Karikaturenausstellung im Haus der Bürgerschaft

Zwischen Himmel und Hölle

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Bürgerschaftspräsident Christian Weber in der Karikaturenausstellung. Die Zeichnungen kreisen um die Themen „Leben und Tod“ – mal makaber, mal politisch.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Der Mann liegt leblos in der Badewanne, neben ihm treibt der Föhn. „Wir haben Ökostrom“, sagt die Frau. „Dann war es ein natürlicher Tod“, sagt der Polizist. Trockener Humor? Schwarzer Humor? Nun, das muss jeder Betrachter selbst entscheiden – in der Ausstellung, die jetzt im Haus der Bürgerschaft zu sehen ist.

Es ist mal wieder eine Karikaturenausstellung – die mittlerweile zehnte, wie Parlamentssprecher Horst Monsees sagt. „Mit 150 Karikaturen von 33 Künstlern.“ Das Thema dieses Mal: „Leben und Tod“. Ein Thema, das gewiss nicht jeder witzig findet. Das andererseits aber auch mit einer gewissen Portion Humor durchaus angemessen behandelt werden kann – ohne zu viel Erdenschwere. 

Die Karikaturisten „haben sich zwischen Himmel und Hölle bewegt“, heißt es denn auch in einer Vorschau. Bei der Eröffnung sprach die Bremer Soziologin und Buchautorin Annelie Keil zum Thema der Ausstellung: „Im Leben ist nie Schluss mit lustig – wer bis zuletzt lacht, lebt länger.“

Nun, so kann man es auch sehen, Ökostrom hin, Ökostrom her. „Dem Tod entzieht sich niemand. Er kommt meistens unerwartet – oder wenn man ihn gerade gar nicht gebrauchen kann“, heißt es in einer Ausstellungsvorschau.

Bis zum 22. September sind die Karikaturen im Parlamentsgebäude zu sehen.

Die Karikaturen im Festsaal und den benachbarten Fluren decken ein breites Spektrum zwischen Leben und Tod ab, Szenen auf dem Friedhof zählen ebenso dazu wie Szenen im Himmel. Sterbehilfe ist ein Thema, das Böse an sich ebenfalls. Mord und Totschlag dürfen nicht fehlen.

Es sind auch sehr harte und klare politische Karikaturen dabei, die sich mit Selbstmordattentaten beschäftigen. Da bleibt dem Betrachter schon mal das sprichwörtliche Lachen im ebenso sprichwörtlichen Halse stecken. Gerade diese Arbeiten aber zeigen die Kraft und Wirkungsmacht, die Karikaturen entfalten können. Lachen hat ja auch etwas Befreiendes.

Unter den Karikaturisten, deren Arbeiten jetzt im Haus der Bürgerschaft hängen, sind Til Mette und Harm Bengen, „Rattelschneck“ und Joscha Sauer (bekannt unter der Marke „Nicht lustig“).

Die Schau ist eine Leihgabe der Galerie „Caricatura“ in Kassel. Die Bürgerschaft hat sie um Gedichte zum Thema „Leben und Tod“ ergänzt – manche lustig, andere ernst, einiges: beides. Die „Todesfuge“ von Paul Celan ist dabei. Und auch „Woher, wohin?“ von Wilhelm Busch. Und ein Text von Bob Dylan. Und Rilke, Trakl, Grass. Der literarische Bogen der Karikaturenausstellung wird bis zum „Ach!“ von Robert Gernhardt gespannt.

Die Ausstellung dauert bis zum 22. September. Geöffnet ist sie montags bis freitags in der Zeit von 10 bis 17 Uhr – mit zwei Ausnahmen: geschlossen ist die Schau vom 22. bis 24. August sowie vom 19. bis zum 21. September.

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