Szenen einer Künstlerehe in Vegesack: Das gemeinsame Leben von Fritz und Hermine Overbeck in Briefen und Bildern

„Zwischen uns hat die Kunst vermittelt“

Fritz Overbeck: „Hermine in blauer Malschürze“, enstanden um 1906, gemalt mit Öl auf Karton – und jetzt Teil einer neuen Ausstellung. - Foto: Overbeck-Museum

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Malerehepaare sind einander doppelt verbunden – durch die Liebe und durch die Kunst“, sagt Dr. Katja Pourshirazi, die Leiterin des Overbeck-Museums in Vegesack. Ihr Haus zeigt jetzt die Ausstellung „Zwischen uns hat die Kunst vermittelt“. Untertitel: „Fritz und Hermine Overbeck – Eine Künstlerehe in Briefen und Bildern“.

Die Eröffnung beginnt am Sonntag, 17. April, um 11.30 Uhr. Zu sehen ist die Ausstellung dann bis zum 12. Juni. Fritz Overbeck (1869 bis 1909) gehörte zu den fünf Gründungsvätern der Künstlerkolonie Worpswede. 1905 verließ er Worpswede, um sich mit seiner Familie in Bröcken bei Vegesack niederzulassen. Im Alten Packhaus an der Alten Hafenstraße 30 ist ihm und seiner Frau, der Malerin Hermine Overbeck-Rohte (1869 bis 1937), seit 1990 das Overbeck-Museum gewidmet. Es ist täglich außer montags in der Zeit von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Die neue Ausstellung nähert sich der Beziehung des Künstlerpaars über Zeugnisse von Pinsel und Feder, sprich: eben über Bilder und Briefe. Szenen einer Künstlerehe – dargestellt mit der Hilfe von mehr als 70 Bildern und ebensovielen Zitaten aus den Briefen des Malerpaares.

„Familienalltag und künstlerisches Schaffen werden miteinander verwoben, Eheleute sind zugleich Kollegen“, sagt Museumsleiterin Pourshirazi. „Auch Fritz und Hermine Overbeck haben diese Einheit von Liebe und Kunst gelebt.“

Als junge Kunststudentin verliebte sich Hermine Rohte zunächst in ein Bild von Fritz Overbeck – und anschließend in den Maler selbst. „Obwohl sie zeitlebens im Schatten ihres Mannes blieb, zählten die ersten Ehejahre zu ihren produktivsten als Künstlerin“, sagt Pourshirazi. Die Entdeckung und öffentliche Würdigung der Gattin als Künstlerin von eigenständigem Rang folgte erst nach Jahrzehnten.

Neben dem Künstlerischen ist natürlich das Private Thema dieser Ausstellung. Schwere Krankheit, der frühe Verlust eines Kindes und der plötzliche Tod Fritz Overbecks im Alter von nur 39 Jahren – das Leben des Malerpaares ist reich an tragischen Wendungen, so Pourshirazi weiter. Und: „Doch zugleich ist es auch ein Leben voller Farben und Bilder. Ein umfangreicher Briefwechsel legt Zeugnis von der innigen Beziehung der beiden Künstler ab, gibt Einblicke in ihren Alltag und in ihr Schaffen, und vermittelt zugleich ein lebensnahes Panorama der Zeit um 1900.“

www.overbeck-museum.de

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