Die Zukunft in der digitalen Welt

RB-Intendant Jan Metzger über ARD-Reformen

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Jan Metzger ist seit August 2009 Intendant von Radio Bremen. Er kam vom ZDF an die Weser.

Bremen - Von Jörg Esser. Es ist ein Zukunftsauftrag. Es geht um Reformen und um die Chancen der Digitalisierung. Und es geht um Geld. Um ein Einsparvolumen von mehreren Milliarden Euro bis zum Jahr 2028. Und es geht um den Rundfunkbeitrag – im Bericht der ARD über „Auftrag und Strukturoptimierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im digitalen Zeitalter“. Die ARD jedenfalls hat nach eigenen Angaben den „größten Reformprozess ihrer Geschichte angestoßen“. Radio-Bremen-Intendant Jan Metzger streicht im Gespräch mit Pressevertretern die föderale Verankerung der ARD heraus. „Da machen wir keine Abstriche. Das ist unser ureigener Wert.“

Der Bericht ist jetzt der Rundfunkkomission der Länder vorgelegt worden. Dann landet er bei der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF), die daraus einen Vorschlag für die zukünftige Höhe der Rundfunkbeiträge errechnet. Die KEF soll im Frühjahr 2019 ihren Vorschlag vorlegen. 2020 müssen die Länderchefs dann entscheiden, wie es ab 2021 weitergeht. Heute zahlt jeder Haushalt einen monatliche Rundfunkbeitrag von 17,50  Euro.

Eine drohende Erhöhung von zwei Euro war eine Art Grundlage für die monatelange Fleißarbeit. Der vorgelegte Bericht enthält jede Menge Sparvorschläge. Das Programm soll weiterentwickelt, gleichzeitig die Strukturen dahinter deutlich schlanker und moderner werden. Metzger sagt, Qualitätsmedien würden im aktuellen politischen Prozess „gebraucht wie lange nicht“.

Bericht sieht Einsparpotenziale

Der Bericht sieht Einsparpotenziale in IT, Technik und Verwaltung. Unter anderem sollen die digitalisierten Archive zusammengelegt und vernetzt werden. Auch die Altersversorgung soll neugeordnet werden. Wie hoch die Rundfunkbeiträge wäre, wenn die Vorschläge aus dem Bericht hochgerechnet werden, lässt sich laut Metzger noch nicht beziffern. Nur so viel: „Die zwei Euro sind Makulatur.“ Was dann herauskomme, müsse die KEF ermitteln. Der 61-Jährige ergänzt: „Wir brauchen eine Beitragsanhebung in Höhe der Teuerungsrate.“

Und was kommt auf Radio Bremen zu? Metzger sagt: „Wir haben die Abmagerungskur bereits hinter uns.“ Knapp die Hälfte der Einnahmen des Bremer Senders kommt aus dem ARD-internen Finanzausgleich. Auf die immer mal wieder aufflammenden Vorschläge angesprochen, Radio Bremen im Norddeutschen Rundfunk (NDR) aufgehen zu lassen, sagt der Intendant: „Diese Diskussion ist so tot wie lange nicht mehr.“

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