ZWISCHEN SCHNOOR & SCHLACHTE

Handel und Lokale setzen auf Abhol- und Lieferservice

„Vorübergehend geschlossen“ – Schilder wie dieses aus der Sögestraße sind jetzt in vielen Bremer Geschäften zu sehen. Foto: KUZAJ

Bremen – Corona lässt die Menschen enger zusammenrücken. Nachbarschaftshilfe-Projekte ziehen sich durch die ganze Stadt – von Huckelriede über Findorff bis Huchting, von Borgfeld bis Bremen-Nord. Viele Restaurants und Einzelhändler reagieren mit Lieferservice- und Abholangeboten auf die neue Situation. Es geht nun darum, Kunden und Gäste zu halten – und es geht darum, wirtschaftlich zu überleben. „Bleibt uns treu!“ Appelle wie dieser sind häufig zu lesen.

Es ist eine Situation, die für den Textilhandel eine ganz besondere Herausforderung ist; nicht zuletzt für inhabergeführte Geschäfte. In diesen Tagen – zu Frühlingsbeginn – sollte eigentlich das Geschäft mit der Frühjahrsmode laufen. Und jetzt sind die Läden geschlossen. Dabei trifft ständig schöne neue Ware ein, heißt es etwa bei „A‘Riva Mode“ in Borgfeld in einem Aushang. Die Lösung: Fotos davon werden in sozialen Netzwerken gepostet, Kundinnen können darüber bestellen und bekommen die Sachen geschickt.

Ähnlich hält‘s Dirk Quade von „Tabac & Pfeife“ am Katharinenklosterhof in der Innenstadt. Sein Geschäft ist zwar weiter geöffnet, doch viele Menschen kommen ja auch nicht mehr in die Stadt. Also heißt es: „Sollten Sie die City meiden wollen, senden wir Ihnen gerne gegen Rechnung Ihre gewünschten Artikel nach Hause.“

Die Union-Brauerei (samt Braugasthaus) in Walle bietet Speisen und Bier nach telefonischer Bestellung (ab 16.30 Uhr) zur Abholung an. Dazu wird ein Rabatt von 15 Prozent gewährt. Liefer-Service-Unternehmen wie „flaschenpost.de“ liefern mittlerweile kontaktlos. Grashoff-Delikatessen am Loriotplatz hat die Öffnungszeiten eingeschränkt und liefert auch nach Hause.

Holger Zapfe, Bierbrauer aus Horn („Ahoi 69“), bietet via Facebook einen Lieferservice an, denn: „Alle Kneipen dicht und das Lager ist voll.“ Ohne Verkauf aber würde sein kleines Unternehmen „keinen Monat“ überleben. In Bremen und näherer Umgebung (sprich: Stuhr, Weyhe) liefere er „ab zwei Kisten à 24 Flaschen“, schreibt Zapfe. Und fügt an: „Ich habe auch nichts gegen Hamsterkäufe.“

Etliche Restaurants haben unterdessen neue Abholmöglichkeiten geschaffen. Das „Oberneulanders“ zum Beispiel ist gegenwärtig auch – wie bei Speiselokalen unter Corona-Vorzeichen üblich – bloß bis 18 Uhr geöffnet. Aber es gibt Gerichte zum Mitnehmen – Speisenübergabe auf Wunsch auch draußen auf dem Parkplatz. THOMAS KUZAJ

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