ZWISCHEN SCHNOOR & SCHLACHTE

Württemberger Wein mit politischer Botschaft

„Wein verbindet“: Ratskellermeister Karl-Josef Krötz und die Bremer Frauenbeauftragte Bettina Wilhelm. Foto: KUZAJ

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Frauen und Wein, Frauen und Wein / sind eine fröhliche Fracht.“ So sang einst Rudi Schuricke (1913 bis 1973, „Capri-Fischer“). Frauen und Wein – das war nun auch am Freitag, dem Internationalen Frauentag, im Bremer Ratskeller ein großes Thema. Nicht wegen der von Schuricke besungenen „fröhlichen Fracht“, sondern wegen des Frauentags. Und wegen des Jubiläums „100 Jahre Frauenwahlrecht“.

Was hat das mit Wein zu tun? Nichts, möchte man meinen. Aber dann doch etwas. Mit Blick auf Frauentag und Wahlrechts-Jubiläum nämlich hat die renommierte Fellbacher Weingärtnergenossenschaft aus (erraten!) Fellbach in Württemberg eine Wein-Sonderedition auf den Markt gebracht: Einen 2018er Fellbacher Lämmler-Riesling Kabinett (trocken) und einen 2018er Muskat-Trollinger Rosé (feinherb).

Die Genossenschaft beschreibt den Riesling als „finessenreichen Wein mit einer klaren Frucht und einem frischen Charakter“. Über den „fruchtigen“ Rosé heißt es: „Intensive Muskatnote und belebend im Geschmack“. Beide Weine tragen eine Botschaft auf dem Etikett: „Frauen, werbt und wählt, jede Stimme zählt!“ Ein Wort der Politikerin und Werbe-Pionierin Elly Heuss-Knapp (1881 bis 1952).

Die Weine werden am Freitagabend beim Empfang des Bremer Frauenausschusses (300 Gäste) in der Oberen Rathaushalle ausgeschenkt. Zuvor präsentierten Bremens Frauenbeauftragte Bettina Wilhelm und Ratskellermeister Karl-Josef Krötz Riesling und Rosé im Kaiserzimmer des Ratskellers. „Wein verbindet“, so Wilhelm.

Vor einer Woche sei sie auf den Wein aufmerksam gemacht worden. Anschließend informierte sie gleich den Ratskellermeister. Dann ging alles ganz, ganz schnell. Krötz weiß um die Qualität der Weine aus Fellbach; er kennt den Kellermeister der Genossenschaft.

„Ich habe ein Faible für Winzer aus dieser Ecke Württembergs. Sie sind bodenständig“, so Krötz. Der Rosé sei mit seiner Muskatnote „sehr apart“, im Riesling zeige sich der Kalk-Ton-Sand-Boden: „Vom Kalk bekommt er das Weiche, vom Ton kommt die Fülle und vom Sand dieses Lebendige. Dieses Konglomerat bildet den Dialekt dieses Weines.“

Apropos Dialekt. Fellbach ist auch Bettina Wilhelm ein Begriff – sehr sogar. „Ich komme aus einer Winzerfamilie aus dem Anbaugebiet. Ich wusste, wo Fellbach draufsteht, ist was Gutes drin.“ THOMAS KUZAJ

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