ZWISCHEN SCHNOOR & SCHLACHTE

Bremen feiert den „Welterbetag“ online

Ganz allein im Senatssaal: Bürgermeister Andreas Bovenschulte in seinem Rathaus-Video zum „Unesco-Welterbetag“. Foto: SCREENSHOT
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Ganz allein im Senatssaal: Bürgermeister Andreas Bovenschulte in seinem Rathaus-Video zum „Unesco-Welterbetag“. Foto: SCREENSHOT

Bremen – „Ja, ich sitze hier im Senatssaal des Bremer Rathauses“, sagt Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD), Präsident des Senats. Die anderen Senatoren sitzen nicht dabei. „Steingewordendes Symbol kommunaler Selbstverwaltung“ sei das Bremer Rathaus, kommt Bovenschulte ins Schwärmen. Just in diesem Augenblick gibt es einen Schnitt, und die Kamera zeigt einen Spiegel, in dem sich der leere Sitzungstisch des Senatssaals – nun ja – spiegelt. Bovenschultes Stimme ist weiter zu hören. Während die Kamera durch den leeren Saal schwenkt, spricht die bürgermeisterliche Stimme von der Selbstbestimmung, auf die Bremen stets so stolz ist.

Bovenschulte als Youtube-Star?

Ob dieses Video Bovenschulte zum Youtube-Star macht? Donnerstagmittag hatte es erst 45 Aufrufe, da geht also noch was. Und da wird was gehen, ganz sicher. Denn das Video mit dem Bürgermeister und dem Senatssaal gehört zum Programm des „Unesco-Welterbetags“, der am Sonntag, 7. Juni, gefeiert wird – in Bremen (mit Blick auf Corona) erstmals digital, also eben zum Beispiel per Video. Die eigentlich für die erste Juniwoche geplanten „Ersten Bremer Welterbetage“ mit dem Mitsingfest „Bremen so frei“ auf dem Marktplatz und etlichen weiteren Aktionen wurden auf 2021 verschoben.

Stattdessen also eine virtuelle Entdeckungsreise durch das Rathaus, das – gemeinsam mit dem Roland – als Ausdruck bürgerlicher Autonomie und Souveränität seit 2004 auf der Unesco-Welterbeliste steht.

Virtuelle Rundgänge und Malvorlagen

Die neue Website www.unesco-welterbetag.de ist das Eingangstor zu einer virtuellen Entdeckungstour durch das vielfältige Kultur- und Naturerbe Deutschlands. Der Klick auf den Menüpunkt www.unesco-welterbetag.de/welterbestaetten/rathaus-und-roland-bremen führt dann zu den virtuellen Spaziergängen und zur Erkundung des Rathauses. Für Kinder gibt es auf der Website Malvorlagen von Rathaus und Stadtmusikanten sowie zum Basteln ein Spiel mit den Bremer Stadtmusikanten.

In acht kurzen Videos kommen neben Bovenschulte zum Beispiel Landeskonservator Professor Georg Skalecki und Professor Konrad Elmshäuser, der Leiter des Bremer Staatsarchivs, zu Wort. Außerdem Rathaus-Protokollchefin Birgitt Rambalski, Gästeführerin Sabine Kämerow von der Bremer Touristik-Zentrale und Mitarbeiter der Senatskanzlei wie Kristina Lankenau, die über Eheschließungen im Gobelinzimmer spricht.

Denkmäler bürgerlicher Selbstbestimmung

„Rathaus und Roland stehen auf der Welterbeliste als Einzeldenkmäler, als wunderbare Beispiele und als einzigartige Beispiele für Demokratie, für Selbstbestimmung, für städtische Autonomie und für Marktgerechtigkeit“, sagt Elmshäuser. Zugleich aber steht das ab 1405 errichtete Bremer Rathaus für Privates – wie beispielsweise Hochzeiten.

„Digitaler Weinschnack“ im Ratskeller

Apropos Feiern und Genießen – da gibt es ja auch noch den Ratskeller, das Reich von Ratskellermeister Karl-Josef Krötz. Zum „Welterbetag“ beginnt am Sonntag, 7. Juni, um 16 Uhr ein „digitaler Weinschnack“ mit Krötz, Denkmalpfleger Skalecki und der rheinhessischen Weinkönigin Eva Müller – zu finden als Livestream auf www.bremen.de/welterbetage. Krötz fasst es schon mal ganz klar zusammen: „Der Ratskeller verbindet Weltkultur und Weinkultur.“ THOMAS KUZAJ

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