„Zukunftstag“: Mädchen schnuppern in den Beruf des Kraftfahrers hinein

Lenkrad statt Schulbank

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Mit 1 400 PS im Kampf gegen ein mögliches Feuer: Am Bremer Flughafen besichtigten rund 60 Schüler unter anderem den „Panther“ der Feuerwehr.

Bremen - Von Lars Kattner. Hochkonzentriert hält Lina das Lenkrad fest. Jetzt bloß keinen Fehler machen. Denn der könnte ganz schnell ganz schön teuer werden, wenn man im Führerhaus eines Lastwagens sitzt. Natürlich sitzt sie dort nicht alleine, sondern mit einem fachkundigen Lehrer an ihrer Seite. Ein Lehrer, der sie im normalen Schulalltag nicht unterrichtet. Denn am „Zukunftstag“ (oder „Girls‘ Day“) geht es für die Schüler raus aus der Schule und rein in die Unternehmen, um einen Einblick in die Berufswelt zu erhalten.

Lina ist Teil einer Gruppe, die bei der Straßenverkehrs-Genossenschaft (SVG) die Arbeit eines Berufskraftfahrers kennenlernt. Und da gehört es natürlich dazu, im Lkw eine Runde über den Parkplatz zu fahren. Einige Meter weiter hantieren Eva und Julie gekonnt mit einem Feuerlöscher. Es dauert nur wenige Sekunden, und die beiden haben den Brand vor ihnen gelöscht. Dann wird gewechselt, denn schließlich soll jeder die Möglichkeit haben, den Umgang mit dem Gerät auszuprobieren. Insgesamt 60 Schülerinnen nutzen auf dem Gelände der SVG am Hansator die Gelegenheit, in den typisch männlichen Beruf des Kraftfahrers hineinzuschuppern. Es gibt fünf Stationen, bei denen die Mädchen sowohl praktisch mitwirken als auch ihr Wissen über den Straßengüterverkehr erweitern und einen Einblick in die Transport- und Logistikbranche bekommen können. 40 Kilo steuern 40 Tonnen, so lautet das Motto der Veranstaltung. „Wir haben uns ganz bewusst dafür entschieden, den ,Zukunftstag‘ als ‚Girls‘ Day‘ zu gestalten“, sagt Jana Latzel, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Bremer Agentur für Arbeit. Bereits zum sechsten Mal habe es die Kooperation mit der SVG gegeben. Wegen der großen Nachfrage von Schülerinnen gebe es diesmal sogar 60 Plätze. „Wir wollen das Berufsspektrum erweitern und denken, dass sich dieser Weg durchaus bewährt hat.“

Ein etwas anderer Ansatz wird am Flughafen verfolgt. Hier dürfen sowohl Mädchen als auch Jungen einen Blick hinter die Kulissen werfen. Aufgrund der hohen Sicherheitsbestimmungen im laufenden Betrieb sind Mitmachaktionen allerdings kaum denkbar. Dafür bekommen die 60 Teilnehmer einen Eindruck, den der normale Flugreisende so sicher niemals erhalten würde. Denn wer kann schon von sich behaupten, in der Frachtabteilung den eigenen Rucksack im riesigen Export-Röntgengerät durchleuchten zu lassen. Und dann auch noch am Monitor bei der Auswertung der Bilder durch Expertin Peggy Neumann dabei zu sein. Der 13-jährige Maximilian ist jedenfalls mit Feuereifer bei der Sache. „Ich finde Flugzeuge total imposant“, erklärt er, bevor es durch die Sicherheitsschleuse in Richtung Flughafenfeuerwehr geht. Absolutes Highlight ist dort der „Panther“, ein Großflughafenlöschfahrzeug von immensen Ausmaßen. 1 400 PS, verteilt auf zwei Motoren, sowie ein 12 500 Liter fassender Wassertank stehen den Feuerwehrleuten zur Verfügung. Insgesamt gibt es drei dieser beeindruckenden Fahrzeuge. Übrigens: Bei den 42 Feuerwehrleuten handelt es sich tatsächlich ausschließlich um Männer – was nicht bedeutet, dass sich das Team nicht auch über weibliche Bewerber freuen würde. Einzig: Es gibt keine.

Das Programm, organisiert von den beiden Auszubildenden Jessica Friedrich und Lee Moffat, geht nach dieser Station weiter. Vorgesehen ist noch ein Besuch in der Kfz-Werkstatt, beim Zoll sowie eine Rundfahrt um das Flughafengelände.

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