ZWISCHEN SCHNOOR & SCHLACHTE

Kinderklinik: Claßen löst Huppertz ab

Früherer Chefarzt: Professor Dr. Hans-Iko Huppertz. Foto: OLIVER SAUL/GENO

Bremen – Es ist ein Einschnitt, kein gewöhnlicher Wechsel. Dr. Martin Claßen ist neuer Chefarzt der Professor-Hess-Kinderklinik am Klinikum Bremen-Mitte. Er hat Professor Dr. Hans-Iko Huppertz (65) abgelöst, einen weit über Bremens Grenzen hinaus bekannten Mediziner, der nach 40 Jahren in der Kinder- und Jugendmedizin in den Ruhestand gegangen ist. „Von 1984 bis 1999 arbeitete Professor Huppertz in der Universitätskinderklinik Würzburg. Dort legte er den Grundstein für seine vielen Veröffentlichungen in der Infektiologie und Rheumatologie. In diesen beiden Fachbereichen gilt er heute weltweit als Experte“, so Timo Sczuplinski, Sprecher des Klinikverbunds Gesundheit Nord (Geno).

Der neue Chef Claßen, der zudem auch weiter die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Links der Weser leitet, soll beide Häuser zusammenführen: 2020 steht der Umzug in Bremens neues großes Kinderkrankenhaus an, das im neuen Eltern-Kind-Zentrum auf dem Areal des Klinikums Mitte zu finden sein wird. „Das wird eine spannende Aufgabe“, sagt Claßen – auch er übrigens wird als Experte in der Kinder- und Jugendmedizin weit über Bremen hinaus geschätzt. Zusammenführen, Gemeinsamkeiten entdecken – für Claßen ohnehin Klinikalltag und ein Teil der täglichen Arbeit, heißt es. „Ich möchte immer gemeinsam mit den Eltern nach Lösungen suchen. Niemand kennt das Kind so gut wie sie.“

Claßens Vorgänger Hans-Iko Huppertz hat die Professor-Hess-Kinderklinik seit 1999 geleitet. Er und seine Arbeit wurden weithin geschätzt. Für Empörung sorgte 2011 seine fristlose Entlassung nach dem Tod dreier Frühchen (er ist auch Leiter der Frühgeborenen-Station gewesen, auf der es zu einem Keimausbruch gekommen war). Fachleute waren damals entsetzt. Huppertz‘ Entlassung löste eine deutschlandweite Solidaritätswelle bei Ärztekollegen, Gesellschaften, Politikern – und nicht zuletzt auch bei Patienteneltern – aus. Huppertz klagte gegen die Kündigung und gewann. 2012 kehrte er an die Professor-Hess-Kinderklinik zurück.

„Professor Huppertz war ein großer Glücksfall für Bremen“, sagte nun Jutta Dernedde, die Geschäftsführerin der Gesundheit Nord (Geno). Wie hoch das Ansehen von Huppertz im Hause gewesen sei, habe auch noch einmal der emotionale Abschied von den Mitarbeitern der Klinik gezeigt, die „ein aufwendiges Programm organisiert hatten“, hieß es weiter. Ganz auf Huppertz verzichten muss der Klinikverbund in Bremen nun aber nicht. „Als weltweit gefragter Spezialist steht Huppertz der Gesundheit Nord mit einigen Stunden noch weiterhin für klinische Fragestellungen zur Verfügung“, sagte der Geno-Sprecher. THOMAS KUZAJ

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