Airbus Safran Launchers: Trägerrakete Ariane 6 soll Raumfahrt günstiger machen

„Das Zukunfts-Flaggschiff“

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Die neue Ariane-6-Trägerrakete soll 2020 erstmals ins All fliegen. Aus Bremen kommen die Oberstufen für die Ariane 5 und die Ariane 6. Zudem organisiert Bremen die präzise Absetzung der Nutzlast im Orbit.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. In Gebäude 111 auf dem Airbus-Areal an der Airbus-Allee wird die Zukunft gebaut. Jedenfalls, was die Zukunft der europäischen Trägerrakete Ariane angeht. Und die Zukunft, das ist hier die Ariane 6.

In Gebäude 111 liegt das Integrationszentrum für die Oberstufe der neuen Rakete. Es wird auf ingesamt 7700 Quadratmeter erweitert. In der Halle ist dann Platz für 70 Mitarbeiter. Das sagte Pierre Godart, Geschäftsführer der Trägerraketenfirma Airbus Safran Launchers, am Montag.

Airbus nennt neue Ariane-Enwicklungsstufe  „bahnbrechend“

Die Ariane 6 soll 2020 erstmals in den Orbit fliegen. „Wir sind im Zeitplan und die Produktion fängt an“, so Godart weiter. Die Freigabe für erste Bestellungen sei erfolgt. Die Ariane 6 sei „das Zukunfts-Flaggschiff“ – und sie soll „50 Prozent günstiger sein als die Ariane 5, was bahnbrechend ist“. Godart: „Wir wollen die Raumfahrt günstiger machen.“

Durch die Gründung von Kompetenzzentren, eine schlankere Organisation und die gemeinsame Konzeption mit den Kunden werde dies bei der Ariane 6 möglich. Entwicklung, Produktion und Vermarktung liefen zudem „parallel“. Godart: „Das ist neu für die Raumfahrtindustrie.“ Und: „Schon in der Entwicklung der Rakete sitzt die Produktion mit am Tisch.“ Damit würden mögliche Schwierigkeiten beim Bau schon im Vorfeld ausgeräumt, so Godart.

Teile für die Rakete könnten im 3-D-Drucker hergestellt werden

Kostensenkungsaspekte liegen auch im Einsatz von 3-D-Druckern. Es gelte, so Godart, eine „Balance“ zu finden zwischen bewährten Technologien – und dem Einsatz neuer Technologien „mit Augenmaß“. Als Beispiele für den zukünftigen Einsatz von Teilen aus dem 3-D-Drucker nannte er Einspritzköpfe für Raketentriebwerke und Ventilplatinen.

Die Investitionen für die neue Rakete bezifferte Godart auf etwa 400 Millionen Euro. Den Hauptteil davon trage Airbus Safran Launchers, den Rest die Industriepartner. Was ein Flug mit der Ariane 6 ins All kosten wird, konnte Godart allerdings nicht sagen. „Es gibt keine Katalogpreise.“

Auch zur Höhe der Investitionskosten im und am Gebäude 111 auf dem Bremer Unternehmensareal hielt er sich bedeckt. Es seien „deutlich mehrere Millionen“. Eine genauere Summe nannte er nicht, weil er keine Konkurrenz zwischen den einzelnen Standorten von Airbus Safran Launchers wolle. Außer in Bremen (mit insgesamt 500 Mitarbeitern) ist das Unternehmen in Deutschland in Ottobrunn (Bayern, 300 Mitarbeiter), Lampoldshausen (Baden-Württemberg, 300 Mitarbeiter) und Trauen (Lüneburger Heide, 50 Mitarbeiter) präsent.

Im Dezember vergangenen Jahres hatten Unternehmensvertreter die Bremer Investitionen in Fertigungs- und Produktionsanlagen für Oberstufen der Ariane 6 auf insgesamt 40 Millionen Euro beziffert. Siebeneinhalb Millionen Euro davon seien bereits 2016 ausgegeben worden.

Während die Ariane 6 das Thema der Zukunft ist, wird die Gegenwart noch von der Ariane 5 geprägt. 77 erfolgreiche Ariane-5-Flüge in Folge gelten als Rekord in Sachen Zuverlässigkeit und Sicherheit. Für 2017 sind sieben Starts und acht Trägerraketenlieferungen geplant, sagte Godart. Darunter befinde sich auch ein Träger für vier „Galileo“-Satelliten. Godart: „Die müssen extrem präzise positioniert werden. Das ist Präzisionsarbeit, die da verlangt wird.“ Auch von solchen Aspekten hingen die genauen Kosten eines Flugs ab.

Der nächste Ariane-5-Start liegt unterdessen sehr nah – er ist für Dienstag, 21. März, um 21.31 Uhr deutscher Zeit geplant. An Bord: 10,2 Tonnen Nutzlast – Satelliten.

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