälfte von ihnen (4083) ist älter als 80 Jahre. Die meisten der Betroffenen können aber noch in den eigenen vier Wänden leben. Denn deutlich weniger als ein Drittel aller Pflegebedürftigen im Landkreis Diepholz lebt in einem Heim. Aber immerhin 2102 Männer und Frauen sind auf diese stationäre Betreuung angewiesen.

Pflegedienste kümmern sich im Landkreis Diepholz um 1864 Betroffene – das sind deutlich mehr Patienten als die Bevölkerung der Gemeinde Eydelstedt (1758 Einwohner), der Gemeinde Süstedt (1568) oder der Gemeinde Wetschen (1682).

Dringend gesucht: Pflegekräfte. Für deren Ausbildung hatte der Landkreis Diepholz bereits 2014 das Modell des Pflegekompetenzzentrums erarbeitet, mit dem sich die Kreistagspolitiker demnächst erneut beschäftigen wollen (wir berichteten). Unabhängig davon will die Zukunftswerkstatt Gesundheit und Pflege ganz neue Wege gehen: Sie hat eine Initiative zur Pflegeausbildung für Flüchtlinge gestartet – mit dem Ziel, in absehbarer Zeit Flüchtlingen einen Ausbildungsplatz in der Pflege zu vermitteln. „Mittlerweile haben wir sieben Flüchtlingen aus Weyhe und Stuhr sowie einem Flüchtling aus Syke vorerst einen Hospitations- beziehungsweise Praktikumsplatz in der Pflege/Hauswirtschaft vermitteln können,“ so Rita Wegg als Vorsitzende der Zukunftswerkstatt zur ersten Bilanz des Pilotprojekts, das auf die Gemeinden Stuhr und Weyhe beschränkt ist. Die Übertragbarkeit auf weitere Städte und Gemeinden im Landkreis soll anschließend geprüft werden.

Dabei ist die Lage im Landkreis Diepholz noch nicht so akut wie in anderen Landkreisen Niedersachsens, denn die Zahl der Pflegebedürftigen liegt unter dem Landesdurchschnitt von 3,7 Prozent.

Und wie ist die Situation in direkter Nachbarschaft des Landkreises Diepholz? Den besten Wert seiner fünf niedersächsischen Nachbar-Landkreise hat Vechta: Nur 2,9 Prozent aller Einwohner dieses Landkreises sind pflegebedürftig, besagt die Statistik des Landesamtes – das ist der zweitbeste Wert in Niedersachsen. Im Landkreis Nienburg sind mit 4,2 Prozent aller Bürger deutlich mehr Menschen auf fremde Hilfe angewiesen. Leicht besser als die Werte im Landkreis Diepholz liegen die seiner Nachbarn Osnabrück (3,2 Prozent), Oldenburg (3,2 Prozent) sowie Verden (3,4). Der Vier-Jahres-Vergleich beweist allerdings: Im Landkreis Diepholz steigt die Zahl der Pflegebedürftigen mit einem Plus von 14 Prozent deutlich schneller als in Niedersachsen (Plus 12,6 Prozent).

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