Landwirt und Bürgerschaftspräsident

Frank Imhoff - Zwischen Melkstall und Plenarsaal

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„Unglaublich große Ehre“: Frank Imhoff freut sich auf die Herausforderung als neuer Bürgerschaftspräsident.

Bremen - Morgens Melkstall, abends Plenarsaal: Frank Imhoff (50) ist seit Anfang Juli neuer Präsident der Bremischen Bürgerschaft. Eine Wahl, die ihn mit „unglaublich großer Ehre“ erfülle, sagt der Mann, der nebenbei in fünfter Generation einen Bauernhof in Strom führt. Früher wie heute will er sich in die Gemeinschaft einbringen – und vor allem: „Den Menschen zuhören. Wirklich zuhören.“

Frank Imhoffs Tag beginnt früh. Während viele Menschen noch schlafen, geht der 50-Jährige in den Melkstall des seit 1841 bestehenden Hofes im Bremer Süden. Imhoff versorgt zusammen mit Frau Kerstin und einer seiner beiden Töchter 90 Milchkühe. In fünfter Generation führt der CDU-Mann den Familienbetrieb. Ein Weg, der für Imhoff früh vorgezeichnet war. Auf dem Hof geboren, verbrachte er dort seine gesamte Jugend. „Dann kam die Frage: ,Junge, willst Du das machen?’“, erinnert er sich. Und er tat es. Die Arbeit auf dem Hof sei für ihn keine zusätzliche Belastung, sagt Imhoff. Vielmehr sieht er es so: „Egal, was man macht, es kommt auf eine Stunde nicht an. Wenn es Spaß macht, ist es wie Ausgleich. Das erdet einen.“ Schließlich werde man mit ganz anderen Problemen konfrontiert. Mit Problemen außerhalb der Politik.

Bereits 1993, Imhoff ist damals 25 Jahre alt, tritt er der CDU bei. Eine Entscheidung, die rückblickend nicht überrascht. Da sowohl Großvater und als auch Vater im Ortsbeirat tätig waren, war auch dieser Weg zumindest erahnbar. Dabei sei es anfangs nie sein Ziel gewesen, ins Parlament gewählt zu werden, sagt Imhoff. Als Stadtbeiratsmitglied sei er damals gefragt worden, ob er sich die Arbeit in der Bremischen Bürgerschaft vorstellen könne. „Okay, dann kandidiere ich mal“, so seine Antwort. „Und auf einmal war ich im Parlament.“ 1999 wird er Abgeordneter und Mitglied in der Deputation für Bau, Umwelt und Verkehr. Und dann? „Dann nahm alles seinen Lauf.“

Frank Imhoff mit Kuh „Madel“ im Januar 2018.

Von 2015 bis 2019 ist Imhoff Vizepräsident der Bremischen Bürgerschaft und schaut dem im Februar verstorbenen Präsidenten Christian Weber (SPD) über die Schulter. Die Zeit empfindet er heute als „unglaublich gut“: „So wusste ich, was auf mich zukommt.“ Dennoch nennt Imhoff die ersten zwei Wochen im Amt „Eingewöhnungsphase“. Grußworte, Antrittsbesuche, Eröffnungen, Treffen mit verschiedenen Regierungsmitgliedern – sein Terminplan ist gut gefüllt. 20 Anfragen seien aktuell noch offen. „Ich hab' ganz gut zu tun und muss meinen Kalender gut pflegen.“ Hof, Politik und Privatleben wäre ohne die Hilfe seiner Familie nicht möglich. „Meine Familie fängt das auf. Ohne sie könnte ich das Amt nicht ausführen.“ Umso mehr freut es ihn, dass seine Tochter Anne (23) den Betrieb in sechster Generation fortführt. Sohn Lars, 16 Jahre, macht gerade sein Fachabitur im Bereich Agrar- und Umwelttechnik – „das passt“, sagt Imhoff.

In den kommenden Wochen sollen konkrete Schwerpunkte in der politischen Arbeit gesetzt werden, dann soll eine „klare Linie“ zu erkennen sein. Besonders wichtig sind ihm Verlässlichkeit und gegenseitiger Respekt. Beides sei „Grundlage für Arbeit“. Als Präsident wolle er den Menschen zuhören, „wirklich zuhören“. Politikverdrossenheit und Protestwahlen „dürfen uns nicht egal sein“. Imhoff will mit gutem Beispiel vorangehen: „Bei mir ist das Glas immer halb voll, nicht halb leer.“

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