ZWISCHEN SCHNOOR & SCHLACHTE

Der „rote Priester“ und sein beschwingter Stil

Das Ensemble des BBO widmet sich am Freitag in der Kirche Unser Lieben Frauen unter anderem Antonio Vivaldi, Europa und Liebesgrüßen aus Venedig. Foto: COSIMA HANEBECK

Bremen – Mit dem Konzert „Liebesgrüße aus Venedig“ setzt das Bremer Barock-Orchester (BBO) die Reihe „Barock & umzu“ am Freitag, 11. Oktober, um 20 Uhr in der Kirche Unser Lieben Frauen fort. Der Untertitel lautet: „Antonio Vivaldi und Europa“. „Prete Rosso“, der „rote Priester“, das ist keine Figur aus einem sizilianischen Krimi, kein „Pate“ oder Mafia-Bosse. „Prete Rosso“ – das war der Kosename für den italienischen Komponisten und Violinisten Antonio Vivaldi. Der lebte von 1678 bis 1741 und beeinflusste im 18. Jahrhundert das musikalische Treiben in ganz Europa. Adelige, Musiker und andere Italien-Reisende brachten Abschriften seiner Werke und Kompositionen über die Alpen. Dazu zählte Johann Georg Pisendel aus Dresden, der Kapellmeister am Hofe August des Starken. Ihm widmete Vivaldi sein Violinkonzert RV 212a. Und auch Johann Sebastian Bach ließ sich vom beschwingten Stil seines italienischen Kollegen inspirieren und bearbeitete Vivaldi-Konzerte unter anderem für die Orgel.

Das BBO will in seinem Konzert die vielfältigen Verbindungen Vivaldis beleuchten, die weit über seine Wirkungsstätte Venedig hinaus reichten. Dafür haben die der historischen Aufführungspraxis verpflichteten Musiker einen laut BBO-Sprecherin Swantje Tams Freier „gefeierten Star der Barock-Violine“, den charismatischen Russen Dmitry Sinkovsky, als Solisten und Konzertmeister gewonnen. Er will zudem als Counter-Tenor Vivaldis Motette „Longe Mala“ zu Gehör bringen.

Das BBO wurde 2015 gegründet. Es hat nach eigenen Angaben eine „besondere Klangsprache“ entwickelt, die „gänzlich auf dem dynamischen und intimen Zusammenspiel innerhalb des Ensembles fußt“. Künstlerischer Leiter des BBO ist der in Kolumbien geborene Cellist Néstor Fabián Cortés Garzón. Zum BBO zählen die Violinisten Tomoe Badiarova, Franciska Hajdu, Lina Manrique, Meelis Orgse, Valeria Caponnetto, Andrea Vassalle, Luis Pinzon, die Viola-Spieler Alce Vaz und Benjamin Lescoat, Hugo de Rodas (Laute, Gitarre), Felix Goerg (Violone, Kontrabass), Giuseppe Frau (Trompete), Gabor Hegyi (Trompete), Felipe Egaña (Traverso), Anninka Fohgrub (Traverso, Blockflöte), Go Arai (Oboe), Motoko Matsuda (Oboe), Martin Jaser (Fagott) und Nadine Remmert (Cembalo, Orgel).

Karten für den Vivaldi-Abend in der Kirche Unser Lieben Frauen gibt es unter anderem in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.  JÖRG ESSER

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