Tischler-Innung im Kreis besteht seit 300 Jahren / Jubiläumsfeier am 3. August geplant

1713 erstmals im Protokoll erwähnt

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Obermeister Oliver Reh (links) und Lehrlingswart Reinhard Hansemann stecken mitten in den Vorbereitungen der Jubiläumsfeierlichkeiten. ·

Von Katrin PliszkaSYKE/DIEPHOLZ · Seit 300 Jahren existiert die Tischler-Innung im Landkreis Diep-holz. Zum ersten Mal erwähnt wird der Zusammenschluss am 28.

April 1713 im Protokollbuch der Tischlergilde des Amtes Hoya, berichtet Jens Lessmann, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Diep-holz-Nienburg. Gefeiert werden soll das Jubiläum indes erst am kommenden Sonnabend, 3. August, im Gasthaus „Zur Post“ in Neubruchhausen.

Man habe sich keineswegs verrechnet, widerspricht Leßmann der Vermutung und lacht. „Uns war es wichtig, dass die Auszubildenden das Jubiläum mitfeiern und dass ihre Gesellenstücke, die in diesem Jahr sehr schön geworden sind, in den Vordergrund rücken“, betont er. Daher habe die Innung die Feierlichkeiten bewusst auf den 3. August verschoben. Die rund 80 Gäste erwartet ab 16.30 Uhr die Freisprechung der Gesellen und eine Schau ihrer Arbeiten. Um 18. 30 Uhr solle die Party beginnen: „Mit Feuerschluckern und Ansprachen“, so Leßmann.

Wie wichtig „ihre“ Auszubildenden den Tischlern sind, zeigt auch die Geschichte der Innung: „Es war das Streben nach höchstmöglicher Qualität sowie der Wunsch nach besten Ausbildungsbedingungen, die vor 300 Jahren zehn Tischlermeister des Amtes Hoya dazu bewog, die erste Gilde ihres Berufsstandes in der Region zu gründen“, berichtet Obermeister Oliver Reh. So regelt beispielsweise eine „Amtsordnung“ des Hannoverschen Königs vom 7. Januar 1732 das Zusammenarbeiten von Lehrlingen und Meistern: „Es ist bei Strafe untersagt, während der Prüfungsabnahme zu schmausen, trinken oder Geld anzunehmen.“ Seither haben sich in Rehs Augen auch die strukturellen Bedingungen stark verändert, allen voran die technischen Anforderungen. „Mit der Entwicklung des Fräseprogramms CNC-Technik (Computerized Numerical Control) müssen die Mitarbeiter auch Computer-Kenntnisse haben“, nennt Reh ein Beispiel. Zudem habe sich auch der Name gewandelt: „Als Tischlerinnung Diepholz mit 55 Mitgliedsbetrieben feiert der Zusammenschluss jetzt sein Jubiläum“, so Reh.

Den Obermeister freut es besonders, dass „die ursprünglichen Ansinnen in all der Zeit gleich geblieben sind. Die Regeln, die die Gilde damals für Auszubildende und Selbstständige aufstellte, um deren Rechte zu schützen und Pflichten zu definieren, waren sehr streng“, berichtet Reh. Daran habe sich bis heute nichts geändert.

„Der Blick auf Gegenwart und Zukunft ist zwar nicht nur rosig, aber im grünen Bereich“, sagt der Obermeister. Derzeit muss die Innung mit „leichten Auftragsrückgängen“ klarkommen, aber dennoch sei eine gute Kapazitätsauslastung erzielt worden.

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