Schlagerstar Semino Rossi gastiert in Halle 7

Zwei Stunden voller Romantik

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Grauer Anzug, Krawatte, südamerikanischer Akzent: Semino Rossi gastierte am Montagabend in Halle 7 und zog dabei alle Register der Romantik.

Bremen - Von Steffen Koller. Gefühlvoll, grazil, hoch dekoriert: Kaum ein anderer Musiker lässt die Herzen von Schlagerfans höherschlagen als Semino Rossi. Am Montagabend gastiert der Lockenkopf mit charmantem Lächeln in Halle 7 auf der Bürgerweide. Auf seiner Tour „Amore – Die schönsten Liebeslieder aller Zeiten“ zieht er alle Register der Romantik. Doch ein kleiner Wermutstropfen bleibt.

Etwa 1.700 Besucher sind es am Ende, Platz ist für mehr als 3.000 Menschen. Doch die, die da sind, erleben zwei Stunden die ganz große Liebe. Semino Rossi, 53 Jahre alt und gebürtig aus Argentinien, schreitet die Treppen hinunter, an seiner Seite junge Damen mit schwarzen Glitzerkleidern. Bläser, die mitten im Publikum zu Beginn der Show stehen, läuten musikalisch den Abend ein. „Eine Reise durch die Liebe – mit vollem Temperament“, wird Rossi später sagen. Ein kurzes „Hallo!“ und schon heißt es: „Amor, Amor, Amor“.

Standesgemäß mit grauem Anzug, Krawatte und südamerikanischen Akzent, entführt Rossi das Publikum in eine heile Welt voller Emotionen, dem Glauben an die wahre und ewige Liebe – dass das Ganze ab und an in Kitsch verfällt, gehört wohl zum Programm. Stören tut das nur wenige, da gibt es andere Dinge, die vereinzelten Zuschauern auf die Ohren schlagen. Während Rossi und seine zum Teil zwölfköpfige Band nach rund einer Stunde Pause machen, entfliehen einige dem Liebeszauber. Es ist schlicht zu laut, ärgern sich manche vor den Toren der Halle. „Die sind doch verrückt, es ist ja nicht auszuhalten!“, ist zu hören. Sie sind nicht wiedergekommen.

Die, die aushalten, genießen, mitsingen, schunkeln und die sich von den romantischen Einspielern auf der großen Videoleinwand einfangen lassen, erleben insgesamt eine zweistündige, musikalische Reise durch unzählige Länder der Welt – Kuba, Mexiko, Deutschland, Argentinien. Romantische Balladen, heiße Rhythmen, Klassiker aus der Chanson-Zeit. Immer wieder beugt sich der 53-Jährige vorne zur ersten Reihe hinunter, viele – vor allem weibliche Besucher – zeigen durch Rosen und Pralinen, wie gern sie den Schlagersänger haben. Die Worte „Danke“, „Dankeschön“ und „Muchas Gracias“ fallen an diesem Abend häufiger als „Amor“ und „Liebe“.

Nach und nach scheint so viel Liebe ansteckend zu wirken. Die Zuschauer haken sich beim Nachbarn ein, bewegen ihre Körper nach rechts und nach links, bei einigen Songs hält es die Besucher nicht mehr auf ihren Plätzen. Die Bühne erstrahlt in satten Farben, mal in Rot, mal in Lila, mal in grellem Orange, im Hintergrund ziehen Wolken über das Meer, eine Geigenspielerin wird vom Scheinwerfer in Szene gesetzt. Gentleman Rossi wippt leicht von einem Bein aufs nächste und ruft dann ins Publikum: „Eure Glückseligkeit macht mich glücklich.“ Mehr Liebe geht wohl nicht.

Da so ein Konzert aber auch immer eine gewisse räumliche Distanz zwischen Interpret und Zuschauer mit sich bringt, gibt es eine Autogrammstunde im Foyer. Ein Bussi hier, eine Umarmung da. Und – wie soll es anders sein – ein „Ich liebe Euch“ ganz zum Schluss.

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