1.200 Zuschauer reißt es aus den Sitzen

Billy Ocean: Soul mit Stil

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Billy Ocean bescherte dem Bremer Publikum einen unvergesslichen Abend.

Bremen - Von Steffen Koller. Es hielt keinen lange auf den Sitzen, und es wurde ein unvergesslicher Abend: Sänger Billy Ocean versetzte am Sonnabend 1 200 Besucher bei seinem einzigen Deutschland-Konzert in kollektive Ekstase. Das Musicaltheater bot dabei eine Location mit nahezu perfektem Sound. Der 65-Jährige bilanzierte abschließend: „Just beautiful!“

1 400 mit rotem Stoff überzogene Sitzmöglichkeiten bietet das Musicaltheater. Doch eigentlich sind die Sitze nur Ballast an diesem Abend, irgendwie störend. Was in der Regel nach einem Konzert passiert, wird am Sonnabend einfach vorgezogen. Billy Ocean und seine achtköpfige Band betreten die Bühne und spielen den Song „Stand up“. Es dauert nicht mal 30 Sekunden und rund 1 200 Zuschauer springen aus ihren Sitzen. Es beginnt ein Abend der musikalischen Extraklasse.

Mehr als 13 Jahre prägte Ocean während seiner Hochphase die Musikwelt der 70er und 80er Jahre. Mit Songs wie „Caribbean Queen“, „Love really hurts without you“ oder „Get outta my dreams, get into my car“ wurde er zum Weltstar. Heute, mehr als 30 Jahre später, scheint die Zeit spurlos am mittlerweile 65-Jährigen vorbeigegangen zu sein. Mit breitem Grinsen, blauem Sakko und weißen Dreadlocks flitzt der Brite über das Parkett. Seinen Humor hat er nicht verloren, wenn er sagt: „Früher hatte ich dunkle Haare und war sexy. Heute habe ich weiße Haare – und bin immer noch sexy.“

Fast zwei Stunden lang wird das Musicaltheater in eine kleine Zeitkapsel und der Großteil der Besucher in die Tage versetzt, in der sie ihre erste große Liebe kennenlernten. Die Zeit, in der Leggings, Stirnbänder und eben die Songs von Billy Ocean voll im Trend lagen. Wirkt die Bühne für einen extrovertierten Sänger wie ihn lange Zeit etwas zu aufgeräumt, schon fast steril, wird schnell deutlich, warum. Ocean braucht Platz, er geht lässig von einem Ende zum anderen, klatscht mit die Zuschauer ab. Am Ende signiert in Trinidad geborene Sänger sogar Schallplatten.

Ocean hat Spaß, das merkt man, er wirkt angekommen. Und das Publikum hat spätestens nach einem halben Dutzend Titeln sowieso keine Lust mehr aufs Sitzen. Die Menschen liegen sich in den Armen, jubeln und wippen zu den Soulsongs mit Stil. Besonders beeindruckend zeigt sich in den 120 Minuten die fabelhafte Akustik, die so ein Theater bietet. So klar und doch kraftvoll dröhnen die Beats aus den Boxen. Oceans volle Stimme, Schlagzeug, Bass und Saxophon gehen eine nahezu perfekte Symbiose ein, was auch die Besucher honorieren. Eine Zuschauerin bringt es nach dem Konzert auf den Punkt: „Das war so geil! Ich kann nicht mehr, ich bin alle.“ Und Billy Ocean? Der ist glücklich und verschwitzt. Das anfangs noch hellblaue Sakko ist zwei Farbtöne dunkler. Mit großen Augen und seinem unnachahmlichen Lachen schaut er auf die Ränge des Theaters und sagt: „Just beautiful! I love you!“

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