Polizei beschlagnahmt Beweismittel

Zoff nach Derby: Fünf Festnahmen

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Großeinsatz der Polizei beim Nordderby.

Bremen - Die Bremer Polizei meldet im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen zwischen Hooligans und Ultras erste Erfolge: Fünf Männer wurden festgenommen, fünf Wohnungen durchsucht und Beweismittel sichergestellt.

Drei der jungen Männer im Alter von 19 bis 25 Jahren kommen aus Bremen, zwei aus dem Umland. Genauer wollte sich Polizeisprecher Nils Matthiesen dazu heute nicht äußern. Das Quintett befindet sich wieder auf freiem Fuß. Polizeipräsident Lutz Müller hatte nach dem Nordderby am 19. April zwischen Werder und dem Hamburger SV eine Spezialgruppe zur Aufklärung der Auseinandersetzungen zwischen den gewaltbereiten Gruppen eingesetzt. Nach Ende des Spiels war es in Straßen des Viertels zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. Die Ermittler werteten Videos aus, rekonstruierten Abläufe, vernahmen Beteiligte und befragten Anwohner, um nur einiges zu nennen. Laut Matthiesen führten die Spuren zu fünf Männern.

Die Wohnungen von zwei 20 und 25 Jahre alten Bremern und von zwei 22-Jährigen aus dem Umland wurden in der vergangenen Woche durchsucht, heute nun die Räume eines 19-Jährigen aus Bremen. Insgesamt beschlagnahmte die Polizei einiges an Beweismitteln, unter anderem Computer. Gegen die fünf Männer, die den Angaben zufolge alle den Ultras zugeordnet werden, wird wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Landfriedensbruchs ermittelt. Neben den strafprozessualen Maßnahmen könnte allerdings noch etwas anderes auf die Verdächtigen zukommen: Möglicherweise müssen sie schon bald ihren Führerschein abgeben (insofern sie einen haben) oder werden nicht zur Führerscheinprüfung zugelassen, wenn sie eine ablegen möchten. Geprüft und erteilt wird diese „Gelbe Karte“ vom Stadtamt. Kommt das Amt zum Schluss, dass der eine oder andere ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen ist, könnte der „Lappen“ erstmal weg sein.

Die Beamten, so der Polizeisprecher, fanden im Bereich einer Gaststätte Plakate mit der Aufschrift „Vorsicht, Nazihools“. Auf Internetseiten wiederum sollen Vertreter der rechten Szene Fotos von Ultras veröffentlicht haben. Staatsanwaltschaft und Polizei gehen nach dem bisherigen Stand davon aus, dass die Auseinandersetzungen politisch motiviert sind. Die Ermittlungen dauern an, auch hinsichtlich der Hooligans. Bisher fehle gegen sie Beweismittel, heißt es. Müller betonte, die Polizei werde sich weiter am Dialog mit friedlichen Fans beteiligen, aber konsequent gegen Gewaltbereite vorgehen. gn

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