Ausstellung „City-Vision“ zeigt Projekte, Entwürfe und Ideen zur Innenstadt

Die Zukunft als Modell

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Mitten ins Zentrum, genauer gesagt im Ansgariviertel, will Denise Scherf die Stadtbibliothek versetzen.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Ein prächtiges Modell, ausgearbeitet bis in die Details: das „City-Gate“ vor dem Hauptbahnhof, eine 100-Millionen-Euro-Investition. Auch der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) ist angedeutet, eine Augenweide für jeden Modellbauer. Massiv und groß ist auch das Modell des Gewoba-Hochhauses, das 2018 mit erneuerter Fassade einen neuen Akzent mit Fernwirkung setzen soll.

Die Innenstadt befindet sich im Wandel. Wo die Reise hingeht, zeigt die Ausstellung „City-Vision – Bremen wird neu“ der City-Initiative im „City-Lab“ (Lloydhof). Bauvorhaben in der Umsetzung, Zukunftsentwürfe oder auch einfach Ideen werden als Modell oder auf Informationstafeln präsentiert. Die Tafeln informieren auch über den aktuellen Stand des Leitbildes Bahnhofsvorstadt. Dort soll es dichter, urbaner und für die verschiedenen Verkehrsarten auch „gleichberechtigter“ werden – das grüne Bauressort lässt grüßen.

„Die Ausstellung fügt alle großen und kleinen Projekte sowie 22 Neueröffnungen in Handel und Gastronomie wie Puzzlesteile zu einem Gesamtbild zusammen, welches die Stärke der City aufs Beste reflektiert“, sagt Dr. Jan-Peter Halves, Geschäftsführer der City-Initiative. „Bei dem Transport der großen Modelle des ,City-Gates‘ und des Gewoba-Hauses habe ich schon etwas geschwitzt“, gesteht Christiane Weiß als Kuratorin der Ausstellung.

Thomas Hogrefe, Architekturmodellierer, will er ein großes städtbauliches Modell zum Abtasten bauen sowie zehn Modelltafeln zu historischen Bauwerken mit Blindenschrift und Frontansicht zum Berühren. Als Beispiel hat er schon mal eine Tafel zum Schütting gemacht. Um für das Projekt zu werben, hat er weitere Modelle gebaut. Am liebsten möchte er ein Modell direkt neben dem Kiosk an der Bürgerschaft aufstellen. „Dort kommen die Touristenführungen vorbei“, sagt Hogrefe.

Visionäre Ideen der „School of Architecture“

Auch die „School of Architecture“ der Hochschule Bremen ist in der Ausstellung präsent, sogar mit visionären Ideen. Die Architekturstudentin Denise Scherf hat ein Modell des Ansgariviertels gebaut. Doch ein Gebäude ist neu, das Geschäftshaus an der Straßenbahn ist weg. Was dort steht, ist auch nicht die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Ansgariikirche. Dort steht ein neues Gebäude, in dem die Stadtbibliothek zu Hause sein soll. „Ich wollte die Bibliothek mit diesem Modell in das Zentrum der Stadt rücken“, sagt Scherf. „Der Baukörper, der jetzt dort steht, fügt sich nicht in die umliegenden Stadträume ein.“ Ihr ist wichtig, nicht Einzelhandel durch Einzelhandel zu ersetzen. Noch ist alles Idee, entsprechende Vorhaben gibt es nicht.

Zur Ausstellungseröffnung präsentiert Halves die Untersuchung „Vitale Innenstädte“ des Instituts IFH in Köln. In 121 Städten wurden Innenstadtbesucher befragt. Bremen gehört zu einer Gruppe von 18 deutschen Städten mit mehr als 200 000 Einwohnern. Mit dieser Gruppe wird Bremen noch separat verglichen. Etwas hinter dem Schnitt liegt die Bremer Innenstadt bei der „Lebendigkeit“. Das läge daran, dass hier relativ wenige Menschen wohnten, so Halves. Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) schmunzelt darüber, dass Besucher die City überdurchschnittlich bewerten, die Bremer selbst aber unterdurchschnittlich. „Das ist typisch bremisch“, sagt er. Die Bremer gaben ihrer Innenstadt eine 2,7, die Besucher eine 2,4.

Die Ausstellung „City-Vision“ ist bis zum 29. April im „Laborraum“ des „City-Labs“, Hanseatenhof 9, zu sehen.

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