Zwischen Schnoor & Schlachte

Institut Français lädt zum Computerspiel

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„Magical Girl Disorder“ heißt dieses Videospiel der französischen Entwicklerin Gabrielle Barboteau, in dem es auch um gesellschaftliche Themen geht.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Daddeln ist jetzt Kultur? Durchaus. Video- und Computerspiele werden zunehmend als zeitgenössische Erzählform betrachtet - verbunden mit der entsprechenden Wahrnehmung und Würdigung. Was Millionen Menschen fesselt und beschäftigt, wird plötzlich ernstgenommen, wird zum Diskussions- und Ausstellungsthema. Erfinder und Entwickler finden auf einmal auch außerhalb der Spiele-Szene Beachtung - ein Beispiel ist der schwedische „Minecraft“-Macher Markus „Notch“ Persson.

Daddeln ist Kultur. In seiner Ausstellung „Cool Japan - Trend und Tradition“ räumte das Bremer Übersee-Museum Computerspielen aus Japan, deren Optik längst auch die Sehgewohnheiten im Westen mitprägt, ganz selbstverständlich breiten Raum ein. Und, ja, die Ausstellungsbesucher konnten dort auch spielen. Ebenfalls selbstverständlich.

Und genau so soll es demnächst auch im Institut Français an der Contrescarpe sein. Denn die Grande Nation spielt in der Welt der virtuellen Unterhaltung ganz real eine wichtige Rolle. Frankreich hat ein weitverzweigtes Netz innovativer Unternehmen und Spielentwickler. Die Szene ist so einfallsreich und aktiv, dass Frankreich auf dem Markt der Computerspiele international ganz vorn mitspielt. Kulturexporte aus Frankreich sind lange schon nicht mehr allein Chansons und Kinofilme, sondern eben auch: Spiele.

Grund genug für das Institut Français, dem Thema mal eine Ausstellung zu widmen. „Videospiele haben den Ruf eines unreifen Mediums, bei dem es meist darum geht, auf alles zu schießen, was sich bewegt“, so eine Sprecherin. „Doch abseits der großen Produktionen findet sich eine Vielzahl von originellen und vielfältigen Spielen. Diese Szene steht denen des Independent-Films und der Graphic Novels in nichts nach.“ An anderer Stelle heißt es: „Unser Anliegen ist es, auf die Bedeutung von Videospielen an der Schnittstelle zwischen Technologie, Kultur und Industrie aufmerksam zu machen und die Dynamik des französischen Videospiele-Sektors zu fördern.“

Nun, mit der Ausstellung „S‘il vous play“ lädt das Institut Français seine Besucher dazu ein, „ein paar diese Werke zu entdecken“ - kommerzielle Produktionen etablierter Independent-Studios ebenso wie „experimentelle, persönliche, engagierte Autoren-Spiele“. Los geht‘s am Dienstag, 22. Januar, 9 Uhr. Zehn Spiele stehen bereit, sagt Marthe-Louise Bentz vom Institut. Die Ausstellung dauert dann bis zum 6. April. Die Öffnungszeiten: montags bis donnerstags in der Zeit von 9 bis 13 und 14 bis 19 Uhr. 

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