„Erntedank-Renntag“ am 22. Oktober

Zwischennutzung auf Galopprennbahn

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Die Tage der Galopprennbahn in der Vahr sind gezählt. Zumindest einen Renntag wird es aber noch geben.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Dem Bremer Rennverein ist gekündigt worden. Aber jetzt gibt es einen neuen Betreiber zur Zwischennutzung der Galopprennbahn: Ein Gestüt will dort seine Pferde trainieren.

Der Vorstand des Rennvereins ist irritiert, verhandelt er doch selbst mit der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) über weitere Renntage bis zum Baubeginn auf dem Areal in der Vahr. In den Gesprächen erfuhr der Vorstand von der Zwischennutzung.

Immerhin stellt der Rennverein in diesem Jahr noch einen Renntag auf die Beine – am Sonntag, 22. Oktober, beginnt um 13 Uhr der „Erntedank-Renntag“. Dieser ist über Sponsorengelder finanziert. Dass aufgrund der zeitlich etwas knappen Realisierung die Rennpferde wegbleiben, fürchtet Frank Lenk aus dem Vorstand des Bremer Rennvereins nicht. „Die Rennen sind ausgeschrieben und es sind ja noch zwei Monate Zeit“, sagt er.

Den Namen des Gestüts, dass die Zwischennutzung bekommen hat, kann Lenk nicht preisgeben. Wohl aber, dass es seinen Sitz in Hildesheim hat. „Wir wissen das durch Zufall“, sagt Lenk. Zwar handele es sich um ein Mitglied des Rennvereins, doch habe dieses mit dem Vorstand des Vereins keine Absprachen getroffen. „Wir sind überrascht worden. Wir waren im produktiven Austausch mit der Stadt. Wir sind vor vollendete Tatsachen gestellt worden“, sagt Lenk.

Nachnutzer hält Anlage in Ordnung

Michael Göbel, Geschäftsführer der WFB, spricht von einem fast beiläufigen Zustandekommen des Vertrags. „Wir sind eher zufällig von dem Nachnutzer angesprochen worden. Er wollte noch etwas bleiben und bis zum Baubeginn mit seinen Pferden trainieren. Das hat er wohl auch mit dem Vorstand besprochen“, sagt Göbel.

Der Nachnutzer müsse die Anlage in Ordnung halten, heißt es. „Das ist auch in seinem eigenen Interesse, dass die Pferde da ungestört trainieren können“, sagt Göbel. Renntage könnten bei einer Einigung von Rennverein und Nachmieter durchaus 2018 möglich sein. „Wenn die das schaffen, spricht nichts dagegen, ein oder zwei Renntage zu machen.“

Ab 2019 werde es aber schwierig. „Dann laufen Bauarbeiten auf dem angrenzenden Westgrundstück. Das geht unabhängig von dem Genehmigungsverfahren. Es wurde von der Firma Siedentopf gekauft. Dort stehen aber bei den Rennen die Boxen“, sagt Göbel.

Noch fehlt ein Bebauungsplan für die zukünftige Nutzung. Ein weiteres Problem: die „Golf Range“, die einen Pachtvertrag bis 2034 besitzt. Der Golfclub will bleiben. Derweil hat eine Bürgerinitiative 5 019 Unterschriften für den Erhalt der Rennbahn gesammelt und Bürgerschaftspräsident Christian Weber übergeben.

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