Nicht ohne Test

2G-Plus: Landkreis Diepholz gibt Überblick über Test- und Impfstationen

Hat mit seinen Helferinnen hinter der Geest-Apotheke in Kirchweyhe eine Station für kostenlose Bürgertests eingerichtet: Apotheker Till Maßberg (r.).
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Hat mit seinen Helferinnen hinter der Geest-Apotheke in Kirchweyhe eine Station für kostenlose Bürgertests eingerichtet: Apotheker Till Maßberg (r.).

Landkreis Diepholz – Ohne Corona-Test geht nichts mehr: Bei 2Gplus brauchen auch Geimpfte diesen Nachweis. Schnelltest-Möglichkeiten gibt es – Stand Dienstag – in 13 von 15 Kommunen. Wo genau, meldet der Landkreis auf seiner Internet-Seite (www.diepholz.de). Die Liste der Teststellen wird ständig aktualisiert. „Es werden täglich mehr“, stellt Landrat Cord Bockhop fest.

Ein Freund der 2Gplus-Regelung ist er nicht. Denn diese Regelung verknappe die Testmöglichkeiten noch. Einfluss hat der Landkreis darauf nicht: „Das ist dem freien Markt überlassen. Ganz bewusst.“ Alle brauchen aber eine Zulassung vom Landkreis, der diese Einrichtungen stichprobenartig kontrolliert.

Modehaus bietet Tests an

Es sind bei Weitem nicht nur Apotheken, die nach 2Gplus notwendige Schnelltests anbieten. Darunter sind auch Heilpraktiker, ein Tierarzt oder der Tierpark Ströhen – und ein Modehaus-Betreiber aus Bassum: In dem Wissen, dass Testkapazitäten zurzeit sehr knapp sind, bietet Michael Maas im Bistro des Modehauses ab morgen eine Selbsttest-Möglichkeit unter Aufsicht. 2 500 genehmigte Tests stehen bereit. Einen Termin brauchen die Bürger nicht, müssen aber ihren Personalausweis vorlegen. „Ohne diesen kann kein Zertifikat ausgestellt werden“, betont Michael Maas. Seine Mitarbeiter beaufsichtigen den Schnelltest. Der kostet sieben Euro, denn – anders als Anbieter im Gesundheitswesen – kann Maas die Tests nicht mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) abrechnen.

Geöffnet ist das Testzentrum im Modehaus Montag bis Freitag von 9 bis 17.30 Uhr und Samstag von 9.30 bis 17.30 Uhr. Michael Maas hofft, mit diesem Angebot für etwas Entspannung in 2Gplus-Zeiten sorgen zu können.

Drei oder vier Impfstationen im Landkreis sind das Ziel

Was rät Cord Bockhop den Bürgern in der aktuellen Situation? „Impfen, Impfen, Impfen. Und in jedem Fall die Kontakte reduzieren.“ Dass viele Bürger das genauso sehen, beweist die Resonanz auf das mobile Impfangebot in den 15 Städten, Gemeinden und Samtgemeinden. In den Kommunen, die dabei bewusst mit Anmeldung arbeiten, sind alle Termine vergeben – oft schon bis zum Jahresende. In anderen Bereichen gibt es Warteschlangen, deshalb nutzen Bürger Alternativen in Nachbarorten. „Wir haben einen Impftourismus, der ist auch gewollt“, stellt der Landrat fest.

Mit Blick auf die aktuelle Lage ist geplant, ab dem kommenden Jahr drei oder vier Impfstationen im Flächenlandkreis anzubieten. Aber: Ändert sich die Lage der Pandemie, kann sich auch dieser Plan ändern. Ziel ist es in jedem Fall, eine optimale Lösung zu finden.

„Mitarbeiter schieben Überstunden vor sich her“

Entscheidend dafür ist, dass genügend Impfstoff zur Verfügung steht und es keine Engpässe gibt. „Wir haben ausreichend Praxen und ausreichend Personal“, sagt Michel Schmitz als Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in Verden. Man könne sich auf die Ärzte verlassen. Schmitz verweist auf das Impfergebnis der vergangenen Woche und zitiert den Vorstandsvorsitzenden der KV Niedersachsen, Mark Barjenbruch: „Mit einem Wochenergebnis von mehr als 289 000 Impfungen – davon fast 234 000 Boosterimpfungen – haben die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte großes Engagement bewiesen, obwohl Bundesgesundheitsminister Spahn die Bestellmenge für den Impfstoff von Biontech erst kürzlich begrenzt hat.“

Unabhängig davon steht die KV vor einer neuen Welle in einem ganz anderen Sinn: Ihre Mitarbeiter müssen die genehmigten Bürger-Tests mit den Zentren abrechnen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind, so war zu erfahren, aber noch nicht mal die für Bürger kostenlosen Tests aus der früheren Kampagne abgerechnet: „Unsere Mitarbeiter“, erklärt Michael Schmitz, „schieben schon seit einem Jahr Überstunden vor sich her.“

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