Junges Publikum stürmt Flohmarkt

Zweites Leben für Vintage-Mode

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Organisator Dominik Breu mustert ein T-Shirt. Sein Urteil anhand der Farben: „Ganz eindeutig 70er.“

Bremen - Für diesen Einkauf ist Esta, 26 Jahre alt, extra von Hamburg nach Bremen gefahren. Sie mag besonders 70er-Mode und hat eine rustikale Ledertasche im alten Stil gefunden. Und ein Stoffbeutel ist auch voll nach der ersten Runde auf dem Flohmarkt „Vintage-Treasure-Hunt“ des Start-ups „Vino Kilo“ am Wochenende im Metropol-Theater.

Hier gibt's Second-Hand-Kleidung nicht pro Stück, sondern für 25 Euro pro Kilo. Esta kennt die Veranstaltung aus Hamburg und findet, die Fahrt nach Bremen hat sich gelohnt. „Ganz besonders gut bekommt man hier Gürtel“, sagt sie und zeigt ein Exemplar. „Er ist schlicht, aber aus echtem Leder.“ Jetzt sollen die Runden zwei und drei kommen. „Da werden noch mehr Beutel voll“, sagt Esta.

Vieles ist bereits drei Stunden nach Beginn des ersten Vintage-Flohmarktes in Bremen weggekauft. „Es kamen gleich zu Beginn 500 Leute“, sagt Organisator Dominik Breu. Der 27-Jährige hat das veranstaltende Unternehmen „Vino Kilo“ in Mainz zusammen mit dem gleichaltrigen Robin Balser gegründet. 

Seit gut zwei Jahren kaufen die beiden Kleider an einer Sammelstelle in Holland, waschen und richten sie her und verkaufen sie auf ihren Flohmärkten im Bundesgebiet sowie in den Niederlanden und in Dänemark.

Zahlreiche Studenten kommen

Am frühen Sonnabendnachmittag ist immer noch viel los. Zumeist sind junge Erwachsene, vor allem Frauen, gekommen – das sei üblich. „Wir ziehen überwiegend Kunden zwischen 20 und 27 Jahren an. Meist Studenten, die für wenig Geld Sachen mit guter Qualität haben wollen“, sagt Breu. In den 70ern und 80ern sei noch mehr Wert auf Qualität gelegt worden als heute. Darum hielten die Sachen auch lange. 

„Das Meiste ist natürlich gebraucht. Darunter ist aber Kleidung aus Überproduktionen der 70er und 80er, die nie verkauft wurde“, sagt Breu. „Hätten wir die Kleidung nicht gekauft, wäre sie weggeworfen oder verbrannt worden.“

Breu geht an eine Kleiderstange. Daran hängen Hemden, oft in kunterbunten Farben. Er holt ein Hemd mit bunten Quadraten auf grüner Musterung hervor und südländischer Farbpracht. Er sagt sofort: „Das ist ganz eindeutig aus den 70ern. Farben auf T-Shirts sind heute viel einfacher.“

Breites Sortiment durch die Jahrzehnte

Insgesamt reiche das Sortiment von den 50ern bis in die 90er. „Natürlich wird Kleidung aus den 50ern und 60ern langsam rar. Das sind dann eher Einzelstücke“, sagt Breu. Er ist besonders stolz auf die angebotene Vielfalt an Kleidung, die nun ein zweites Leben bekommt.

Die 15 Jahre alte Jette Bartsch aus Bremen mag den alten Stil. „Das ist schon außergewöhnlich. Man wird so ein bisschen in alte Zeiten versetzt“, sagt sie. „Heute ist alles so schick. Die Sachen hier sind lässiger.“

mko

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