Zehn Jahre „Campusideen“: Kluge Köpfe präsentieren intelligente Lösungen

Zündende Einfälle prämiert

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Eine Anwendung fürs Smartphone, die Kunden eine Produkt-Bewertung erleichtern soll: Dr. Tobias Recke (l.) und Fabian Stichnoth haben dafür eine Firma mit dem Namen „Smart insights“ gegründet. ·

Bremen - Von Viviane ReinekingZeit für einen Kaffee am Morgen, noch ein bisschen Milch aus der Tüte hinein – und: Die Lasche reißt ab. Wohin nun mit dem Ärger? Dr. Tobias Recke und Fabian Stichnoth schaffen mit ihrer Anwendung fürs Smartphone Abhilfe und erhielten dafür einen ersten Preis beim Kreativ-Wettbewerb „Campusideen“.

„70 Prozent aller Produktneuentwicklungen scheitern, weil viele nicht markt- und kundengereicht sind.“ Deshalb haben die Marketingspezialisten von der Universität Bremen eine App entwickelt, mit deren Hilfe Kundenmeinungen dort erhoben werden können, wo sie entstehen: Bei der Nutzung eines Produktes.

Mit ihrer Entwicklung gehören die beiden wissenschaftlichen Mitarbeiter zu den insgesamt neun Siegern, deren zündende Geschäftsideen die Hochschulinitiative „Bridge“ in ihrem zehnten Wettbewerb ausgezeichnet hat. Bei einer Posterpräsentation stellten sie ihre prämierten Arbeiten in den Räumlichkeiten der Bremer Lagerhaus-Gesellschaft (BLG) vor. „Insgesamt sind seit dem Start des Wettbewerbs rund 450 Projektideen eingereicht worden“, weiß Holger Ruge von „Bridge“.

Mit „Smart insides“ wollen Recke und Stichnoth Produkte und Dienstleistungen besser machen. Das Smartphone scannt den Barcode des Produktes ein. Dann könne der Kunde sein Problem schildern, seine Meinung kundtun und bei Bedarf weitere Feedbacks geben. „Im besten Fall meldet sich das Unternehmen dann zurück, schickt ein neues Produkt oder verbessern es“, so Stichnoth. Eine Firma ist gegründet, die App ist einsatzbereit, nun warten sie auf den ersten Kunden.

Einen zweiten Platz bei den wissenschaftlichen Mitarbeitern belegt der Bassumer Physiker Helmut Prekel. Er entwickelte am Bremer Institut für Messtechnik, Automatisierung und Qualitätswissenschaft (Bimaq) ein Thermo-Print-Verfahren zum Prüfen des Kontaktes zweier ineinanderfassender Zahnräder durch mit einem Laser aufgebrachte Wärme. Ein Verfahren mit großer Zukunft, zum Beispiel in der Offshore-Windenergie, findet Prekel.

Eine praktische Idee für Feuerwehr, THW und andere Einsatzkräfte entwickelten Theodor Hillebrand und Frank Kattenhorn, Studenten der Elektro- und Informationstechnik an der Uni Bremen. „Taschenlampen können an explosionsgefährdeten Orten wie bei einem Einsatz bei einem Gasleck nicht geladen werden“, so Hillebrand. „Ist die Batterie leer, ist der Einsatz unter Umständen zu Ende.“ Ein induktives Laden von Akkus – ähnlich einer elektrischen Zahnbürste – könnte das Problem lösen. Dafür gab es einen ersten Preis.

Auf einem Stück Holz kauend, präsentierten Fiona Roos, Janine Kiupel, Farina Asiedu Darko und Jonas Joachims ihre Idee, eine „100 Prozent natürliche und abbaubare Baumzahnbürste für zwischendurch“ in Deutschland zu vermarkten. „Der Speichelfluss wird angeregt, die Zähne fühlen sich glatter und der Mund sich spürbar frischer an“, so Roos und Kiupel, Studentinnen des Masterstudiengangs Wirtschaftspsychologie über ihr „Lifestyle-Produkt“. In Asien und Afrika sei diese Form der Zahnreinigung weit verbreitet. Auch Nachhaltige und soziale Aspekte wie Aufforstung, Beschäftigung und Absicherung der Einheimischen, die das Holz des afrikanischen Garcinia-Kola-Baumes verarbeiten könnten, sei ihnen wichtig.

Mit ihrem „Spotfinder – Next Generation Parking“ haben sich die Studenten Felix Huljus und Peter Wollny eine Idee für eine intelligente Stadt der Zukunft überlegt: Laser-Distanzmesssensoren erfassen eine Parkplatzsituation in Echtzeit. Dazu messen schwenkbare, beispielsweise an einer Straßenlaterne angebrachte Sensoren jeden Punkt an der Straße, seine Entfernung und die dazugehörigen Geokoordinaten. Wird ein Parkplatz belegt, ändert sich die Distanz zu einem bestimmten Punkt. Über einen Server erhalten Nutzer von mobilen Endgeräten so Informationen über freie und belegte Parkplätze.

http://www.bridge-online.de

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