Zöllner in Bremerhaven legen Bilanz 2015 vor

Drogen, Waffen, Fälschungen

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Die Zöllner in Bremenhaven zeigen ihre Funde 2015.

Bremerhaven - Rauschgift, Waffen und gefälschte Produkte: In Containern haben die Zöllner in Bremerhaven 2015 wieder viel Illegales entdeckt. Mit Hilfe einer neuen Röntgenanlage soll noch mehr Schmuggelware aufgespürt werden.

Das Gerät durchleuchtet im Überseehafen pro Tag 480 Container, sagte heute der Leiter des Zollamtes Bremerhaven, Andreas Heuer, bei der Vorstellung der Jahresbilanz des Hauptzollamtes Bremen. Mit der alten Prüfanlage konnten 200 Boxen täglich gescannt werden. Je sechs Beamte werten rund um die Uhr die hochauflösenden Bilder der 2,5 Millionen Euro teuren neuen Anlage aus.

„Wir erhoffen uns, so noch mehr verbotene Produkte und nicht angemeldete Waren zu entdecken“, sagte Heuer. Im Probebetrieb sei in einem als Umzugscontainer deklarierten Container aus den USA bereits ein Waffenarsenal gefunden worden. Nachdem die Beamten auf dem Bildschirm zunächst einen Panzer identifizierten, kamen nach der Öffnung der Box auch Langwaffen, Sprengstoff und Munition zutage.

„Das Ganze ist wohl unter ,kurioser Sammler' zu verbuchen und hat keinen terroristischen Hintergrund“, so Heuer. Der Container sollte nach Tschechien gehen. Bei der Bildauswertung bedient sich der Zoll eines Tricks: Da Grautöne für das menschliche Auge schlecht zu unterscheiden seien, setze eine Software alle Schattierungen in unterschiedliche Farben um, sagte Heuer. Der Beamte müsse nur wissen, welche Farbe für welche Ware stehe.

Gefälschte Ware als großes Problem

Eine gleiche Röntgenanlage wird in diesen Tagen auch am Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven vom Hauptzollamt Oldenburg in Betrieb genommen. Schon bisher wurde in Bremerhaven praktisch jeden zweiten Tag ein meist aus China oder Hongkong kommender Container mit gefälschter Ware aus dem Verkehr gezogen.

Das Problem dabei: „Nicht nur die Markenhersteller, auch die Verbraucher werden durch die Produkte geschädigt“, sagte Heuer. Denn gefälschte Kleidung, Accessoires oder Spielwaren seien oft stark mit Schwermetallen belastet. Nicht entdeckte, gefälschte Produkte landeten mitunter sogar im Einzelhandel – als vermeintliches Schnäppchen vom ahnungslosen Ladenbesitzer über Zwischenhändler geordert.

Drogen, Waffen, Fälschungen

Als zweitgrößter Hafen in Deutschland gilt Bremerhaven auch als potenzieller Drogenumschlagsplatz. Im November 2015 fanden Beamte in einem Container 52 Kilogramm Kokain mit einem Straßenverkaufspreis von 3,4 Millionen Euro. Auf dem Bremer Flughafen beschlagnahmten Zollbeamte im März 2015 Marihuana im Wert von 1.000.000 Euro. Das Hauptzollamt Bremen nahm 2015 knapp 4,5 Milliarden Euro für die Staatskasse ein (2014: 4,3 Milliarden). Das Geld setzt sich unter anderem zusammen aus Zöllen, Einfuhrumsatzsteuern und Verbrauchsteuern – etwa für Kaffee und Tabak.

dpa

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