„Tag der Logistik“: Rundgang in Oslebshausen / Umschlag über den Industriehafen / Intelligente Pakete im BIBA

Zutritt erlaubt: Blick in die Schleuse

Vom Balkon des Steuerstandes lässt sich die Schleuse in Oslebshausen gut überblicken. - Fotos: Langkowski

Bremen - Von Ilka Langkowski. Ein Schleusenbecken im Panamax-Format, viele Hektar voller Container und Schlickfelder zwischen Wiesen – es gibt riesige Areale in Bremen und Bremerhaven, zu denen nur wenige Menschen Zutritt haben. Am „Tag der Logistik“ war der Zutritt erlaubt.

„Wir wollten endlich mal den Bereich sehen, der hinter dem Tor beginnt“, sagte Familie Klimasch, die sich für den Rundgang an der Oslebshauser Schleuse angemeldet hatte. Über die Kap-Horn-Straße hinter der „Waterfront“ gelangten die Teilnehmer zum Schleusenweg, an dessen Ende das Tor für die rund 20 Neugierigen offenstand. Unter den interessierten Zuhörern waren unter anderem Oldenburger Studenten sowie junge Männer und Frauen in der Berufsvorbereitung. Zu ihnen gehörte Jennifer Michalski. Sie möchte gerne Fachkraft für Lagerlogistik werden, sie ließ sich die Schleusenführung nicht entgehen.

Auch wenn die Haupthafenumschläge in Bremerhaven getätigt werden, nimmt jede achte Tonne, die an den Kajen des Landes Bremen umgeschlagen wird, ihren Weg über den Industriehafen: unter anderem Stahl, Holz, Projektladung, Maschinenteile, Mineralöle, Bau- und Abfallstoffe. Die einzige Zufahrt ist die Schleuse Oslebshausen.

Der Steuerstand ist das Kontrollzentrum an der Oslebshauser Schleuse.

Etwa 170 Schiffe passieren jeden Monat das Schleusenbecken, das 1910 erbaut und 1980 umgebaut wurde. „Heute hat es Panamax, das heißt, dass Schiffe bis 230 Meter Länge und 32,50 Meter Breite geschleust werden können“, sagte Seeschleusenmaschinist Andreas Balk. Aus dem Steuerstand über der Schleuse überwachen die Mitarbeiter von Bremenports jeden Schleusengang. Sieben Monitore, Radar und Funk helfen, die Schiffe auch bei schlechtem Wetter sicher und zügig zu schleusen.

Die beiden Schleusentore wiegen jeweils mehr als 2 000 Tonnen. Sie werden durch das herrschende Gefälle zum Schleusenpegel fest gegen das Dichtungsholz gedrückt. Beim Öffnen fahren die Tore auf Schienen in die dazugehörige Schleusenkammer. Wenn bei vielen Schleusengängen und Niedrigwasser jedes Mal eine große Menge Wasser zum Ausgleich aus dem Hafenbecken in die Schleuse und anschließend in die Weser fließt, könne der Pegel mit Kühlwasser des anliegenden Kraftwerks wieder angehoben werden, erklärte Balk, bevor er seine Gruppe zum Antriebshaus hinter der Schleusenkammer führte. Von dort kann man sehen, wie die Tore beim Öffnen in die Schleusenkammer fahren.

Bark erzählte von dem Betonschacht, der 18 Meter unter der Schleuse hindurchführt, die Sprudelanlage, die Eisschollenbildung verhindert, und die 240 Bar Druck, mit der die hydraulischen Zylinder nach oben gedrückt werden. Er machte Lust auf die Arbeit bei Bremenports, wo Elektriker, Schlosser, Matrosen, Schiffsmechaniker oder Leute seemännischer Ausbildungen gute Chancen hätten.

Neben der Schleusenführung lockten gestern weitere Führungen in Bremen und Bremerhaven. Angeboten wurden ein Rundgang auf der Baggergutdeponie, wo der Hafenschlick getrocknet wird, eine „Tour de Wind“ zum Zentrum der Offshore-Windenergie in Bremerhaven und eine Führung zum Kompensationsraum Luneplate in Bremerhaven.

Einen wissenschaftlichen Fokus setzte die Veranstaltung „Digitalisierung in der Logistik: Mensch – Technik – Organisation“ beim Bremer Institut für Produktion und Logistik (BIBA) im Technologiepark. Dort erklärte man Fachleuten und Laien die Optimierung und Digitalisierung logistischer Prozesse. Damit die große Zahl vielfältiger Handelsgüter schnellstmöglich von A nach B kommt, müssen viele Räder perfekt ineinandergreifen. In der Forschungshalle des BIBA wurden zu diesem Thema „intelligente Pakete“, Datenbrillen zur Kommissionierung und andere Faktoren zur Prozessoptimierung vorgestellt.

www.tag-der-logistik.de

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