Landgericht spricht Urteil

Bremen: 41-Jähriger muss wegen Totschlags für zwölfeinhalb Jahre ins Gefängnis

Eine Justizangestellte und der Angeklagte im Gerichtssaal.
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Gestand die Tat, wurde jedoch nie konkret: Der 41-jährige Angeklagte kurz vor der Urteilsverkündung.

Ein 41-Jähriger ist am Freitag vom Landgericht wegen Totschlags zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Ersoll im November 2020 seine Lebensgefährtin brutal getötet haben.

Bremen – „Sie müssen damit leben, Frau M. getötet und drei Kindern die Mutter genommen zu haben.“ Mit diesen Worten beendete am Freitag der Vorsitzende Richter Björn Kemper das Verfahren gegen einen 41-jährigen Mann, der am 18. November 2020 nach Überzeugung der Kammer seine damals 46 Jahre alte Lebensgefährtin in Bremerhaven getötet hatte. Wegen Totschlags in Tateinheit mit versuchtem Mord wurde der Mann kurz zuvor vom Landgericht zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilt.

Nach Auffassung der Schwurgerichtskammer kam es in der Wohnung der Frau zu einem Verbrechen, das nicht nur die damals eingesetzten Polizisten und die Familie der Getöteten bis heute psychisch schwer belaste. Auch der Vorsitzende Richter räumte ein, die Bilder der schwerverletzen Frau nur mit Mühe aus seinem Kopf zu bekommen.

Nach allem, was die Beweisaufnahme ergeben habe, ist es zwischen dem Paar zum Streit gekommen, in dessen Folge der Angeklagte mit zwei gefüllten und geschlossenen Bierdosen, einem rund 30 Zentimeter langen Schraubendreher sowie einem Schäl- und einem Klappmesser auf die Frau einschlug und sie so erheblich im Gesicht und am Kopf verletzte, dass diese knapp 48 Stunden später in einer Klinik starb. 28 einzelne Verletzungskomplexe seien beim Opfer aufgefunden worden, das Gesicht als solches sei nur noch zu erahnen gewesen, sagten die Rechtsmediziner.

28 Verletzungskomplexe

Das Vorgehen des Mannes zeuge von „unbändiger Wut“, sagte Richter Kemper. Die Staatsanwältin sprach tags zuvor von „einem massiven Vernichtungswillen“ und „einer nahezu unmenschlichen Tatausführung“ des Angeklagten. Sie forderte wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen (Eifersucht) sowie dem Merkmal der Grausamkeit eine Haftstrafe von 14   Jahren. Da der Angeklagte zur Tatzeit massiv unter dem Einfluss von Drogen gestanden habe, könne zu seinen Gunsten eine Strafrahmenverschiebung angenommen werden. Im Regelfall gilt bei Mord die Verhängung einer lebenslangen Freiheitsstrafe.

Das Gericht folgte diesen Ausführungen nur bedingt. Die Kammer sah zwar ebenfalls eine durch den Drogenkonsum verursachte erheblich verminderte Steuerungsfähigkeit des 41-jährigen Serben, sah in dessen Vorgehen jedoch keine Mordmerkmale verwirklicht. Da nicht zweifelsfrei aufgeklärt wurde, was Auslöser für den Angriff war, falle das Merkmal der niedrigen Beweggründe weg. Und Grausamkeit könne laut geltendem Recht nur angenommen werden, wenn das Opfer diese auch wahrnehme – dagegen sprechen die Erkenntnisse der Rechtsmedizin. Die Frau sei bereits nach den ersten Schlägen und „zeitnah“ bewusstlos gewesen und habe die folgenden Angriffe „sehr wahrscheinlich“ nicht mehr realisiert. Zudem fanden sich beim Opfer „keinerlei Abwehrverletzungen“.

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