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Ein Abend mit Schärfe und humorvollen Reden

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Von: Thomas Kuzaj

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Unter den Orlogschiffen der Oberen Rathaushalle feiert der Ostasiatische Verein sein Stiftungsfest. Foto: Bahlo/OAV
Unter den Orlogschiffen der Oberen Rathaushalle feiert der Ostasiatische Verein sein Stiftungsfest. © Bahlo/OAV

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Es wird wieder scharf in der Oberen Rathaushalle. Denn am Freitag, 22. Februar, kommt dort ein Curryessen auf den Tisch (oder besser: auf die Tische) - beim nunmehr 118. Stiftungsfest des Ostasiatischen Vereins (OAV). Dazu kommen einmal mehr Diplomaten, Politiker und Wirtschaftsvertreter zusammen.

Insgesamt 368 Teilnehmer begrüßt der Vorsitzende des OAV in diesem Jahr. Der Vorsitzende, das ist der Bremer Reeder Thomas Kriwat (Mercmarine Group, außerdem Honorarkonsul von Sri Lanka sowie einer der drei kaufmännischen Schaffer für das Jahr 2020).

Nach Vietnam im vorigen Jahr steht dieses Mal Australien im Fokus des Abends. Als Ehrengast hat der Ostasiatische Verein die australische Geschäftsfrau Lucy Hughes Turnbull eingeladen, die unter anderem auch Bürgermeisterin von Sydney und Präsidentin der Australisch-Deutschen Handelskammer war. Ihr Ehemann begleitet sie - der Politiker Malcolm Bligh Turnbull, der vom 15. September 2015 bis zum 24. August vorigen Jahres Premierminister von Australien gewesen ist.

Als deutschen Redner erwartet der OAV Dr. Holger Bingmann, den Präsidenten des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen. Außerdem kommen die Botschafter (beziehungsweise deren Vertreter) von Singapur, Laos, Neuseeland, Brunei-Darussalam, Indonesien, Kambodscha, Indien, Australien, der Mongolei und den Philippinen sowie die Generalkonsulin von Japan zum Stiftungsfest.

Vor Beginn des Fests empfängt Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) die Botschafter und Ehrengäste im Senatssaal, wo sie sich in Bremens Goldenes Buch eintragen. Dann folgt ein Schlag. Ein Gongschlag, versteht sich. Denn Jahr für Jahr leitet der traditionelle Ruf des Tempelgongs, der alle Teilnehmer an die Tafeln ruft, das Stiftungsfest ein. „Der Abend ist - neben interessanten und humorvollen Reden - geprägt vom ursprünglichen Geist des Vereins: Freundschaften zu pflegen und eine Brücke zwischen Asien und Bremen zu sein“, so Kriwat.

Der Ostasiatische Verein Bremen ist anno 1901 gegründet worden - ursprünglich gedacht als Treffpunkt bremischer Kaufleute und Kapitäne, die ihre Erinnerungen an ihre Zeit in Asien bewahren sowie die Verbindungen zu den dort lebenden Freunden, Auslandsdeutschen und Einheimischen pflegen wollten. Die Historie bietet eine interessante Verbindung zu der Ausstellung „Hongkong Connection“, die das Übersee-Museum bis zum 21. April in seinem Kabinett zeigt. Am Beispiel des Bremer Kaufmanns Johann Lauts (1855 bis 1944) gibt die Ausstellung einen Einblick in den kolonialen Alltag deutscher Kaufleute in China um 1900.

Zurück in die Gegenwart. Der Ostasiatische Verein versteht sich heute als Forum für Menschen, die eine persönliche, berufliche sowie kulturelle Beziehung zu Asien pflegen. Erklärte Ziele sind die Förderung der Völkerverständigung und die Freundschaft zu den Menschen in Asien. Der Verein fördert unter anderem den Schüleraustausch mit Asien, kulturelle Einrichtungen und hilft bei Katastrophen. Das Stiftungsfest wird immer am letzten Freitag im Februar gefeiert - seit dem Jubiläumsjahr 1951 im Rathaus. Die hier gesammelten Spendengelder gehen an das „Hilfswerk Ostasien“. Gegenwärtig fördert der OAV den Aufbau eines Kindergartens in Sulawesi (Indonesien), der durch den Tsunami im vergangenen Jahr zerstört wurde.

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