ZWISCHEN SCHNOOR & SCHLACHTE

Kein „Ratskellerfest“ in diesem Jahr

Der schmeckt! Fischsommelier Mike Wöbke aus Travemünde probiert auf dem Domshof den neuen Matjes – im Juni 2019. Moderator Yared Dibaba schaut Wöbke zu. Antje Grotheer, damals Bürgerschaftspräsidentin, guckt fast ein wenig skeptisch. In diesem Jahr gibt es keine Bremer Matjes-Premierenparty. Foto: KOWALEWSKI

Bremen – Um die 100 Weinpakete hatte der Bremer Ratskeller jüngst für eine Online-Weinprobe mit virtueller Kellerführung verkauft. Es war eine Premiere – die Corona-Krise erzwingt in vielen Lebensbereichen neue Wege; für Veranstaltungen gilt das ganz besonders. Wenn denn überhaupt etwas möglich ist.

Nicht möglich ist in diesem Jahr das kontaktintensive „Ratskellerfest“ mit seinem Straßenfestcharakter, so jedenfalls wurde es jetzt beschlossen. Jazz-Frühschoppen, Weinproben unter freiem Himmel, Kellerrundgänge zu speziellen Themen – all das fällt nicht in den Wein, wohl aber ins sprichwörtliche Wasser. „Wir planen, das Fest im August 2021 wieder zu veranstalten“, sagt Hans Peter Schneider, Geschäftsführer der Messegesellschaft „M3B“, zu der auch der Ratskeller gehört.

Ursprünglich sollte das Ratskellerfest in der Bremer Innenstadt von Donnerstag bis Sonntag, 3. bis 6. September, gefeiert werden. „Da Großveranstaltungen noch bis mindestens Ende August untersagt sind und wir mit der konkreten Organisation jetzt erst begonnen hätten, haben wir uns wegen der aktuellen Planungsunsicherheiten für einen neuen Termin im kommenden Jahr entschieden“, sagt Schneider. So trinkt zunächst einmal auch weiterhin jeder seinen Wein für sich. Oder höchstens in ganz, ganz kleiner Runde.

Bremer Matjes-Premierenparty fällt flach

Der Übergang ist für Zunge und Gaumen womöglich etwas schwierig, wenn nicht gar gewöhnungsbedürftig. Wir wechseln jedenfalls vom Wein zum Fisch; aber nicht zu irgendeinem Fisch, sondern zum Matjes. Dessen Saisonpremiere wird in Bremen ja gerne mal groß gewürdigt. Sie ahnen es – auch daraus wird in dieser Saison nichts. „Moin, Moin, Matjes!“ fällt flach. Alternativen zum Domshof-Fest gibt es nicht, teilt – einmal mehr – die Gesellschaft „M3B“ mit.

Die Saison beginnt in Deutschland in sehr absehbarer Zeit – am Freitag, 12. Juni. Ein großes Fest aber wird es aus diesem Anlass in Bremen eben vorerst nicht mehr geben. Leider hätten sich Sponsoren „nicht hinlänglich engagieren“ wollen, so Projektleiterin Sabine Wedell von der Messe Bremen. Zwar habe man Alternativen erwogen, diese würden aber „wegen der unklaren Entwicklungen“ in der Corona-Krise für dieses Jahr nicht weiter verfolgt, sagt Wedell. So wären die aktuell gültigen Abstandsregelungen auf dem „angedachten Straßenfest in kleinerem Rahmen“ nicht einzuhalten. Also – auch seinen Matjes isst jeder für sich. Oder höchstens in ganz, ganz kleiner Runde. THOMAS KUZAJ

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